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		<title>Uf de Spure vane Walser | Virtuelles Walsermuseum</title>
		<link>https://www.walsermuseum.ch/?id=45</link>
		<description></description>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 17:55:54 +0200</pubDate>
		<category>Virtuelles Walsermuseum</category>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/literatur-124</link>
			<title>Literatur</title>
			<description>&lt;p&gt;Bilgeri, Benedikt: Geschichte Vorarlbergs, Bde. 2 u. 3 (1974)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Branger, Erhard: Rechtsgeschichte der freien Walser in der Ostschweiz. Diss. Bern (1905)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Budmiger, Georg (Hrsg.): Die Walser. Blider und Texte zur Walserkultur. Mit Beiträgen von Paul Zinsli, Georg Budmiger, Wilhelm Egloff und Peter Liver. Verl. Huber, Frauenfeld, 1982&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bundi, Martin: Zur Besielungs- und Wirtschaftgeschichte Graubündens. Calven Verlag, Chur(1982)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Carlen, Louis: Die Erforschung des Rechts der Walser. In: Atti (1990)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;HbGR = Handbuch der Bündner Geschichte, 4 Bde. (2000)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hess, Klaus: Die Davoser Holzräderuhr &amp;ndash; Ura Tavo. Uhrensammlung Kellenberger, Winterthur, 2010&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hitz, Florian: Walser, Burgen Adel. Jahresbericht der Walsevereinigung Graubünden (2001, S. 48&amp;ndash;104)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ders.: Walser Recht und Walser Freiheit. Wir Walser 2/2011, S. 19&amp;ndash;30&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Issler, Peter: Geschichte der Walserkolonie Rheinwald. Diss. Zürich (1935)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kreis, Hans: Die Walser. Ein Stück Siedlungsgeschichte der Zentralalpen. 2. Aufl., Francke AG Verlag Bern, 1966&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Liver, Peter: Mittelalterliches Kolonistenrecht und freie Walser in Graubünden (1943) und weitere Beiträge zum Walserrecht in: Abhandlungen zur schweizerischen und bündnerischen Rechtsgeschichte, Calven Verl. Chur 1970&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Muraro, Jürg L.: Die Freiherren von Vaz und ihre Walserkolonien (1990)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meyer, Werner et al. Heidenhüttli. Schweiz. Burgenverein Basel, Basel 1998. Giätrich: S. 174-201&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Rizzi, Enrico: Geschichte der Walser. Fondazione Enrico Monti, Anzola d’Ossola. 1993.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ders.: Walser Regestenbuch 1253&amp;ndash;1495. Fondazione Arch. Enrico Monti, Anzola d’Ossola, Novara, 1991&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;La Rosée, Silke: Alte Freiheit in neuem Licht: War Walserrecht Kolonistenrecht? Wir Walser 2/1011, S. 5&amp;ndash;18&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schmid, Volmar: Einige Gedanken zum Walliser- und Walserdeutschen. Wir Walser 2/2011, &amp;nbsp;S. 31&amp;ndash;41&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Waibel, Max: Unterwegs zu den Walsern, Verlag Huber, Frauenfeld, 2003&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Walser Dialekte in Oberitalien in Text und Ton. Begleittexte zu den Sprechplatten des &amp;nbsp;Phonogramm-Archivs der Universität Zürich. Bearb. Fritz Gysling und Rudolf Hotzenköcherle. Verlag Huber Co, Frauenfeld, 1952&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Werlen, Iwar u. a.: Der zweisprachige Kanton Wallis, Rotten Verlag, Visp 2010&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zinsli, Paul: Walser Volkstum, Verlag Bündner Monatsblatt, Chur, 7. Aufl., 2002&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/sprache-122</link>
			<title>Sprache</title>
			<description>&lt;p&gt;In den meisten Südwalser Orten ist die Walsersprache verklungen. Die Einbindung in den italienischen Nationalstaat im 19. Jahrhundert, der Zusammenbruch des Verkehrs über die Alpenpässe, der Bau der Talstrassen, der Anschluss an die oberitalienischen Versorgungsnetze und an die italienische Medienwelt, der Sachwandel und die Technisierung, und der Tourismus, das alles waren Faktoren, die im Sprachwechsel-Prozess eine wichtige Rolle gespielt haben. Und nicht zu vergessen: Die Welt, welche die Walsersprache in Worte fasste, nämlich die Berglandwirtschaft, ist praktisch verschwunden. In den Walsersiedlungen nördlich des Alpenkammes wurde &amp;ndash; von ganz wenigen Gegenden abgesehen &amp;ndash; immer deutsch gesprochen. Nur ganz wenige Orte im Vorderrheintal haben zum Rätoromanischen gewechselt, darunter Tschamut, Mompé-Medels südlich von Disentis und Fidaz oberhalb Flims.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit der Anbindung entlegener Orte an das Strassen- und Eisenbahnnetz im 19. Jahrhundert geriet die Walsersprache unter Druck anderer deutscher Mundarten. Wegen des Pendelns zu auswärtigen Arbeitplätzen, arbeitsbedingten auswärtigen Wochenaufenthalten, Ehen mit nicht der lokalen Sphäre entstammenden Personen, Zuzügern in Tourismusgebieten und Kontakten zu Feriengästen läuft ein Sprachwandel ab, der auch vor den typischen Merkmalen der Walsersprache nicht Halt macht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zusammenfassend darf man sagen: Die Walserkultur durchlief in den 40 Jahren zwischen 1960 und 2000 einem grösseren Wandel als in der gesamten 700-jährigen Geschichte davor. Diese Entwicklung ist allerdings nicht nur kennzeichnend für die Walsergebiete. Mit der Intensivierung der Kontakte zum Unterland haben neue Lebensformen, neue Produktionsmethoden und neue Wirtschaftszweige überall im Berggebiet Einzug gehalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=10&amp;quot;&gt;Mehr im Bereich &amp;quot;Sprache&amp;quot;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21. 9 .11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/die-walserkultur-121</link>
