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		<title>Ds Chalb macho | Virtuelles Walsermuseum</title>
		<link>https://www.walsermuseum.ch/?id=39</link>
		<description></description>
		<pubDate>Sat, 09 May 2026 05:20:50 +0200</pubDate>
		<category>Virtuelles Walsermuseum</category>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/gilihuesine-67</link>
			<title>Gilihüsine</title>
			<description>&lt;p&gt;Die Spielanlage ist ähnlich wie beim Hornussen. Der Nouss beim &amp;laquo;Gilihüsine&amp;raquo; ist ein alles andere als aerodynamischer Kuhzehenknochen, auf Walliserdeutsch &amp;laquo;Beinkuh&amp;raquo; genannt,der im besten Fall einmal 50 Meter weit fliegt. Der Stecken besteht nicht aus Fiberglas, sondern ist ein langer Hasel- oder Erlenstock. Abgefangen wird der Knochen mit Schindeln, die oft aus Holz von Gemüsekisten zusammengeflickt sind. Die Mannschaften sind aufgeteilt in eine Schlagpartei, die ausserhalb des Spielfeldes steht, und jene, die schindelbewehrt im Spielfeld auf dem leicht ansteigenden Gelände den fliegendenKnochen erwartet. Fällt die &amp;laquo;Beinkuh&amp;raquo; im Feld zu Boden,ohne dass sie abgefangen werden kann, erhält die Schlagpartei einen Punkt. Eine Spielrunde dauert so lange, bis alle Schläger an der Reihe waren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ganz nach alter Manier berappen auch heute noch die Verlierer den anschliessenden Drink für die siegreichen Spieler. In den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts geriet das &amp;laquo;Gilihüsine&amp;raquo; in Vergessenheit. 1953 setzte ein Dokumentarfilmer das Spiel noch einmal in Szene. David Eyholzer, 84-jähriger ehemaliger Hotelier, spielte als Bub in den 30er-Jahren noch selbst das &amp;laquo;Gilihüsine&amp;raquo;. Jahrhundertelang waren die Dörfer an den Hängen des Goms abgeschieden, im Winter lange Monate von der Umwelt sogar ganz abgeschnitten. &amp;laquo;Wir waren froh, &amp;lsaquo;Gilihüsine&amp;rsaquo; spielen zu können&amp;raquo;, erinnert sich Eyholzer.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Walliser Bote vom 14. 9. 2012&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS, 14.9.12&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/laschtig-springu-74</link>
			<title>Laschtig springu</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Personen:&lt;/strong&gt; 3 und mehr&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Material:&lt;/strong&gt; Gummiband, &lt;strong&gt;Laschtig&lt;/strong&gt; von ca. 5 m Länge, an den Enden zusammengeknotet&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ort:&lt;/strong&gt; im Freien auf ebener Fläche&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laschtig&lt;/strong&gt;-Springen wurde beinah ausschliesslich von Mädchen im Frühling, aber auch im Sommer und Herbst gespielt. Gelegenheiten boten sich in der Schulpause sowie in der Freizeit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Beschaffung eines &lt;strong&gt;Laschtig&lt;/strong&gt; erwies sich oft als nicht einfach. Das Gummiband (meisten Hosengummiband) &amp;nbsp;musste bei der Mutter, die es für Näharbeiten benutzte, erbettelt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beim Spielen wurde der Laschtig von zwei Mädchen um die Beine gespannt, während das dritte die verschiedenen Sprünge ausführte. Begonnen wurde mit den Sprüngen auf Knöchelhöhe. Sobald ein Sprung nicht geschafft wurde, kam das nächste Mädchen an die Reihe. Siegerin war jenes Mädchen, das am ersten alle Sprünge auf den verschiedenen Höhen geschafft hatte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Laschtig-Springen kam in Ausserberg in den 1960er Jahren auf und verschwand in den 1980er weitgehend. In Deutschland ist das Spiel als Gummitwist noch heute bekannt.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Edwin Pfaffen:&amp;nbsp; Ausserberg. Kultur im Dorf. Spiele und Spielen im 20. Jh. in Ausserberg. Herausgabe anlässlich der 3. Heimattagung 22. &amp;ndash; 24 August 2003. Heft Nr. 3&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 13. 08. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/schnitzu-73</link>
