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		<title>Feezucht | Virtuelles Walsermuseum</title>
		<link>https://www.walsermuseum.ch/?id=51</link>
		<description></description>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 20:08:40 +0200</pubDate>
		<category>Virtuelles Walsermuseum</category>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/tschaegge-264</link>
			<title>Tschägge</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tschägge&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;odr&amp;nbsp;di&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Gischtäggotu&lt;/strong&gt;; beim Simmentaler Fleckvieh handelt es sich um eine weit verbreitet Schweizer Kuhrasse, deshalb gehe ich hier nicht näher darauf ein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Fleckvieh&amp;quot;&gt;Mehr auf Wikipedia&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/di-brueuenu-265</link>
			<title>Di Brüünu</title>
			<description>&lt;p&gt;Di&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Brüünu&lt;/strong&gt;; beim Braunvieh handelt es sich um eine weit verbreitet Schweizer Kuhrasse, deshalb gehe ich hier nicht näher darauf ein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Braunvieh&amp;quot;&gt;Mehr auf Wikipedia&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23.2.12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/waelschi-262</link>
			<title>Wälschi</title>
			<description>&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Moritz Schwery: Eringer Rind. In: Traditionelle Nutztiere und Kulturpflanzen im Oberwallis. NGO, Rotten Verlag, Visp, 2001&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2&gt;Ursprung und Geschichte&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das Eringer Vieh ist eine jahrhundertealte, anspruchslose und widerstandsfähige Gebirgsrasse. Die zähen, genügsamen und temperamentvollen Tiere vermögen harten Bedingungen standzuhalten. Trockenes Klima, Kleinbetriebe und ein extensives Weidesystem charakterisieren das Verbreitungsgebiet der Eringer Rasse. Diese Rasse eignet sich in idealer Weise für das Berggebiet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Obwohl die Eringer schon seit 2000 Jahren im Wallis ansässig sind (Fellay, 1998), liegt ihr Ursprung noch weitgehend im Dunkeln. Sie entwickelten sich aus einer Rindviehpopulation heraus, die sich über den gesamten Alpenraum zwischen Osterreich und Savoyen verteilte. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Eringer aufgrund ihres Blutbildes eindeutig von den anderen Schweizer Rindviehrassen unterscheiden. Hingegen sind sie eng verwandt mit den im Aostatal ansässigen Rassen Castana und Pezzatanera (Di Stasio und Dupont, 1983). Eine gewisse Ähnlichkeit besteht auch mit der Tuxer Rasse aus dem Zillertal.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In den Seitentälern des Mittel- und Unterwallis gehören reine Eringerbestände seit Jahrzehnten zum gewohnten Bild. Im Oberwallis hingegen waren reine Eringerbetriebe sehr selten. Häufiger fand man in Braun- oder Fleckviehbeständen das eine oder andere Eringer Rind. Erst in den letzten Jahren scheint auch im Oberwallis eine Veränderung zu reinen Eringerbetrieben einzutreten.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Rassenstandart&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Bis 1860, als im Wallis erstmals offizielle Rassenbezeichnungen mit den dazugehörenden Rassenstandards eingeführt wurden und somit die Basis für eine geordnete und zielgerichtete Selektion und Zucht gelegt wurde, war die Eringer Rasse nicht klar definiert. Der definitive Rassenstandard für die Eringer Tiere stammt aus dem Jahre 1885 und basierte auf dem kantonalen Gesetz über die Tierzucht von 1884. Die Farbe der Tiere wurde darin als uni kastanienbraun, schwarz oder rot mit einer hellen Rückenlinie beschrieben (Fellay, 1998).&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Typ&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die Tiere der Eringer Rasse sind mittelrahmig, der Rumpf ist gedrungen und der Kopf kurz, breit und behornt. Der Körper ist im Gegensatz zu den heutigen Milchtypen der anderen Rassen in der Schweiz gut bemuskelt. Die Farbe reicht, wie schon erwähnt, von einfarbig schwarz über kastanienbraun bis backsteinrot. Schleimhäute und Klauen sind schwarz.