			<title>Die Walserkultur</title>
			<description>&lt;p&gt;Weil die Walser alle aus dem Wallis stammen, ist damit zu rechnen, dass es Elemente einer Walserkultur gibt, die von den Auswanderern in die neuen Siedlungen mitgenommen und ihrer Nackkommenschaft überliefert wurden. Doch hat die Anpassungsfähigkeit der Kolonisten an ihre neue Umwelt, ihr Einfallsreichtum bei der Bewirtschaftung der neuen Gebiete und die Übernahme fremden Kulturguts im Laufe der Jahrhunderte bewirkt, dass sich in Walsergebieten Sondergemeinschaften herausgebildet haben, deren Eigenheiten im Baustil, im Brauchtum, in der Sachkultur und in der Arbeitstechnik zum Ausdruck kamen. Zur Abgrenzung des Walser Volkstums taugen diese allerdings nicht, denn sie gelten entweder nicht für alle Walsersiedlungen oder sie gehören zum Gemeingut vieler Bewohner im Alpenraum. Das trifft zu für die Einzelhof-Siedlung wie für das Walserrecht, für die Einzelsennerei, für die Kornhiste und die Heinze (= hölzernes Gestell, an welchem das Gras zwecks schnelleren Trocknens aufgehängt wurde) und viele andere Gerätschaften und Werkzeuge, für das Walserhaus wie für den Speicher auf Stelzen. Der urtümlichen Walliser Spycher auf Stelzen mit &amp;laquo;Mäuseplatten&amp;raquo; ist im Wallis und in den italienischen Walsergebieten bekannt. In der Landschaft Davos und im französischen Vallorcine aber gibt es Pfostenspeicher ohne Steinplatten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;laquo;Im Summer gangendsch z Alp mit de Chiene und im Winter machendsch schi niit!&amp;raquo;&lt;/strong&gt;,&amp;nbsp;urteilten die Prättigauer Talleute in freundnachbarlichem Spott über ihre Walser Landsleute. Ganz so war es allerdings nicht. Denn Häuser, Möbel, Werkzeuge, die hölzernen Gefässe für die Milch- und Landwirtschaft und Spielzeug stellten die Walser selber her und trieben gelegentlich Handel damit. Wahre Meisterwerke sind die von einem Davoser Walsergeschlecht hergestellten Wanduhren mit hölzernen Laufwerken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum kulturellen Erbe gehören auch die Sprache, Sagen, Märchen und Legenden, Volkslieder, Sprichwörter, Lieder und Kinderreime. Auch die Benennungen der Fluren, die Familiennamen und die Ausdrucksformen der volkstümlichen Frömmigkeit und Volksglaubensvorstellungen sowie die Trachten zählen dazu.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/walsersiedlungen-im-zeitlauf-123</link>
			<title>Walsersiedlungen im Zeitlauf</title>
			<description>&lt;p&gt;Siedlungen in privilegierten Lagen wurden zu beliebten Ferien- und Ausflugsdestinationen, so Galtür, Lech, Davos, Macugnaga, Alagna, Gressoney und weitere. Andere schlagen sich recht bescheiden durch, wieder andere kämpfen ums Überleben oder sind von der Landkarte verschwunden, etwa Stürfis, das die Kleine Eiszeit (1560 bis 1850) nicht überlebte.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/den-lebensunterhalt-auswaerts-verdienen-120</link>
			<title>Den Lebensunterhalt auswärts verdienen</title>
			<description>&lt;p&gt;Schon früh stellten sich Ernährungsengpässe ein. Bereits ab dem 15. Jahrhundert wanderten Südwalser saisonal Richtung Deutsche Schweiz und Süddeutschland ab: Die Gressoneyer als Krämer (zuerst als Hausierer, dann als Geschäftsleute), die Presmeller aus dem obersten Sesiatal als Baumeister und Maurer. Einer von ihnen war Anton Isenmann, der das Luzerner Rathaus erbaute (1602-1606); ein anderer Ulrich Ruffiner, Erbauer der Kirche von Raron und der Kinnbrücke bei Stalden (1544/45). Männer aus Issime arbeiteten als Maurer vor allem in Frankreich und in der Westschweiz, die Rimaer waren Spezialisten in der Herstellung von Kunstmarmor; Rimeller taten sich als bildende Künstler (Stukkateure und Maler) hervor. Männer aus Macugnaga arbeiteten im Bergbau rund um die Welt, andere traten als Poliker und als Unternehmer in Erscheinung. Die Bauernarbeit lastete auf den Schultern der Frauen. Kinder und vielleicht Knechte waren ihre Helfer. Das blieb so bis zur Aufgabe der durch die Emigration gestützten Selbstversorgungswirtschaft im 20. Jahrhundert.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/am-monte-rosa-und-im-pomatt-119</link>
			<title>Am Monte Rosa und im Pomatt</title>