			<title>Schnitzu</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Personen:&lt;/strong&gt; 1 und mehr&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Material:&lt;/strong&gt; 1 Sackmesser und Äste mit Gabelung&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ort:&lt;/strong&gt; im Freien&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschnitzt wurde vorwiegend von Knaben während des Viehhütens im Sommer auf der Alp oder im Herbst auf dem Wiesen- und Weideareal. Hergestellt wurden vor allem Kühe, aber auch Ziegen und Schafe. Mit diesem Getier wurde Viehhaltung gespielt: Man baute aus Steinplatten Ställe und Scheunen, stellte aus Holzstecken Futterkrippen her, versorgte das Vieh mit gerupftem Gras. Als sich in den 1960er Jahren der elektrische Viehhüter ausbreitete, fand dieser auch seine Entsprechung beim Spielen. Eine kleine eckige Batterie wurde als Hüter verwendet und als Einzäunung dienten eingeschlagene Stecken, die mit Garn als Hüterdraht verbunden wurden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im weiteren wurden mit den geschnitzten Kühen auch regelrechte Stechwettbewerbe ausgetragen. Dabei liess man je zwei Kühe gegeneinander prallen und jene Kuh, die auf dem Rücken lag, hatte verloren. Die Krümmung der Hör&amp;shy;ner war bei diesem Spiel von ausschlaggebender Bedeutung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als das Kuhhüten allmählich verschwand (Aufgeben der Kuhhaltung) hörte etwa in den 1980er Jahren auch das Schnitzen auf.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Edwin Pfaffen:&amp;nbsp; Ausserberg. Kultur im Dorf. Spiele und Spielen im 20. Jh. in Ausserberg. Herausgabe anlässlich der 3. Heimattagung 22. &amp;ndash; 24 August 2003. Heft Nr. 3&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;&amp;nbsp;VS 13. 08. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/messaerspil-72</link>
			<title>Messärspil</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Personen:&lt;/strong&gt; 2 und mehr&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Material:&lt;/strong&gt; 1 Sackmesser&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ort:&lt;/strong&gt; Wiesenstück&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Vergleich zur nachfolgend beschriebenen Variante aus den 1960er/70er Jahren existierten zuvor noch eine Reihe weiterer Figuren. So musste beispielsweise das Messer auch von jeder Fingerspitze gespickt werden und teilweise auch vom gebeugten Knie herunter. Demgegenüber waren die umgekehrten Formen (d.h. Wiederholung der ersten vier Formen mit verkehrt ausgerichteterMesserklinge) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht gebräuchlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bis ca. zur Mitte des 20. Jahrhunderts war es zudem üblich, dass der Verlierer einen eingeschlagenen Holzpflock mit den Zähnen aus der Erde ziehen musste. Bei einer Untervariante wurden &amp;ndash; für den Verlierer nicht sichtbar &amp;ndash; drei Pflöcke von unterschiedlicher Länge eingeschlagen. Der Verlierer durfte nun einen auswählen. Mit Glück gelangte er so an den kürzesten, bei Pech musste er den längsten herausziehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Messerspiel dürfte spätestens anfangs der 1990er Jahre ausser Gebrauch geraten sein.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Edwin Pfaffen: Ausserberg. Kultur im Dorf. Spiele und Spielen im 20. Jh. in Ausserberg. Herausgabe anlässlich der 3. Heimattagung 22. &amp;ndash; 24 August 2003. Heft Nr. 3&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 13. 08. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/maarflu-driiegg-71</link>
			<title>Maarflu-Driiegg</title>
			<description>&lt;p&gt;Für das Murmelspiel musste der Boden trocken sein. Manchmal wurde es mit bis zu sechs Teilnehmer gespielt. Jeder Spieler musste der Reihe nach fünf Murmeln ins Dreieck (Driiegg) setzen. 3.5 Meter hinter dem Dreieck war der Püt-Strich, (Wurlienie, von putten = werfen, schlagen) von dem aus jeder Spieler beginnen musste. Wenn ein Spieler alle fünf Murmels aus dem Dreieck spicken konnte, hatter er gewonnen und konnte die fünf Murmeln behalten. Hat er aber nur drei oder vier Murmeln aus dem Dreieck gespickt, machten die anderen Spieler Jagd auf seine Wurfmurmel (Pfigger). (Die Spieler hatten unterschiedliche Murmenl, kleiner Ton- oder Galsmurmeln, Maarfle, das waren die Gejagten, und grössere Glas- oder Eisenmurmeln (Botsche oder Pfigger von pfiggu = mit Daumen und Zeigfinger spicken), mit denen wurde geworfen und die kleinen Murmeln &amp;quot;abgetan&amp;quot;. Anm. die Redaktion). Wer den (Pfigger) bekam, konnte auch die verbliebenen Murmeln jagen, d.h. herausspicken, traf er, konnte er sie behalten. Die besten Spieler hatten manchmal alle Hosentaschen voll Murmeln (Maarfle): auf der einen Seite die Ton- oder Erdgutmurmeln, in der anderen die Glasmurmeln.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Gerhard Grichting, Hochdorf/Agarn, in &amp;quot;Iischi Spraach&amp;quot;, Walliser Bote, 9.11.11&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS 23.11.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/maarflu-70</link>