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Fundament&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die Gliedmassen sind fein und kurz, aber sehr widerstandsfähig. Die Gelenke sind trocken und die Klauen sehr hart. Die Stellung ist im Allgemeinen gut, der Gang lebhaft und ausgreifend.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Standard für Widerristhöhe, Brustumfang&amp;nbsp;und Lebendgewicht der Eringer Rasse (Eringerviehzuchtverband und Fellay, 1998)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Zuchtziel und Zuchtprogramm&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Eringer verkörpern den Typ der genügsamen, angepassten Rindviehrasse, die auch unter schwierigen Bedingungen im Berggebiet und auf Hochalpenweiden noch zufrieden stellende Leistungen erbringen kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei der Eringer Rasse wird ein kombiniertes Zuchtziel für Milch und Fleisch vorgegeben. Unter Berücksichtigung der natürlichen Bedingungen (Berggebiet, Sömmerung auf hoch gelegenen Alpen, lange Winterfütterungsperiode) im Hauptverbreitungsgebiet der Rasse wird eine Milchleistung von 3500 kg mit einem Gehalt von 3,9% Fett und 3,5% Eiweiss angestrebt. In Anbetracht der mittleren Körpergrösse sollte der durchschnittliche Tageszuwachs (Gewichtszunahme) bei 1100 g liegen (Fellay, 1998).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In das Zuchtziel mit einbezogen werden auch sekundäre Leistungsmerkmale wie Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Langlebigkeit und ein problemloser Geburtsablauf. Weiter sind robuste und anpassungsfähige Tiere mit einer guten Rauhfutterverwertung erwünscht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aufgrund der kleinen Population und der unterschiedlichen Interessen der Züchter ist es sehr schwierig, ein einheitliches Zuchtprogramm zu verwirklichen. Die Eringer Rasse wird im Gegensatz zu den anderen Schweizer Rindviehrassen rein gezüchtet, d. h., Kreuzungen mit anderen Rassen zur Verbesserung einzelner Leistungsmerkmale werden nicht durchgeführt. Den zaghaften Versuchen zur Einkreuzung der norddeutschen Anglerrasse war kein Erfolg beschieden. Diese Versuche haben aber gezeigt, dass die Milchleistung, die heute bei durchschnittlich 3100 kg pro Standardlaktation liegt, mit Einkreuzungen schnell verbessert werden kann. Ein Zuchtprogramm in diese Richtung würde aber durch den raschen Rückgang der reinrassigen Tiere dem primären Ziel, der Erhaltung der Eringer Rasse, entgegenwirken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die kleine Population und das damit verbundene Inzuchtrisiko schränken die Selektionsmöglichkeiten ziemlich stark ein. So beträgt der Anteil der künstlichen Besamung bei der Eringer Rasse nur etwa 40%, während dieser Anteil bei den Milchviehrassen in der Schweiz bei über 80% liegt.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;

&lt;h2&gt;Verbreitung und Haltung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Eringer Rasse ist fast ausschliesslich im Wallis zu finden. Das traditionelle Verbreitungsgebiet liegt in den Seitentälern des Mittel- und Unterwallis. In den letzten Jahren begannen sich aber auch immer mehr Züchter im Oberwallis für die Eringer Rasse zu interessieren und ermöglichten so die Ausbreitung der Rasse im deutschsprachigen Kantonsteil. Im Aostatal hat sie schon vor langer Zeit unter der Bezeichnung &amp;quot;Castana&amp;quot; Fuss gefasst. Vereinzelte Bestände findet man zudem im Gebiet um Chamonix.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem Rückgang des Rindviehbestandes im Wallis seit Beginn des 20. Jahrhunderts nahm auch der Bestand an Eringern bis 1983 stark ab. Dafür mögen als Hauptgründe die Verlagerung der Arbeitsplätze in Richtung Industrie, Handel und Tourismus bzw. die schwierigen kleinbetrieblichen Bewirtschaftungsverhältnisse gelten. Zusätzlichen Einfluss hatte sicher auch die allgemeine Umorientierung der Landwirtschaft von der extensiven Weidewirtschaft zu intensiveren Sektoren wie Wein- und Obstbau.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seit etwa 20 Jahren nimmt der Eringerbestand erfreulicherweise wieder zu und stellt heute knapp 1% des schweizerischen und über 40% des kantonalen Rindviehbestandes dar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gemäss der landwirtschaftlichen Betriebsstrukturerhebung (Viehzählung) vom 4. Mai 1999 hielten im Wallis 1882 Rindviehhalter insgesamt 31414 Tiere. Davon gehörten ca. 13 200 der Eringer Rasse an. Der Anteil im Oberwallis betrug dabei 10 659 Tiere, davon 2025 Eringer.