			<description>&lt;p&gt;Die Walsersiedlungen um den Monte Rosa und im Ossolatal unerscheiden sich schon äusserlich von jenen des Ostens. Fast immer handelt es sich um ursprüngliche Weiler- und Dorfsiedlungen, die an sicheren Lagen in der Talsohle und auf Hangterrassen angelegt wurden. Diese Siedlungsform war den Auswanderern schon aus dem Wallis vertraut, entspricht aber auch jener ihrer neuen romanischen Nachbarn. Gewirtschaftet wurde in der Regel zentral. Während aber die Pomatter und Macugnaga Walser &amp;ndash; wie die meisten Ostwalser &amp;ndash; Wohnhaus und Wirtschaftsbauten, getrennt hielten, gaben bei den Südwalsern Mehrzweckbauten den Ton an, womit gesagt ist, dass von einem Walserhaus im Sinne eines altererbten Gebäudes keine Rede sein kann.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21. 9. 11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/die-wirtschaft-der-ostwalser-117</link>
			<title>Die Wirtschaft der Ostwalser</title>
			<description>&lt;p&gt;Ohne intensive Heuwirtschaft und mehrmonatige Stallfütterung wäre das ganzjährige Überleben in den hochgelegenen &amp;laquo;Wildnussen&amp;raquo; im alten Rätien nicht möglich gewesen. Die ganzjährige Besiedlung durch die Walser&amp;nbsp; machte erst Sinn, als am Südfuss der Alpen und in Süddeutschland Viehmärkte entstanden waren, die wegen des Bevölkerungswachstums grossen Bedarf an Rindfleisch hatten. Schauplätze solcher Märkte waren etwa Chiavenna und Lugano im Süden, Kempten im Allgäu im Norden. Aber die Walser setzten nicht nur Rinder auf den fernen Märkten ab. Sie besuchten mit ihren Produkten, namentlich Vieh, Butter, Käse und Trockenfleisch auch die lokalen Märkte, wo sie sich aus dem Erlös jene Güter kauften, die sie selber nicht herstellen konnten. Ganz oben stand das für die Viehwirtschaft, die Konservierung von Fleisch und die Herstellung von Käse unentbehrliche Salz. Weiter kauften sie Brotgetreide, Reis, Kastanien, Wein, Eisen und Leder. Auch den Pfeffer der in Walser Lehensverträgen als Zins erwähnt wird, besorgten sie auf den Märkten &amp;ndash; durchaus keine abwegige Abgabe, wenn man im Auge behält, dass die Walser im Rheinwald ihren Unterhalt schon früh mit der Säumerei über Splügen und S. Bernardino verdienten. Als 1473 die Via Mala für Wagen und Schlitten passierbar gemacht wurde, brach eine Epoche an, über die Peter Issler in seiner Dissertation &amp;laquo;Geschichte der Walserkolonie Rheinwald&amp;raquo; (1935), schrieb, &amp;laquo;dass sich der Rheinwalder Jahrhunderte hindurch sein Brot mit dem Pferd und nicht mit der Landwirtschaft verdient hat&amp;raquo;.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch sein wichtigstes Arbeitsgerät, die &amp;laquo;moderne&amp;raquo; Sense, die es möglich machte, aufrecht stehend in kurzer Zeit grosse Flächen zu mähen, kaufte der Walserbauer auf dem Markt. Als Marktbesucher und Händler vollzogen die Ostwalser schon früh den Wechsel von der Tausch- zur Geldwirtschaft. Letztere schuf die Voraussetzung dafür, dass die Walser die zu Erblehen ausgegebenen Güter den verarmenden, unter der Geldentwertung leidenden, Herren abkaufen konnten.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Höfe der nach Graubünden und Vorarlberg eingewanderten Walser und ihrer Nachkommenschaft waren Einzelhöfe mit geschlossener Flur, denn die Wiesen- und Weidewirtschaft des Viehzüchters und Hirtenbauern verlangte nach einer zusammengefassten Wirtschaftsfläche. Gewirtschaftet wurde dezentral. Zur Einsparung längerer Transportwege lagerte der Walser Bauer das im Sommer auf den Mähwiesen geerntete Heu in den über die Wiesen verstreuten Ausfütterungsställen, die gelegentlich über ein kleines Wohnteil verfügten. Im Winter suchte der Bauer diese Ställe mit dem Vieh auf. War der Heustock im einen verbraucht, zog er zum nächsten. Das Umherziehen mit Vieh und ev. Hausrat hiess in Graubünden&amp;nbsp;&lt;strong&gt;stella&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;roba&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;(= einstellen und umziehen), in Triesenberg&amp;nbsp;&lt;strong&gt;nahifaare&lt;/strong&gt;,&amp;nbsp;im Oberwallis&amp;nbsp;&lt;strong&gt;firefare, robe, firustellu&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;und in Lauterbrunnental&amp;nbsp;&lt;strong&gt;zigle&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Wirtschaftsleben spielte sich, je nach Höhe der Dauersiedlung, auf einer oder mehreren Stufen ab: Einstufig wird auf in die Alpregion vorgeschobenen Siedlungen gewirtschaftet, zweistufig dort, wo die Alpen oberhalb der Heimgüter liegen, und dreistufig, wo sich wegen grosser vertikaler Distanz die Maiensässzone einschiebt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die alten landwirtschaftlichen Strukturen sind verschwunden. Durch den Einsatz neuer Techniken wurde der Familienbetrieb zum Einmann-Betrieb und die Wirtschaft zentralisiert: Voll mechanisierte Ladewagen bringen das Heu zur Stallscheune, die an Grösse die alten Bauten um ein Mehrfaches übertrifft, oder das Gras wird in Siloballen gelagert. Auch vor der Alpwirtschaft machte die moderne Zeit nicht Halt. Die Einzelsennerei, bei welcher der Bauer oder die Bäuerin das Sennereigeschäft in der eigenen Sennereihütte betrieb, wurde durch den modernen Alpbetrieb abgelöst, bei welchem sich spezialisiertes Personal um das Vieh und die Milchverarbeitung kümmert.