			<title>Maarflu</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Personen:&lt;/strong&gt; 2 und mehr&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Material:&lt;/strong&gt; 1 Murmel pro Person&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ort:&lt;/strong&gt; Platz oder Wegstück mit festgetretener Erde&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gmaarflot&lt;/strong&gt; wurde vorwiegend von Knaben, aber auch von Mädchen, in der Schulpause oder in der Freizeit. In älteren Häusern mit Holzboden diente auch der Stubenboden als Spielfläche; ein Ast&amp;shy;loch wurde als &lt;strong&gt;Tola &lt;/strong&gt;(Loch, Erdloch, -grube) bestimmt. Die Spieler hatten vielfach einen Sack voll Murmeln, &lt;strong&gt;Maarfle&lt;/strong&gt; (Sing. Maarfla), aus dem sie für&amp;#39;s Spiel eine passende auswählten. Neben den &amp;bdquo;gewöhnlichen&amp;ldquo; Murmeln mit einem Durchmesser von ca. 1,4 cm gab es noch den Halbmono (ca. 1,8 cm) und den &lt;strong&gt;Mono,&lt;/strong&gt; auch &lt;strong&gt;Botscha&lt;/strong&gt; genannt (ca. 2,3 cm). Diese grösseren Formate kamen allerdings beim &lt;strong&gt;Maarfol&lt;/strong&gt;-Spiel eher selten zum Einsatz; sie wurden eher für Zielwürfe (ähnlich Boccia oder Petanque) verwendet. Glaskugeln waren spätestens seit den 1930er Jahren gebräuchlich. Mindestens bis in die 1940er Jahre waren auch Kugeln von bräunlicher Grundfarbe (eventuell aus gebranntem Ton oder Kunstharz) mit verschiedenfarbiger Glasur im Umlauf. Im Vergleich zu den Glasmurmeln waren diese aber erheblich zerbrechlicher. Verwendet wurden überdies auch Bleimurmeln. Ein Mann, der zu Beginn der 1920er Jahre geboren wurde, schildert, wie er zusammen mit anderen beim Schiessstand Bleikugeln eingesammelt und daraus mittels einer Gussvorrichtung Bleimurmeln hergestellt habe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die nachfolgend beschriebene Variante wurde in Ausserberg bis ca. in die 1980erJahre gespielt. Eine gleichsam verkürzte Form dieser Variante wird von einem Mann, der Mitte der 1930er Jahre geboren wurde, geschildert: &amp;bdquo;Ziel eines jeden Teilnehmers war es, die Maarfla in die Tola zu befördern. Dabei war wichtig, die Maarfla des Gegners aus der Ziellinie zu entfernen, um für die eigene Maarfla freie Bahn Richtung Tola zu schaffen. Jener, welcher auf diese Weise als erster seine Maarfla in die Tola gmaarflot hatte, war Sieger.&amp;ldquo;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im oberen Bereich des Spielfelds (ca. 3 x 1.5 m) wird ein rundes Loch (Tola) von ca. 10 cm Durchmesser ausgehoben und am unteren Feldrand ein Strich als Abschussmarkierung gezogen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jeder Spieler versucht, in einem ersten Wurf von der Abschussmarkierung aus seine Murmel möglichst nahe die Tola zu werfen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer mit seiner Murmel am nächsten der Tola ist, darf die zweite Runde beginnen. Nun wird die Wurftechnik umgestellt: Vom Standort der Murmel wird eine Handspanne abgemessen. Mit der anderen Hand wird die Murmel zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und Richtung Tola gespickt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sobald ein Spieler die Tola getroffen hat, darf er mit seiner Murmel jene der Mitspieler abschiessen. Diesmal misst er eine Handspanne vom Tola-Rand und zielt auf eine gegnerische Kugel. Trifft er sie, darf er zum nächsten Schuss ansetzen, und der Gegner scheidet aus. Vor jedem Wurf wird stets vom Murmelstandort aus eine Handspanne abgemessen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sieger ist jener, dessen Murmel am Schluss übrig bleibt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wird eine Kugel von einer gegnerischen getroffen und fällt in die Tola, scheidet sie aus, auch wenn die gegnerische Murmel zuvor noch nicht in der Tola war und damit noch nicht abschussberechtigt ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rull, Rull cho&lt;/strong&gt; besagt, dass entweder eine stehende Murmel versehentlich durch den Schuh eines Gegners berührt wird oder aber, dass die Maarfla auf ihrer Wurfbahn den Schuh eines Gegners berührt. Im ersteren Fall konnte nicht mehr in Erfahrung gebracht werden, welche Konsequenzen daraus gezogen wurden. Im letzteren Fall darf der Wurf wiederholt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwischenrufe vor Wurfbeginn des Gegners erschweren das Spiel, so z. B.:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verbot fer z wischu &amp;nbsp;(Wischen verboten!)&amp;ndash; Der Zielende darf keine störende Gegenstände wie z.B. Steinchen wegwischen. Verbot fer Tolugägger, Tolugägger, naa cho schöne Ruck (&lt;strong&gt;Tolugägger&lt;/strong&gt; oder &lt;strong&gt;Toluhocker&lt;/strong&gt; wurde jener beschimpft, der sich nicht vom dem sicheren Ziel weg wagte, also defensiv spielte und die Gegner zur Tola &amp;ndash; dort mussten sie ja zuerst hin, wenn sie die anderen besiegen wollten- kommen liess um sie dann aus sicherer Distanz abzuschiessen.) &amp;ndash; Der Zielende darf mit seiner Kugel nicht auf dem Tola-Rand sitzen bleiben, sondern muss Richtung eines Gegners zielen (auch wenn dies aussichtslos erscheint.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verbot fer z moorzgu; nit naamoorzgu (&lt;strong&gt;moorzgu&lt;/strong&gt; = zwängen, erzwingen vgl. ein Murks): Es darf beim Werfen nicht geschummelt werden (z.B. indem die Handspanne nicht genau ab Murmelstandort gemessen wird, übertreten etc.).&lt;/p&gt;