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Herdenstruktur wird von vielen kleinen Betrieben geprägt. Der durchschnittliche Bestand liegt bei ca. 5 Kühen pro Betrieb (Fellay, 1998). Die Viehzucht stellt für die meisten Tierhalter der Eringer Rasse eine Nebenbeschäftigung dar und nur wenige beziehen ihr Haupteinkommen aus der Landwirtschaft. Solche Strukturen stellen zwar nicht optimale Bedingungen für eine gezielte Zuchtarbeit zur Erhaltung und Verbesserung der Rasse dar, sind aber eine solide Basis für das Weiterbestehen von traditionellen Bewirtschaftungsweisen und der damit verbundenen sozialen und kulturellen Errungenschaften.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Eringer&amp;quot;&gt;Mehr auf Wikipedia&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;

&lt;h2&gt;Ringkuhkämpfe&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Tiere der Eringer Rasse besitzen ein ausgeprägt lebhaftes und kämpferisches Temperament, welches sich in übersteigerten Dominanzritualen zu erkennen gibt. Dabei handelt es sich um die natürlichen Rangkämpfe der Kühe beim ersten Weide-gang im Frühling oder bei den Alpauffahrten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese besondere Eigenart bildet die Basis und Voraussetzung für die traditionellen und weitherum bekannten Ringkuhkämpfe der Eringer Rasse im Frühling und im Herbst. Ringkuhkampf und Eringer werden oft in einem Atemzug erwähnt, das eine ist ohne das andere nicht vorstellbar. Die Ringkuhkämpfe tragen viel dazu bei, dass der Bestand der Eringer Rasse auf einein gewissen Niveau gehalten werden kann. Wer dann eine Königin, d. h. eine siegreiche Kuh, bei einem der Ringkuh-kämpfe oder auf einer Alp sein Eigen nennen darf, sieht dies auch als Entschädigung für die das ganze Jahr hindurch in der Landwirtschaft geleistete Arbeit und den beträchtlichen Zeitaufwand.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Kampflust der Eringer Kühe stellt einen Teil der genetischen Vielfalt der Rasse dar. Auch wenn wissenschaftliche Arbeiten und Untersuchungen praktisch fehlen, besteht doch kein Zweifel darüber, dass diese Eigenschaft von Generation zu Generation weitervererbt wird und dadurch züchterisch verbessert werden kann, dies allerdings oft auf Kosten anderer wichtiger Eigenschaften wie die Milch- oder Fleischleistung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In mehreren regionalen Ausscheidungskämpfen im Ober- und Unterwallis qualifizieren sich je die sechs bestplatzierten Kühe in den fünf bis sechs verschiedenen Alters- und Gewichtskategorien für das &amp;laquo;Kantonale&amp;raquo;, das grosse Finale der stärksten Kühe in der bekannten Ringkuhkampfarena in Aproz bei Sitten. Hier wird die kantonale Königin, &amp;laquo;La Reine des Reines&amp;raquo;, erkoren. Einen weiteren Höhepunkt stellt der Ringkuhkampf anlässlich des &amp;laquo;Comptoirs&amp;raquo; in Martinach dar. Unter der Führung mehrerer Eringerviehzuchtgenossenschaften des Oberwallis wurde 1998 im &amp;laquo;Goler&amp;raquo; zwischen Visp und Raron eine ideale Ringkuhkampfarena für das Oberwallis geschaffen. Diese Arena wird der jeweils einen Ringkuhkampf organisierenden Genossenschaft zur Verfügung gestellt.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/evolener-263</link>
			<title>Evolener</title>
			<description>&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Albert Jerjen und Moritz Schwery: Eringer Rind. In: Traditionelle Nutztiere und Kulturpflanzen im Oberwallis. NGO, Rotten Verlag, Visp, 2001&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2&gt;Ursprung und Geschichte&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das Evolener Rind ist eine alte und widerstandsfähige Gebirgsrasse aus dem Wallis, die gemäss Untersuchungen des Tierarztes und Zoologen Prof. Dr. Hans Heinrich Sambraus von der Universität München schon die Römer in der Gegend von Evolene angesiedelt haben sollen (Sambraus, 1996). In einem Bericht des Walliser Staatsrates vom Jahre 1859 wird die Evolener Rasse erstmals explizit erwähnt. Debatten über Kühe im Wallis waren zu dieser Zeit heftig und emotionsgeladen. Die zahlreichen Informationen über den Ursprung der Rasse widersprechen sich daher ziemlich oft.