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Auswanderung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Als der Boden mit der Ausbreitung der Walser im ehemals rätischen Osten knapp und knapper wurde, bot sich als Ausweg die saisonale oder endgültige Auswanderung an. Bündner Walser standen als Söldner in fremden Diensten, lebten als Handwerker, Zuckerbäcker, Konditoren und Wirte über ganz Europa verstreut, andere wurden Farmer in Übersee. Männer aus dem liechtensteinischen Triesenberg und dem Vorarlberg hielten sich als Gipser, Steinhauer, Baumeister, Maurer und Handlanger in der Westschweiz und in Frankreich auf, andere zogen nach Amerika. In katholischen Gebieten, namentlich im Bündner Oberland, im Vorarlberg und in Galtür spielte im 19. und 20. Jahrhundert die Schwabengängerei eine wichtige Rolle. Aus dem walserischen Vals zogen jährlich 40-60 Kinder von 8 bis 15 Jahren nach Süddeutschland, um sich dort für alle Arbeiten in Haus, Garten und Feld zu verdingen. Neben einem kleinen Barlohn von 10 bis 50 deutschen Mark erhielten die Buben 1 Sonntagskleid, 1 Werktagskleid, 1 Paar Rohrstiefel, 2 Hemden, 1 Hut mit Gamsbart; die Mädchen 2 Kleider, 2 Blusen, 2 Paar Socken, 1 Paar Stiefel, gelegentlich noch ein Halstuch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Kinder waren den Sommer über, wie es im Montafon hiess, &amp;laquo;aus der Schüssel&amp;raquo;.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/beziehungen-116</link>
			<title>Beziehungen</title>
			<description>&lt;p&gt;Als im 16. Jahrhundert ausser Vals, St. Martin und Obersaxen alle Bündner Walsergemeinden die Reformation annahmen, blieb das nicht ohne Folgen auf das Verhältnis der Valser zu ihren Stammesgenossen in Safien und Rheinwald. Für die im 16. Jahrhundert schon nicht mehr als besondere Volksgruppe aufscheinenden Lötscher im Berner Oberland war der Entscheid Berns für die Reformation verbindlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alle anderen Walsergebieten blieben katholisch. Zwischen den Bewohnern des italienischen Macugnaga und den Leuten im Saastal waren die Beziehungen über Jahrhunderte besonders eng. Noch im 19. Jahrhundert wanderten viele Männer aus dem Saastal über den Monte Moro-Pass nach Macugnaga, arbeiteten dort in den Goldgruben, als Heuergehilfen oder als Bergführer und verheirateten sich mit einheimischen Frauen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klare Vorstellungen in Ehesachen hatten bis ins 19. Jahrhundert hinein die Walser im ossolanischen Antigoriotal. 1929 erklärte ein Einwohner aus Agaro-Agher: &amp;laquo;Derfeer in inschem Land, daa esch m Bruuch, das nid mochtu elecho in ussar di fiier Gmeinu: Pumat ond Oogschtu, Salei und Ager.&amp;raquo; (Früher war es in unserem Tal Brauch, dass nur Angehörige der vier Gemeinden Pomatt, Opso, Saley und Agher miteinander heirateten durften).&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/umgang-mit-dem-walserrecht-115</link>
			<title>Umgang mit dem Walserrecht</title>
			<description>&lt;h2&gt;Verlust des Walserrechtes&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das uneingeschränkte Walserrecht kannten fast nur die ersten Stammkolonien in Graubünden nämlich Davos und Rheinwald samt ihre Tochtersiedlungen Safien, Tenna und möglicherweise Vals &amp;ndash; in Vorarlberg zumindest anfänglich die frühen Gründungen Laterns und Uga. Die Leute von Avers und Tschappina bildeten zwar Gerichtsgemeinden, besassen aber&amp;nbsp; bezüglich der Ammannwahl nur ein Vorschlagsrecht. Oft verloren die Walser ihre Rechte wieder. Den Walsern am Tannberg und in Mittelberg und Riezlern im kleinen Walsertal etwa wurde das Walserrecht 1453 von Herzog Sigismund abgesprochen, weil die Walser zwei seiner Günstlinge verhafteteten und den Schlimmeren gefangen hielten. Im Montafon wurden die von Steuern befreiten Walser 1453 auf Grund der Klagen anderer Bevölkerungsteile durch einen Gerichtsspruch gezwungen, die auf neu erworbenen Gütern liegenden Lasten zu tragen und auf&amp;nbsp;&lt;strong&gt;&amp;laquo;ir fryheit und herkommen als Walser&amp;raquo;&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;zu verzichten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da die Steuerfreiheit auch im liechtensteinischen Triesenberg dazu führte, dass die Walser ihre Vermögen stets vermehren konnten, während die der übrigen Bevölkerung aufgebürdete Steuerlast bedingt durch die Konzentration des Bodens in den Händen der Walser immer drückender wurde, verordnete der Landesherr Graf Rudolf von Sulz im 16. Jahrhundert, die Steuerfreiheit der Walser sei fallen zu lassen, und ab dem frühen 17. Jahrhundert hatten die Walser dem Landesherrn die Fastnachtshenne abzuliefern, das Symbol der Leibeigenschaft schlechthin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verschiedentlich verzichteten die Walser freiwillig auf ihre Rechte, wenn sie ihre unwirtlichen Höhensiedlungen mit fruchtbareren Gefilden in Tallagen vertauschten, wo sie sich dem Flurzwang der Talorte zu unterwerfen hatten.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Walserrecht in italienischen Walsersiedlungen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die italienischen Walsekolonien kamen im 14. Jahrhundert unter die Herrschaft der zwei Herzogtümer Mailand und Savoyen mit der Gebirgskette zwischen dem Lys- und Sesiatal als Grenze. Abgesehen von Pomatt, das sich schon früh auf ein gutes Gewohnheitsrecht berufen konnte, ist über die rechtliche Stellung der italienischen Walsergebiete im Laufe der Jahrhunderte wenig bekannt. 1487 genehmigte Gian Galeazzo Maria Sforza, Herzog von Mailand, das von Pomatter Leuten verfasste, 60 Artikel umfassende &amp;laquo;Thalbuch&amp;raquo;, und 1493 wurde vom gleichen Herzog ein 20 Artikel beinhaltender Nachtrag anerkannt. Sowohl Macugnaga als auch die Siedlungen im Sesia- und im Lystal genossen mit der Zeit ein gewisses Selbstverwaltungsrecht, weil sie von der fortgeschrittenen Autonomie in benachbarten italienischen Gemeinden profitieren konnten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In allen Walsergebieten wurden bis ins 19. Jahrhundert hinein die persönliche Abhängigkeit aufgehoben und die ständischen Unterschiede ausgeglichen.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.21&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/walser-in-ihrer-neuen-umwelt-114</link>