&lt;h5 class=&amp;quot;accordeon_title_selector&amp;quot;&gt;(vgl. auch: &lt;a href=&amp;quot;http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=13450&amp;amp;edit=0&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=13450&amp;amp;edit=0&lt;/a&gt;)&lt;/h5&gt;

&lt;h5 class=&amp;quot;accordeon_title_selector&amp;quot;&gt;Markus Pfaffen:&amp;nbsp; Ausserberg. Kultur im Dorf. Spiele und Spielen im 20. Jh. in Ausserberg. Herausgabe anlässlich der 3. Heimattagung 22. &amp;ndash; 24 August 2003. Heft Nr. 3&lt;/h5&gt;

&lt;h5 class=&amp;quot;accordeon_title_selector&amp;quot;&gt;VS, 13. 08. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/planu-69</link>
			<title>Planu</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Personen:&lt;/strong&gt; 8 und mehr&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Material:&lt;/strong&gt; Stock oder Kreide&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ort:&lt;/strong&gt; im Freien mit guten Versteckmöglichkeiten&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Plaanu&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;wurde von Mädchen und Knaben vielfach an Sonntagnachmittagen gespielt. Als Spielfeld dienten grössere Gebäudeansammlungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Spiel kam ca. in den 1950er Jahren auf und verschwand etwa anfangs der 1970erJahre. Einzig in Fischersbiel wurde es auf Anstoss von auswärts bereits ab ca. Ende der 1930erJahre ausgeübt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die nachfolgend beschriebene Variante wurde in Ausserberg in den 1960erJahren gespielt.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Edwin Pfaffen:&amp;nbsp; Ausserberg. Kultur im Dorf. Spiele und Spielen im 20. Jh. in Ausserberg. Herausgabe anlässlich der 3. Heimattagung 22. &amp;ndash; 24 August 2003. Heft Nr. 3&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 13. 08. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/tschaeraetu-68</link>
			<title>Tschärätu</title>
			<description>&lt;p&gt;Wettspiele zwischen zwei Gemeinden wurden selten ausgetragen. Die Burschen der drei äussern Gemeinden gingen wohl bisweilen bis nach Blatten und die Blattner bis nach Ferden; doch schaute man in der Regel bei der Auswahl der Spieler nicht auf ihre Dorfzugehörigkeit. Dies hatte gewiss den Vorteil, dass bei Zwistigkeiten infolge eines umstrittenen Schlages keine Dorfrivalitäten aufkommen konnten. Die Zahl der Mitspieler war unbegrenzt. Wer Lust hatte, machte mit, Burschen und Verheiratete, Ledig und Vrwant&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt;. Zuerst mussten zwei annähernd gleich starke Parteien gebildet werden. Das Auslosen ging gleich vor sich wie beim Zielball. Ebenso wurde die Partei bestimmt, welche zuerst schlagen durfte. Bei ungleicher Parteistärke durfte auch hier ein Spieler für zwei spielen. Doch durfte dies nicht immer der beste sein.&lt;br /&gt;
Vorerst musste noch das Riis &amp;laquo;abgemarcht&amp;raquo; werden. Dies besorgten die Fengr, Fängerpartei. Das Spielfeld sollte möglichst eben sein und hinten leicht ansteigen; wo sich seine Begrenzung nicht durch die vorhandenen Wasserleitungen, Siänä, ergab, wurde diese durch Holzpflöcke, Schwirna, oder durch Steine gekennzeichnet. Die Pflöcke wurden in Abständen von 8 bis 10 Schritt in den Boden getrieben. Das Riis war in seiner ganzen Länge 30 bis 35 m breit; die Länge richtete sich nach der Zahl der Mitspieler. Inzwischen hatten die Schlegr, Schlägerpartei, den Tsiggn, Bock, aufgestellt. Eine drei bis vier Meter lange Latte von 8 bis 10 cm Durchmesser wurde mit dem dickem Ende auf einen in die Erde getriebenen Pfahl aufgenagelt. Das dünnere Ende lag auf dem Boden und wurde mit Steinen beschwert, damit sich die Latte beim Schlagen nicht verschieben konnte. Der Schnittpunkt von Latte und Pfahl hiess d Mugga. Wo der Tschärät aufgesetzt wurde, war die Latte leicht abgeplattet. Der Bock wurde mit Vorliebe auf einer Bodenerhöhung hergerichtet. Auf der Zelg in Wiler stand er auf einem Hügel, der noch heute Tschäräthubl