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Evolener Rasse wurde vor 1885 noch mit der Eringer Rasse gleichgestellt. Die Evolenerzüchter konnten sich aber mit dem 1885 festgelegten Rassenstandard für die Eringer Tiere und der damit eingeleiteten Selektion auf Einfarbigkeit nicht&amp;nbsp; einverstanden erklären. So trennten sich die Wege der beiden Rassen und die Evolener verkamen immer mehr zu einer Randerscheinung, denn sie genossen keinerlei Zuchtförderung. Wenn heute diese Kuhrasse nicht vollständig aus den Walliser Alpen verschwunden ist, so ist dies einigen Züchtern zu verdanken, die, besorgt über den drohenden Verlust einer alten Walliser Rasse, hartnäckig an ihren Tieren festhielten und sich nicht zur Umstellung zwingen liessen.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;

&lt;h2&gt;Rassenbestand&lt;/h2&gt;

&lt;h3&gt;Typ und Fundament&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Körper der Tiere der Evolener Rasse sollte harmonisch gebaut sein, mit einer gut entwickelten Brustpartie, einer guten Flankentiefe und einer mittleren bis guten Bemuskelung, insbesondere des Halses, der Schulter, des Rückens und des Stotzens. Der Kopf ist kurz und behornt, die Stirn breit und stark. Die Evolener Tiere sind rot, schwarz oder kastanienbraun mit weissen unregelmässigen Abzeichen auf Stirn, Fesseln und Sprunggelenken und einem weissen Bauch. Einzelne weisse Flecken in der Becken- oder Schultergegend sind erwünscht (Pro Specie Rara, 1999).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Stiere mit einer Widerristhöhe von weniger als 115 cm oder mehr als 134 cm und Kühe mit einer Widerristhöhe von weniger als 105 cm oder mehr als 130 cm werden nicht ins Herde-buch aufgenommen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Gliedmassen sind feingliedrig, aber trotzdem widerstandsfähig und kräftig, die Sprunggelenke trocken und die Klauen sehr hart. Der Gang ist lebhaft und sehr trittsicher.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Sonstiges&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Das Euter ist sehr gut aufgehängt, ausgeglichen, drüsig und von mittlerer Grösse. Die Zitzen sind regelmässig verteilt und von mittlerer Länge und Dicke.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Standard für Widerristhöhe und Lebendgewicht der Evolener Rasse (Pro Specie Rara)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;table border=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;0&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; class=&amp;quot;table&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&gt;
	&lt;tbody&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;
			&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stiere&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
			&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;
			&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kühe&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
			&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Widerristhöhe&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;120-130 cm&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;115-125 cm&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Lebendgewicht&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;500-700 kg&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;400-500 kg&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;h2&gt;Zuchtziel&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Oberstes Ziel ist die Erhaltung der Evolener Rasse in ihrem ursprünglichen Gebiet, dem Wallis. Dieses Ziel soll mit einer traditionellen Haltung in kleinen Beständen erreicht werden. Den Sommer sollen die Tiere wenn möglich auf einer Alp verbringen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein besonderes Augenmerk wird neben dem Rassenstandard auf die Reinzucht gerichtet. Deshalb kommen Kreuzungen mit anderen Rassen nicht in Frage. Diese würden zwar eine Verbesserung der Produktivität der Rasse zur Folge haben, aber gleichzeitig dem primären Ziel der Rassenerhaltung entgegenwirken. Die genetische Breite soll durch den Einsatz möglichst vieler Stiere gehalten oder verbessert werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Evolener Rind ist ein robustes, alptüchtiges, milchbetontes, kleinrahmiges Zweinutzungstier mit einem feinen, aber kräftigen Körperbau und einer im Verhältnis zur Körpergrösse guten Milchleistung. Insbesondere werden folgende Qualitäten angestrebt: Widerstandskraft, Geländegängigkeit, Alptüchtigkeit, Gesundheit, frei von Erbfehlern, Langlebigkeit, gute Milchleistung (2500-3500 kg) mit guter Melkbarkeit, mittlere Fleischleistung mit guter Schlachtausbeute und leichte Geburten (Pro Specie Rara, 1999).&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;