			<title>Walser in ihrer neuen Umwelt</title>
			<description>&lt;h2&gt;Walser und Romanen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Weil die den Walsern überlassenen Gebiete schon von Alteingesessenen temporär genutzt, wenn nicht dauernd bewohnt waren, liessen Streitigkeiten meist nicht lange auf sich warten. Schon die Ansiedlungspolitik der Vazer, die darauf abzielte, mit walserischen Neusiedlungen &amp;ndash; mitten im bischöflichen Gebiet &amp;ndash; ein Netz von Stützpunkten aufzuziehen, hat sicher nicht zu einem gutnachbarlichen Verhältnis zwischen Rätoromanen und Walsern beigetragen. So berichtet der Klagerodel der Churer Kirche aus der Zeit um 1314, dass die zu Kriegsdiensten verpflichteten Walser aus dem Rheinwald, aus Davos und Safien auf Seiten der Vazer in den Fehden gegen den Bischof von Chur teilgenommen hätten. Während der Auseinandersetzungen raubten sie den Rätoromanen Vieh, Korn, Heu und Käse, brachen deren Keller und Speicher auf und verwüsteten ihre Wiesen, Äcker und Felder. Häufig kam es zu Auseinandersetzungen, weil die Walser mehr Vieh auf ihren Höfen hielten und auf die Weide trieben, als sie überwintern konnten und dadurch die Weiden der Nachbarn beanspruchten. Am schönen Bild von der&amp;nbsp;&lt;strong&gt;&amp;laquo;friedlichen Eroberung mit Axt und Sense&amp;raquo;&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;müssen also Abstiche gemacht werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hier länger, dort kürzer, wurden die Walser von den alteingesessenen Rätoromanen für &amp;laquo;herkommen lüt&amp;raquo;, &amp;laquo;Neulinge&amp;raquo;, &amp;laquo;Fahrende&amp;raquo;, &amp;laquo;Wilde&amp;raquo;, ja gar für &amp;laquo;Barbaren&amp;raquo; gehalten. Das dürfte zwei Gründe gehabt haben:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;die Walser hoben sich im Wissen um ihr besseres Recht selbstbewusst von den meisten, schlechter gestellten rätoromanischen Nachbarn ab, und&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;die Rätoromanen schauten misstrauisch und sicher nicht ganz ohne Neid auf die Eingewanderten, denen von seiten der Herren günstige Bedingungen eingeräumt worden waren.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Doch die Spannungen legten sich allmählich und die Walsergemeinden spielten eine aktive Rolle beim Aufstieg vom Feudalismus zur rätischen Demokratie. Gemeinsam setzten sich beide Bevölkerungsgruppen für die Belange der Landespolitik und die Landeskultur ein.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Walser als Bündnispartner&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Autonome Walsergemeinden wählten nicht nur Ammann und Richter, sondern begannen sofort, politisch ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Schon 1360 gingen Rheinwalder und Safier ein Bündnis mit den rätischen Freiherren von Rhäzüns, Belmont und Montalt ein, welches gegen die Grafen von Werdenberg-Sargans, die rechtmässigen Rheinwalder und Safier Landesherren gerichtet war. Es war das erste Bündnis, an dem&amp;nbsp;&lt;strong&gt;selbständige&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;rätische Gemeinden teilhatten. 1424 erscheint die Landschaft Rheinwald als Bündnispartnerin im Grauen Bund, welcher auf die Erhaltung des Friedens abzielte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Davos, die andere Bündner Walser-Stammkolonie, schloss sich 1436 mit den Gerichtsgemeinden in der Bündner Herrschaft, dem Prättigau, Belfort im Albulatal, dem Churwaldnertal und dem Schanfigg zum Zehngerichtebund zusammen. Es war der erste rätische Bund, der&amp;nbsp;&lt;strong&gt;ohne&lt;/strong&gt;&amp;nbsp; Teilnahme irgendwelcher Herren gegründet wurde. Das Bündnis zielte auf die Erhaltung der je eigenen Gerichtsorganisation bei Herrschaftswechseln ab. Davos, das die führende Rolle spielte, erhielt im Gründungsdokument das Vorrecht des Tagungsortes und besetzte, ohne bundesbriefliche Ermächtigung, die Ämter des Bundeslandammanns, des Bundesschreibers, und des Bundesweibels. Zudem war Davos im Besitz des Bundesarchivs und des Banners. Im 17. Jahrhundert kam es zum Streit im Zehngerichtebund, da die übrigen Gerichte die dominierende Stellung von Davos nicht mehr hinnehmen wollten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die stark ausgebaute Selbstverwaltung der Kommune seit dem 13./14. Jahrhundert und die Rolle der Landschaft Davos als Vorort des Zehngerichtebundes zeigen die Bedeutung der Landschaft Davos innerhalb des Freistaates Gemeiner Drei Bünden. Da Freiheit weitgehend mit Gemeindefreiheit identisch war, sind die von der Herrschaft respektierten Freiheiten nicht mit den Individualrechten der aufgeklärten Demokratie gleichzusetzen, wenn auch das Mitwirkungsrecht des Einzelnen in den kleinen Kommunen der Drei Bünden &amp;ndash; ähnlich wie in der alten Eidgenossenschaft &amp;ndash; wesentlich weiter ging als in den Monarchien, Fürstentümern und Stadtrepubliken Europas.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/vorarlberg-113</link>