heisst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Wurfkörper, Tschärät, eine runde Holzkugel von ungefähr 5 cm Durchmesser, wurde aus einem knorrigen Wurzelstück oder aus einem Ahornauswuchs, Buks, zurechtgeschnitten; nur selten wurde der Drechsler dazu angegangen&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;. Die Abfangschindel, Tschärätbriid, und der Schlagstock, Tschärätschtäkn, waren Eigentum jedes Spielers. Die Schindel war ein 30 bis 40 cm breites, ungefähr 70 cm langes und 3 - 4 cm dickes Brett aus Tannen- oder Lärchenholz. Ein guter Stock sollte etwas länger sein als der Spieler selbst. Man schnitt die Stöcke aus Eschenholz, Erlenstauden; auch tannene und lärchene Stöcke galten als gut. Während der Bock und die Grenzpflöcke das Frühjahr nicht überlebten, warteten Tschärät, Schlagstöcke und Bretter hinter der Haustüre auf die nächste Spielsaison.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Waren alle Vorbereitungen getroffen, konnte das Spiel beginnen. Die Fänger verteilten sich möglichst gleichmässig im Spielfeld: Die schwächeren Spieler blieben an der vordern Grenzlinie, wo weniger Schläge zu erwarten waren; in der Mitte und in der zweiten Hälfte stellten sich die besten Fänger auf, weil hier die gefährlichsten Bälle landeten. Die Bretter wurden an einem Ende seitlich angefasst und schützend vor den Körper gehalten. Nur selten waren sie mit einem Griff versehen. Die Schlägerpartei stellte sich beim Bock auf. Spieler um Spieler versuchte den Holzball mit kräftigem Stockschwung so in den Spielraum hinauszuschlagen, dass er von den Gegnern nicht aufgefangen werden konnte. Zu diesem Zweck war jede List erlaubt. Man schlug mehrmals über den Wurfkörper hinweg, um im günstigen Augenblick den Ball dorthin zu jagen, wo das Feld am schwächsten besetzt war. Vor allem galt es, die besten Fänger durch häufigen Wechsel von Schlaglänge und Schlagrichtung zu wiederholtem Positionswechsel zu zwingen und so zu ermüden. Standen die guten Spieler in der Feldmitte, flog der Ball in die Ecken; waren sie weiter vorne, schlug man den Tschärät hoch ins Feld hinaus, äs Hochs. Geübte Fänger suchten solche Schläge durch Fäzzlun, Hochwerfen der Fangschindel, im Fluge abzufangen. Warteten die schlechten Fänger vorne, so schickten gewandte Schläger den Ball in Kopfhöhe ins Feld hinaus, äs Gschtrichis oder äs Gschlaikts nannte man einen solchen Ball. Je nach dem Schlag, den man ausführen wollte, nahm man mehr oder weniger Erde, um das Wurfgeschoss auf den Bock aufzusetzen3. Verboten war nur, den Tschärät zu weit nach vorne auf den Bock zu stellen. Oft stellten sich zwei Spieler, auf jeder Seite des Bockes einer, zum Schlag bereit, um die Gegner im Ungewissen zu lassen, wer eigentlich schlagen würde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein älterer, angesehener Mann überwachte von der vordern Grenze des Spielfeldes aus, das Spielgeschehen und notierte mit scharfem Messer auf einem dreikantigen Scheit, Schnäts, die Punkte der Schlägerpartei. Für jeden guten Schlag schnitt er eine Kerbe, ä Hick, in das Scheit&lt;sup&gt;4&lt;/sup&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jeder Schlag, der links oder rechts vom Spielfeld oder zwischen Bock und Spielraum niederfiel, än Mugga, war ungültig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Drei solche Schläge hintereinander bewirkten das Ausscheiden des Spielers&lt;sup&gt;5&lt;/sup&gt; - er war vrdoorbn. Wurde die Holzkugel mit einer Schindel abgefangen, musste der Schläger ebenfalls abtreten er war aab. Jeder Tschärät, der im Spielfeld zu Boden fiel, ohne dass er aufgefangen wurde, war gut, äs Giätli, und zähte einen oder zwei Punkte. In Blatten zählte ein Schlag sogar drei Punkte, wenn er einen Fänger auf den Körper traf, wohl eine Strafe für seine Ungeschicktheit. A&amp;#39;s hed ni vrbrennd, sagte man. Dies war für den Betroffenen eine Schande. War jeder Spieler der Schägerpartei &amp;quot;abgetan&amp;quot;, wechselten die Rollen. Bei jedem guten Schlag der zweiten Partei schnitt der &amp;quot;Schreiber&amp;quot; eine Kerbe der ersten Partei weg. Sobald die Parteien punktgleich waren, wurde der nächste Schag als Gwinnstreich angezeigt. War er gut, so endigte damit das Spiel, da ja das Punktemehr erreicht war. Ranglisten wurden nicht erstellt; doch waren die besten Fänger und Schläger jeweils in der ganzen Pfarrei bekannt&lt;sup&gt;6&lt;/sup&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach dem Spiel ass man in der Gemeindestube gruppenweise aus runden Holzschüsseln giblaati Niidlu, Schlagrahm. Der Nidel musste von den Verlierern bezahlt werden, das Weissbrot, das man einbrockte, stifteten die Gewinner. Und wenn sich die Töchter noch mit an den Tisch setzten, so dauerte die Geselligkeit oft bis in die späte Nacht hinein&lt;sup&gt;7&lt;/sup&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;In Blatten mussten die beiden Schortunmänner beim Auslosen zwei Grashalme ziehen. Wer den längern Halm zog, durfte zuerst auswählen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;In Kippel machte man vor vielen Jahren einen Versuch mit einem richtigen Hornuss, den Herr Kunstmaler Nyfeler aus dem Emmental her besorgt hatte. Doch war dieser zu leicht und wurde bis mitten ins Dorf hinein geschlagen und konnte nicht wiedergefunden werden.