&lt;h2&gt;Verbreitung und Haltung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Seit Anfang der neunziger Jahre &amp;ndash; kurz vor dem drohenden Aussterben &amp;ndash; nimmt die Anzahl Tiere der Evolener Rasse wieder leicht zu. Diese Zunahme an reinrassigen Tieren ist vor allem im Oberwallis zu beobachten. Zudem zeigen auch vermehrt Züchter ausserhalb des Wallis Interesse an der Evolener Rasse. Über die genaue Anzahl Tiere gibt es keine offiziellen Angaben. Schätzungsweise dürfte es sich um knapp 200 Tiere handeln, wovon ca. 150 auf knapp 40 Betrieben im Wallis gehalten werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Reine Evolenerbestände sind selten anzutreffen. Die meisten Evolener Kühe und Rinder findet man als Einzeltiere oder in kleinen Gruppen in Ställen von Braunvieh-, Fleckvieh- oder Eringerzüchtern.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;

&lt;h2&gt;Zukunftsaussichten&lt;/h2&gt;

&lt;h3&gt;Evolenerviehzuchtgenossenschaft&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Am 5. Februar 1995 schlossen sich die Züchter aus dem Oberwallis mit der Unterstützung der Stiftung Pro Specie Rara und der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Zürich zur Evolenerviehzuchtgenossenschaft EVZ zusammen und begannen mit der Führung eines Herdebuches für die Evolener Rasse. 1997 wurde die Genossenschaft im Züchterverband für gefährdete Nutztierrassen Pro Specie Rara aufgenommen. Dieser Zuchtverband, welcher neben den Evolenern auch das rätische Grauvieh sowie diverse Kleinviehrassen betreut, wurde am 22. Juni 1998 vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) als offizielle Zuchtorganisation anerkannt. Die Evolener kommen somit in den Genuss der Zuchtförderungsmassnahmen des Bundes und der Kantone.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Heute zählt die Genossenschaft 37 aktive und 8 passive Mitglieder. Der Herdebuchbestand liegt bei 130 weiblichen und 13 männlichen Zuchttieren. 5 Zuchtstiere werden im Natursprung und 8 über die künstliche Besamung eingesetzt.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Aussichten&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die Evolenerzüchter sind auf dem besten Weg, ein Stück Walliser Kulturgut, welches vom Aussterben bedroht war, zu erhalten. Aufgrund des sehr kleinen Bestandes verfügt die Rasse aber nur über eine schmale Zuchtbasis, was die Zuchtarbeit vor gewisse Probleme stellt. Daher wird in nächster Zukunft in erster Linie der Erhalt der Rasse im Vordergrund stehen und das Erzielen eines Zuchtfortschrittes durch geeignete Selektionsmethoden nur bedingt möglich sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Evolener als genügsame und für das Berggebiet bestens geeignete Rasse verdienen auch weiterhin einen Platz unter den zahlreichen Rindviehrassen in unserem Land, auch wenn sie bezüglich Fleisch- und Milchleistung nicht zu den Hochleistungstieren zählen. Zu viele Nutztierrassen gingen in den letzten Jahrzehnten verloren. Daher verdienen die Züchter dieser im Wallis verwurzelten Rasse die nötige Unterstützung, um kommende Hürden und Schwierigkeiten meistern zu können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Evol%C3%A8ner&amp;quot;&gt;Mehr auf Wikipedia&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.evolener-zuchtverein.ch/&amp;quot;&gt;Evolener&amp;nbsp;Zuchtverband&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.youtube.com/watch?v=uQ2-Gvh8FE4&amp;quot;&gt;Film&lt;/a&gt;: Evolenerinnen suchen Bauer&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/feerassae-261</link>
			<title>Feerassä</title>