			<title>Vorarlberg</title>
			<description>&lt;p&gt;In Vorarlberg sind Walser für das 14. Jahrhundert belegt im Laternsertal, in Damüls, Ebnit und im Brandnertal. Zur gleichen Zeit tauchten sie im Grossen Walsertal, am Tannberg bei Lech, im Kleinwalsertal sowie am Bartholomäberg und im Silbertal im Montafon auf. Schon im Tirol liegt östlich des Zeinisjochs Galtür im Paznaun, die östlichste Walsersiedlung und gleichzeitig die westlichste Gemeinde Tirols. Die Anwesenheit von Walsern in Galtür bestätigt ein Eintrag von 1320 im Rechnungsbuch des Landesfürsten Heinrichs von Tirol. Dort ist die Rede von den &amp;laquo;homines dicti Walser in Cultauer&amp;raquo;, die zum&amp;nbsp;&lt;strong&gt;neuen&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;Zins endgültig angesiedelt worden seien, da ihr weiterer Aufenthalt - zum alten Preis - wohl nicht sicher gewesen wäre.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/rheintal-112</link>
			<title>Rheintal</title>
			<description>&lt;p&gt;Die Einwanderung nach Says und Trimmis&amp;nbsp; im Churer Rheintal erfolgte wohl von Valzeina aus. Besser orientiert sind wir über die Bündner Herrschaft mit den Walserorten Ober Rofels und Unter Rofels mit dem alten Rathaus der freien Walser sowie Bovel und Mutzen-Guscha. Dürftig ist die Quellenlage auch bezüglich der Besiedlung des Calfeisentals im Sarganserland, von wo aus Walser nach Weisstannen und in einige Gebiete auf Glarner Boden (Rüti, Braunwald, Elm und Matt) weiterzogen. Auch bezüglich der walserischen Besiedlung des St. Galler Rheintals sowie Triesenbergs und Plankens in Liechtenstein ist aus Quellen kaum etwas zu erfahren.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<title>Landschaft Davos</title>
			<description>&lt;p&gt;Und weiter lesen wir:&amp;nbsp;&lt;strong&gt;&amp;laquo;Wer in das thal komt, der hat denselben Schirm&amp;raquo;&lt;/strong&gt;,&amp;nbsp;geniesst den gleichen Schutz und Status wie die Mitglieder der Siedlergemeinschaft. Schon früh nahmen die Walser also Zuzüger in ihre Gemeinschaft auf. Dass es sich bei Wilhelm und seinen Leuten um Walliser handelt, sagt die Urkunde nicht. Es wird aber durch einen &amp;nbsp;von Donat von Vaz mitunterzeichneten Lehensvertrag von 1300 aus Praden im Schanfigg bestätigt, wo sich zwei Walliser nach dem&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Recht der Walliser von Davos&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;belehnen. liessen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Davos lieferte Siedler an Klosters, Mombiel, Schlappin, St. Antönien, Furna und Valzeina im Prättigau, an Wiesen und Schmitten im Albulatal, an Arosa, Langwies, Fondei, Sapün, Tschiertschen und Praden im Schanfigg und an Churwalden.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/zug-nach-raetien-110</link>
			<title>Zug nach Rätien</title>
			<description>&lt;p&gt;Auf jeweils verschiedenen Wegen zogen Walser ostwärts nach Rätien. Die Furka erschloss ihnen das Urserental und der Oberalppass das Bündner Oberland mit Obersaxen, Valendas, Versam und vielleicht Tenna im unteren Safiental. Ebenfalls im 13. Jahrhundert wanderten Leute aus Pomatt via San Bernardino in den&amp;nbsp; Rheinwald ein. Die ersten urkundlich bezeugten Walser in Rheinwald und in Rätien überhaupt waren&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Jakob&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Hubert, die Söhne des Peters von Riale&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;in Pomatt-Formazza. 1273 nahm Albert von Sax-Misox, Herr auf Schloss Misox, den beiden Brüdern, die einer schon im Rheinwald wohnhaften Walser Siedlergemeinschaft vorstanden, den Vasalleneid ab und versprach ihnen, sie gegen jedermann zu schirmen. Als Anerkennungszins hatten die Brüder alljährlich auf den Bartholomäustag &amp;laquo;ein Pfund guten und schönen Pfeffer&amp;raquo; auf Schloss Mesocco zu liefern. Doch schon wenige Jahre später machten die Herren von Vaz denen von Sax einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Sie nahmen die deutschen Leute im Rheinwald unter ihren Schutz und stellten ihnen einen Freiheitsbrief aus. Darin wurde den Walsern die eigene Gerichtsgemeinde bestätigt, ein Recht, das sie bereits in der alten Heimat besessen hätten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Dokument von 1286 zeigt, dass von 18 Siedlerfamilien im Rheinwald deren 10, die Mehrheit also, aus Pomatt stammen, 3 weitere aus dem Simplongebiet, 2 aus dem Wallis, 1 aus dem Valle Maggia, vermutlich aus dem walserischen Bosco Gurin, und bei 2 ist die Herkunft unbekannt. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, handelt es sich also&amp;nbsp;nicht&amp;nbsp;um Zuwanderer aus dem Rhônetal, sondern um Leute aus bereits bestehenden Walserkolonien am Südfuss der Alpen. Das Rheinwald entwickelte sich zur Stammkolonie, die um 1300 Siedler an die benachbarten Täler Vals und Safien an den Heinzenberg und vermutlich auch an Mutten, aber auch an Avers abgab.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/suedwalser-109</link>
			<title>Südwalser</title>