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Der Tschärät musste in jedem Fall mit etwas Erde, Land- auf den Bock gesetzt werden, sonst wäre er heruntergefallen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;In Blatten war der Schnöts schon vor vielen Jahren durch Papier und Bleistift verdrängt worden.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Beim dritten Fehlschlag begannen alle Fänger zu krächzen wie die Raben, um den Schläger zu verhöhnen - mu hed grappud.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Berühmte Schläger aus Kippel waren Josef Meier, Josef Murmann dr ChaschtlaJosab genannt - und Stefan Murmann, dr Chaschtla-Stäffa - ein Bruder des vorigen. Letzterer soll den Tschärät einmal über ein zweistöckiges Haus hinüber geschlagen haben, das ca. 100 m vom Bockentfernt war.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wie mir ein alter Gewährsmann aus Wiler, der vor 10 Jahren ca. 8O jährig gestorben ist, zu berichten wusste, wurde vor vielen Jahrzehnten beim sonntäglichen Tschärätspiel auch getanzt. Die ledigen Burschen der Schlägerpartei drehten sich mit den Dorfschönen zum Takt einer Mundharmonika. Er hatte es als Schulbub selbst mitangesehen. Tatsächlich heisst eine Wiese in unmittelbarer Nähe des Tschärätplatzes auf der Zelg in Wiler noch heute dr Tanzbobm.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;h5&gt;Markus Seeberger&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS. 23. 3. 2011&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/spiele-im-freien-66</link>
			<title>Spiele im Freien</title>
			<description>&lt;h2&gt;AUFKOMMEN UND NIEDERGANG VON SPIELEN&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Fangspiele wie &amp;laquo;&lt;strong&gt;Tschäggolöüffu&lt;/strong&gt;&amp;raquo; oder Versteckspiele wie &amp;laquo;Totschkaaltu&amp;raquo; vermochten sich in Ausserberg durch das ganze 20. Jh. hindurch bis heute zu erhalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Andere Spiele für Kinder und Erwachsene verschwanden ganz und wurden durch neue abgelöst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Mann mit Jahrgang 1928 erinnert sich vom Hörensagen daran, wie im Haus seiner Grosseltern von Erwachsenen noch &amp;laquo;&lt;strong&gt;gitroggot&lt;/strong&gt;&amp;raquo; worden sei (Spiel mit Tarock-Karten, die den Jasskarten ähnlich sind). Die Regeln des Spiels seien ihm aber unbekannt. Ein anderer Mann, der in den 191Oer Jahren geboren wurde, kann sich noch erinnern, wie sein Grossvater die &lt;strong&gt;Troggu&lt;/strong&gt;-Karten zum Burgertrunk mitnahm; auch er kann über den Spielablauf nichts Näheres sagen. Ganz offensichtlich geriet das &amp;laquo;Troggu&amp;raquo; in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Ausserberg ausser Gebrauch, so dass heute sogar ältere Leute die Spielregeln nicht mehr wiedergeben können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Grosserer Beliebtheit unter Jugendlichen erfreute sich das &lt;strong&gt;Eggballu&lt;/strong&gt;, später auch &lt;strong&gt;Standballu&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;genannt. Bei einer der Varianten wurden zwei Gruppen (mit meistens je 4 Personen) gebildet, wobei eine Gruppe ihre Spieler auf die Eckpunkte Platzes verteilte und sich jene der anderen Gruppe auf dem Platz aufstellten. Die Eckspieler versuchten, die Spieler auf dem Platz mit einem Ball zu treffen. Wer getroffen wurde, schied aus. Nach dem Ausscheiden aller Platzspieler tauschten die Gruppen ihre Standorte und das Spiel begann von Neuem. Eggballu oder Standballu kam ungefähr in den 1920erJahren auf und verschwand in den 1960er Jahren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bis ca. in die 1950er Jahre wurde von Kindern und Jugendlichen auch das Sautreiben, &lt;strong&gt;Suwwtriibu&lt;/strong&gt; gespielt. Bei einer der verschiedenen Spielvarianten befand sich in der Mitte des Spielfeldes eine kleine Grube, um die sich die eine der Spielerinnen als Abwehr postierte. Die restlichen Spielenden mussten ersuchen, die Sau &amp;nbsp;&amp;ndash; z.B. eine zerdrückte Blechdose &amp;ndash; mit Stecken an den Abwehrspielern vorbei in die Grube zu schlagen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einzelne Spiele waren auch sehr lokal oder auf einen kleinen Personenkreis begrenzt. In Fischersbiel (Weiler von Ausserberg) &amp;nbsp;spielten in den 1930er Jahren zwei Kinder Schneeschmelzen, &lt;strong&gt;Schneeschmelzu&lt;/strong&gt;. Dabei wurde Schnee auf die Mäuseplatten eines Stadels gehäuft und darunter verschiedene Gefässe aufgestellt. Wer am Schluss mehr Wasser &amp;nbsp;in seinem Behältern hatte, war Sieger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beim &lt;strong&gt;Puppenspielen&lt;/strong&gt; waren einfache Materialien gebräuchlich. Eine Frau, die Mitte der 1920er Jahre geboren wurde, erwähnt, wie sie Steine als Puppen benutzt und diesen Tücher oder Lumpen als Kleider umgelegt habe. An Puppen aus Breitwegerich erinnert sich eine Frau mit Jahrgang 1949: Breitwegerich herausziehen und verwundert feststellen, welches ,Püppchen&amp;#39; die längsten Haare hat. Die Wurzeln waren die Haare. Die wurden gwaschehen und gekämmt und zu verschiedenen Frisuren geschnitten. Die Seitblätter bildeten Arme und Beine. Aus Baumblättern machten wir Kleider für die Püppchen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch &lt;strong&gt;Spielzeugautos&lt;/strong&gt; wurden auf einfache Weise hergestellt. Ein Mann, geboren 1954, berichtet, wie ihm ein grob zugeschnitzter Holzklotz mit Biltschardbüchse (einer Sardinenbüchse ähnlich, aber grösser) als Jeep mit Anhänger diente. Derselbe Mann erinnert sich auch an sein erstes Spritzgussauto, einen Range Rover.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Wechsel vom handgefertigten Jeep zum Spritzgussauto widerspiegelt sich auf anschauliche Weise die Verdrängung der traditionellen Spiele und Spielzeuge durch moderne Konsumware. Diese gewann besonders seit den 1960er Jahren immer mehr an Bedeutung in der Welt der Kinder und Jugendlichen in Ausserberg. Vor allem Spielwaren aus Kunststoff wie Kunststoffautos, -figuren, -eimer, -sandkuchenformen fanden Einzug in Kinderzimmer und Sandkästen - Einrichtungen, die sich im Zuge neuer Wohnbauten ebenfalls in den 1960er Jahren stark auszubreiten begannen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verschiedene Veränderungen, die sich bereits während der 1950er Jahre ankündigten, erfuhren in den 1960er Jahren ihren Durchbruch. Angesprochen wurden bereits die zunehmende Freizeit der Kinder sowie die vermehrten Freizeitgestaltungsmöglichkeiten durch die Eröffnung der Talstrasse. Durch die Ausbreitung der Lohnarbeit in Gewerbe, Industrie etc. anstelle der bäuerlichen Betätigung kam aber auch mehr Bargeld in Umlauf. Der Kauf von Spielsachen wurde selbstverständlicher und durch die Strassenverbindung mit Visp (Einkaufsmöglichkeiten) auch einfacher.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die veränderten Rahmenbedingungen konkurrenzierten die traditionellen Spiele immer mehr und verdrängten diese dann nach und nach und nach.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Edwin Pfaffen:&amp;nbsp; Ausserberg. Kultur im Dorf. Spiele und Spielen im 20. Jh. in Ausserberg. Herausgabe anlässlich der 3. Heimattagung 22.&amp;nbsp;- 24 August 2003. Heft Nr. 3&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 13. 8. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/soziales-wirken/spiel/troggu-65</link>
			<title>Troggu</title>
			<description>&lt;p&gt;Von Norditalien herkommend und im 18. Jahrhundert in Europa weit ver&amp;shy;breitet, wurde das Wissen um &amp;quot;Troggu&amp;quot; allmählich spärlicher, die Karten verschwanden von den Stammtischen, aus den Alphütten und Stuben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Visperterminen konnte sich das Tarock-Spiel hingegen halten und wird auch heute noch von mehr als einer Handvoll Dorfbewohnern regelmässig praktiziert. Die leidenschaftliche &amp;quot;Troggerin&amp;quot; Renata Studer etwa trifft sich einmal im Monat mit anderen Frauen aus der Gemeinde zum &amp;quot;Troggu&amp;quot;. Studer erlebt derzeit eine Renaissance des Spiels - auch ausserhalb von Visperterminen. &amp;quot;In den vergangenen Jahren erlernten mehr als 100 Perso&amp;shy;nen sowohl aus dem Wallis als auch Feriengäste die Regeln des &amp;quot;Troggu&amp;quot; bei mir und meinem Team&amp;quot;, zeigt sich Studer zuversichtlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie kenne das Spiel schon von klein auf, sei damit aufgewachsen. &amp;quot;Meine Grosseltern haben mir das (Troggu) damals beigebracht und immer wieder langten wir anstatt zu den Jass- zu den Tarot-Karten. In einigen Terbiner Familien wurden Regeln sowie Spielpraxis von Generation zu Generation weitergegeben, sodass im Dorf immer