			<description>&lt;p&gt;Schon gegen die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert liessen sich über den Griespass gezogene Leute aus dem Goms in Pomatt-Formazza nieder, der ältesten Walsersiedlung am Südfuss der Alpen, und schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gab das Pomatt Leute an Bosco Gurin im Tessin ab und vermutlich schon vor 1270 an Graubünden. Von Pomatt aus wurde wohl zur gleichen Zeit das ins Antigoriotal vorgeschobene Salecchio-Saley gegründet, während die Besiedlung des nahen Agher-Agaro und Opso-Ausone vielleicht vom Binntal &amp;nbsp;her erfolgte. Die Pässe Theodul und Monte Moro eröffneten den Walser im 13. Jahrhundert die italienischen Alpentäler rund um den Monte Rosa: Ayas, Gressoney, Issime, Alagna, Macugnaga, Rima und Rimella, das seinerseits Siedler an seine Tochtersiedlung Campello Monti in der obersten Val Strona abgab.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/streifzug-108</link>
			<title>Streifzug</title>
			<description>&lt;p&gt;Im frühen 13. Jahrhundert überquerte eine Walliser Kolonistengruppe den Simplonpass, um sich an dessen Südfuss niederzulassen. Später wanderten Walser von hier aus nach Ornavasso i. u. Tocetal weiter. Ebenfalls im 13. Jahrhundert zogen Walliser aus dem Lötschental zurück ins Berner Oberland, wo sie im Quellgebiet der Weissen Lütschine im Lauterbrunnental und auf der Planalp an der Flanke des Brienzer Rothorns sesshaft wurden. Auch in der Umgebung von Thun, in Grindelwald und im Haslital liessen sich Walserfamilien nieder. Andere Walsersippen wanderten westwärts ins französische Hochsavoyen. Dicht an der Grenze zum Unterwallis gründeten sie die Kleinsiedlungen Les Allamands bei Morzine und Les Allamands über Samoëns, &amp;mdash; und 1264 überliess Richard, Prior der Kirche von Chamonix, den urkundlich &amp;laquo;Theutonici&amp;raquo; genannten Walsern die Hälfte des oberen Talstücks von Vallorcine als Erblehen unter Zusicherung der Freizügigkeit.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/walserrecht-107</link>
			<title>Walserrecht</title>
			<description>&lt;p&gt;Bei der Gründung von Walsersiedlungen waren handfeste Interessen der Feudalherren im Spiel. Denn daraus resultierten:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;die Abgrenzung und Festigung von Herrschaftsansprüchen&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;neue Zinseinnahmen aus der Gewinnung von Kulturland, und&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;in Passlandschaften sicherten sich die Feudalherren die Kontrolle über die Alpenpässe,&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;oft hatten die Walser für ihre Herren Kriegsdienste zu leisten.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Für ihre Arbeit wurden die Walser mit dem Kolonistenrecht der Zeit belohnt. In&amp;nbsp;voller&amp;nbsp;Ausgestaltung umfasste dieses:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;die persönliche Freiheit (Freizügigkeit = freies Abzugsrecht)&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;die freie Erbleihe zu unveränderlichem Zins. Frei heisst, dass das Lehen verkauft und verpfändet werden konnte.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die kommunale Autonomie, ausgenommen die Hochgerichtsbarkeit (Diebstahl, Mord und Totschlag), welche sich der Lehensherr als wichtigste Säule der Landeshoheit vorbehielt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/walsersippen-106</link>
			<title>Walsersippen</title>
			<description>&lt;p&gt;Die Walser waren als Sippen- und Familienverbände unterwegs, und die Wanderungen erfolgten in mehreren Schüben. Grössere Züge wurden vermutlich von einem mit den Gegebenheiten des Alpenraums vertrauten Führer geleitet. Mit einer Völkerwanderung, die ja einen Massenaufbruch voraussetzt, hatten die Walserwanderungen nichts zu tun. Obwohl die Walserwanderungen in die Zeit des Übergangs von der Kleintier- zur Rinderhaltung im Alpenraum fielen, dürften die Auswanderer kaum mehr als ein paar Geissen und Schafe mitgeführt haben, denn am Anfang des neuen Lebens stand ja das Roden der Wälder und die Gewinnung von Kulturland.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Eckpunkte des Walser Siedlungsraumes bilden: Les Allamands bei Morzine im französischen Chablais im Westen, Issime-Eischeme im valdostanischen Lystal im Süden, das ins Tirol vorgeschobene Galtür im Osten und das vorarlbergische Kleinwalsertal im Norden. Das Siedlungsgebiet erstreckt sich über mehr als 300 km Luftlinie.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;&amp;nbsp;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/situation-im-oberwallis-105</link>
			<title>Situation im Oberwallis</title>
			<description>&lt;p&gt;Das historische Quellenmaterial reicht nicht aus, um verbindliche Aussagen über die ständische Zugehörigkeit der Oberwalliser Bevölkerung zur Zeit der Walserwanderungen zu machen. Es gab Freie und Unfreie und es lassen sich ständische Verwischungen beobachten. Doch sind noch für das 14. Jahrhundert grundherrliche und andere Lasten nachgewiesen. Die Möglichkeit, diese abzuschütteln, konnte im 12./13. Jahrhundert zur Auswanderung veranlassen, besonders, wenn diese vom Adel im Alpenraum gefördert wurde. Nichts spricht dagegen, dass auch Freie auf der Suche nach einer besseren Zukunft nach Rätien zogen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Ursachen der Walserwanderungen führte die Forschung u.a. Fehden, Klimaveränderungen, Naturkatastrophen, Flucht vor der Feudalisierung, Unterdrückung und Überbevölkerung an. Fest steht aber nur: Eine klimatische Wärmeperiode begünstigte die Wanderungen über Gebirgskämme hinweg. Es gibt aber Anhaltspunkte, die für eine Überbevölkerung sprechen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Lötschental lag gegenüber Wyler in exponierter Lage die Siedlung Giätrich (1540 m). Bewohnt war sie vom 11. bis um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert. Die Räumung fällt also zeitlich zusammen mit der Gründung der ersten Lötscher Kolonien im Lauterbrunnental durch die Freiherren von Turn im 13. Jahrhundert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch 1394 stellt ein lat. Dokument den deutschsprachigen Oberwalliser Alamanni die romanischen Leute von Leuk gegenüber. Das deutschsprachige Wallis war also zur Zeit der Walserwanderung kleiner als allgemein angenommen wird.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/situation-in-europa-104</link>
			<title>Situation in Europa</title>
			<description>&lt;p&gt;Diese lebte mehrheitlich in wirtschaftlicher und persönlicher Abhängigkeit von adligen und klerikalen Grundbesitzern. In Westeuropa erreichte der Bevölkerungszuwachs einen Höhepunkt, der sich in der Vergrösserung und Neugründung von Städten und in der Kolonisierung bisher nicht oder kaum genutzter Flächen niederschlug. Holländer urbarisierten die Niederungen an Weser und Elbe, Flamen und Westfalen in der slawischen Landschaft Wagrein. Wenig später setzte die Ostkolonisation mit Wanderungen nach Mecklenburg, Pommern, Brandenburg, Lausitz, Schlesien, Polen, Böhmen und Siebenbürgen ein, und in den Alpen wurden die Hochwälder systematisch gerodet. Die mittelalterlichen Walserwanderungen sind also keine isolierte Erscheinung, sondern stehen im Rahmen der grossen west- und mitteleuropäischen Kolonisationstätigkeit, die den Zweck hatte, der wachsenden Bevölkerung auf neuen Anbauflächen eine Existenz zu sichern, wie der Bündner Rechtshistoriker Peter Liver 1943 in der Abhandlung &amp;laquo;Mittelalterliches Kolonistenrecht und freie Walser in Graubünden&amp;raquo; gezeigt hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für die Landwirtschaft brachte das Hochmittelalter Verbesserungen der Anbaumethoden und der Geräte. Bessere Pflüge und zweckmässiges Zuggeschirr und Verbesserungen an Sichel und Sense machten ein schnelleres Arbeiten möglich. Im 13. Jahrhundert hat sich im Alpenraum die Grossviehhaltung stark ausgebreitet, was die Intensivierung der Alpwirtschaft und den Bau neuer Wege auf die Alpen mit sich brachte. Weiter erfuhren der Bergbau und das Handwerk einen Aufschwung, und als die Städte Venedig, Pisa und Genua Konstantinopel als Handelsort verdrängten, nahm der Passverkehr über den Alpenkamm zu. In Transitorten wandte sich die Bevölkerung dem Säumerwesen zu; gleichzeitig fasste das Handwerk Fuss, eine Entwicklung, von der auch die Walser profitieren konnten. Aber das Hochmittelalter war auch eine Zeit der Kriege, Fehden und Solddienste. Das bekamen die Wallisersöldner und die Walsersiedler im rätischen Osten gelegentlich zu spüren.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/geschichte/auf-den-spuren-der-walser/grundsatzfrage-103</link>
			<title>Grundsatzfrage</title>
			<description>&lt;h2&gt;&amp;laquo;Tütsche Lüt&amp;raquo; in den Alpen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Es begann in Graubünden. Vor mehr als 500 Jahren stiessen historisch interessierte Reisende mitten im rätoromanischen Siedlungsraum auf Sprachinseln, bewohnt von Leuten, die&amp;nbsp;&lt;strong&gt;&amp;laquo;noch hüt by tag guot heyter tütsch redend&amp;raquo;&lt;/strong&gt;,&amp;nbsp;wie der Glarner Chronist Ägidius Tschudi Ende der 1530er Jahre schrieb. Man hielt diese für deutschsprachige Lepontier, die lang vor den Romanen in den Alpen gewohnt hätten, und noch im 19. Jahrhundert wurde über die Herkunft dieser deutschen Leute, die man jetzt Walser nannte, gerätselt. Urkundenfunde und die Sprachforschung haben im 20. Jahrhundert aber Klarheit geschaffen:&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Alle Walser stammen ursprünglich aus dem Oberwallis.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Walser spielten bei der Besiedlung der Zentralalpen eine wichtige Rolle.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;h2&gt;Warum ausgerechnet die Walser?&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Weil ihre Vorfahren, die um das Jahr 1000 aus dem Berner Oberland ins Oberwallis eingewandert waren, bewiesen hatten, dass bisher nicht oder nur temporär genutzte Gebiete ganzjährig zu bewohnen und zu bewirtschaften waren. Den klimatischen Bedingungen entsprechend, richteten sie ihre Wirtschaft auf Viehzucht, Milchverarbeitung und Getreidebau aus. Im Zuge dieser Urbarisierung wurde das Oberwallis zu einer deutschen Sprachlandschaft. Die Leistung dieser Leute sprach sich natürlich auch unter den im Alpenraum begüterten Feudalherren herum, und ihr Netzwerk bildete auch das Rückgrat der Walserwanderungen und der Walser Ansiedlung in Gebieten, die teils nur temporär genutzt, teilweise aber schon von Romanen bewohnt waren.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 21.9.11&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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