irgendwo gespielt wurde&amp;quot;, erinnert sich Studer, die &amp;quot;Troggu&amp;quot; im Oberwallis keinesfalls totsagt. Zumindest in Visperterminen gebe es neben ihrer Frauenrunde auch einige andere Gruppen, die dem Tarock-Spiel die Stange halten würden. Auch zu be&amp;shy;sonderen Anlässen im Dorf, etwa zum &amp;quot;Trüüch&amp;quot; oder zu verschiedenen Vereinstreffen, werden die Tarot-Karten hervorgenommen und Personen von Jung bis Alt mischen mit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Obschon man beim &amp;quot;Troggu&amp;quot; auch Trumpfkarten, die sogenannten &amp;quot;Trog&amp;shy;ge&amp;quot;, sowie Leerkarten und Leihen kennt, ist das Tarock-Spiel kein Pendant zum zünftigen Jass. Das Kartenspiel beinhaltet insgesamt 78 Blatt, von denen in Visperterminen 62 verwendet werden. Anstatt Pik, Kreuz, Herz und Karo sind die Karten in Schwerter, Stäbe, Kelche und Rosen unterteilt. &amp;quot;Verwirrend kann sein, dass neben den Figurenkarten König, Königin und Bube auch ein Ritter vorkommt, der mit drei Punkten zwischen Königin und Bube rangiert&amp;quot;, weiss Studer: Für fachkundige anders, dürften auch die mit römischen Ziffern durchnummerierten 21 &amp;quot;Trogge&amp;quot; sein, die als ständige Trumpfkarten dienen. Sympathisch macht das Spiel obendrein, dass der Narr die höchste und wertvollste 22igste Trumpfkarte ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Terbiner spielen eine regionale Variante des Tarot-Spiels, das Tapp&amp;shy;Tarock. Ähnlich dem &amp;quot;Blind&amp;quot; beim Jassen werden einige der gemischten Karten versteckt als &lt;strong&gt;&amp;quot;Tapp&amp;quot;&lt;/strong&gt; beiseite gelegt. Der Reihe nach entscheiden die Mitspieler nach dem Austeilen, ob diese den verdeckten Stapel aufnehmen möchten. Wer das wagt, darf die aufgenommenen Karten mit dem Blatt in der Hand ergänzen und spielt anschliessend gegen alle anderen. Erreicht der mit dem &amp;quot;Tapp&amp;quot; ausgestattete Einzelkämpfer mehr als die Hälfte der Punkte des gesamten Spiels, ist dieses gewonnen. In der bis zu siebenköp&amp;shy;figen Frauenrunde, in der auch Renata Studer einsitzt, wird immer auch um ein paar Centimes gespielt, die dem Gewinner von allen Verlierern geschuldet sind. &amp;quot;Die kleinen Geldbeträge machen das Spiel noch interes&amp;shy;santer, man überlegt sich einen Spielzug einmal mehr und der Siegeswille wird noch mehr entfacht&amp;quot;, beschreibt Studer den besonderen Reiz, geht es um symbolische Geldbeträge. Traut sich niemand der Mitspieler an den &amp;quot;Tapp&amp;quot; in der Tischmitte, spielen die Frauen &lt;strong&gt;&amp;quot;Misere&amp;quot;&lt;/strong&gt; und sollten möglichst keine Punkte auf ihr Konto einheimsen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für einige Karten entwickelten sich in Visperterminen im Verlauf der Zeit und während Generationen sehr besondere Namen. Dazu Renata Studer: &amp;quot;Der Gaukler wurde etwa vom französischen Wort (Bateleur) zum walliser&amp;shy;deutschen (&lt;strong&gt;Bogattji&lt;/strong&gt;).&amp;quot; Ähnlich erging es der Trumpfkarte &amp;quot;Die Welt&amp;quot; die vom französischen Wort &amp;quot;Le Monde&amp;quot; nun &amp;quot;Der Mund&amp;quot; heisst. Schmunzelnd fügt Studer an: &amp;quot;Interessant ist auch, dass es ehemals einen Papst im Tarock-Set gab. Dieser wurde irgendwann durch den Juno ersetzt.&amp;quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sowohl die aparten Karten als auch der historische Hintergrund des Spiels macht das &amp;quot;Troggu&amp;quot; für die geübte Spielerin Renata Studer so besonders. &amp;quot;Sobald man die Karten und die wichtigsten Regeln kennt, ist das Spiel eigentlich ganz einfach&amp;quot;, sagt sie beim Kartenmischen in einer urchigen Dorfbeiz. Flink werden danach die Karten gespielt, &amp;quot;Trogge&amp;quot; gezogen, der &amp;quot;Tapp&amp;quot; verschmäht oder geholt, Rappenstücke wechseln den Besitzer - &amp;quot;Troggu&amp;quot; ist lebendig, auf jeden Fall im Heidadorf.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Perrine Andereggen in: &amp;bdquo;Sport-Freizeit-Wellness&amp;ldquo;, Beilage zum Walliser Boten vom 29. März, 2013, S. 9.f.&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?action=get_file&amp;amp;id=39&amp;amp;resource_link_id=d0&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Spielanleitung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;vgl. auch&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Troggu&amp;quot;&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Troggu&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 2.4.13&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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