			<description>&lt;p&gt;Am Beispiel der Viehrassen lässt sich auch gut die alemannische Besiedlung des Oberwallis belegen: eine Gruppe kam aus dem Berner Oberland über Lötschenpass, Gemmi und Sanetsch und brachten das Simmentaler Fleckvieh mit. Das Goms wurde über die Grimsel aus der Innerschweiz her besiedelt und diese Leute brachten ihr Braunvieh mit. Im Raume Brig (&lt;a href=&amp;quot;http://www.landmauer.ch/de/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Gamser Mauer&lt;/a&gt;) stiessen diese beiden Gruppen aufeinander, was zu den zwei Dialektgruppen im Oberwallis führte (vgl. &lt;a href=&amp;quot;?id=10&amp;amp;mod_action=show_entry&amp;amp;entry_id=142&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Walliserdeutsch&lt;/a&gt;) die sich vor allem durch den E-Laut (&lt;strong&gt;Chees/Chääs&lt;/strong&gt;) unterscheidet. Fazit: aus der Milch von Fleckvieh gibt es &lt;strong&gt;Chees &lt;/strong&gt;und aus der von Braunvieh &lt;strong&gt;Chääs&lt;/strong&gt;!&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 23. 2. 12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/chrissu-in-vorarlberg-a-283</link>
			<title>Chrissu in Vorarlberg (A)</title>
			<description>&lt;h2&gt;Fragen:&lt;/h2&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Kannte man in euren Gegenden das Chrissu (= Nadeln&amp;nbsp; sammeln im Zusammenhang mit Viehwirtschaft) auch? ( evtl. in welchem Umfang)&amp;nbsp;Nein. Nur das Laub-Sammeln und das Schtraibe-Maija (Streue mähen). Das Laub-Sammeln war nicht waldschädigend. Das Schtraibe-Maija wird zum Biotopschutz staatlich gefördert.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;War der Arbeitsvorgang ähnlich oder anders?&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wie wurde es transportiert (in &amp;quot;Chris-Tschifferen&amp;quot; oder andern Geräten getragen, oder in Tüchern gezogen?) Laub wurde in Tüchern zusammengebunden und transportiert.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Wurde die Streue zwischengelagert&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bi jeeder Schtraibehaibet schtaid au a Schtraibeschüüna oder a Trischta.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle :&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Fritz Tiburt, Riezlern (A)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/chrissu-in-triesenberg-fl-282</link>
			<title>Chrissu in Triesenberg (FL)</title>
			<description>&lt;p&gt;Das&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Chrissu&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;in der Art, wie es im Basisartikel beschrieben wird, kennen wir nicht. Die Lärche ist bei uns nicht so verbreitet wie im Wallis. Tannennadeln wurden nicht zusammengekratzt und als Streue verwendet. Als Streue wurde Buchenlaub und auch anderes Laub und Stroh verwendet. Das Laub wurde in grosse Säcke gefasst und zum Stall gebracht. Der Raum, in dem das Streuematerial lagerte, hiess&amp;nbsp;Pfnilla. &amp;nbsp;Buchenlaub wurde auch als Bettlaub verwendet. Das übertriebene und raubbauähnliche Entfernen des Laubes aus den Wäldern verursachte ähnliche Probleme wie beim Chrissu.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Josef Eberele, Triesenberg&amp;nbsp;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/chrissu-in-safien-gr-281</link>
			<title>Chrissu in Safien (Gr)</title>
			<description>&lt;p&gt;Die &amp;quot;Chrissnodlä&amp;quot; wurden von Hand zusammengekratzt, in Säcke abgefüllt und in den nahe gelegenen Stall getragen. Vor allem dort, wo längere Zeit nicht mehr gesammelt wurde, waren die Nadeln teils bereits etwas verrottet und die Schicht dicker, sodass man auch etwas Walderde mitnahm. Nur in Ausnahmefällen wurden die obersten Schichten eines Ameisenhaufens abgehoben. &amp;quot;Chriss&amp;quot; wurde aber auch in anderer Form als Streue verwendet. Die beim Holzfällen anfallenden &amp;quot;Chrissescht&amp;quot; wurden ebenfalls heimtransportiert. Allenfalls wurden solche Tannenzweige von den Bäumen abgeschlagen. Daheim wurden die Tannenzweige mit einem Gertel zerkleinert und als Streue genutzt, vor allem bei Schafen, aber auch bei den Schweinen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine ähnliche Streue ergab das &amp;quot;Straupfä von Bruuch&amp;quot; (Erikastauden) auf Alpweiden oder auch auf&amp;nbsp; Magerwiesen, bei denen &amp;quot;dr Bruuch&amp;quot; damit etwas bekämpft werden konnte. Die Stauden wurden von Hand ausgerissen und wie das Chriss verkleinert. Frisch geschnittenes &amp;quot;Chriss&amp;quot; wurde früher in Notzeiten auch zur Streckung des Heus verwendet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In einer alten Chronik aus Safien ist beschrieben, wie &amp;quot;Chriss gefuttert&amp;quot; wurde, um die Viehbestände wenigstens am Leben zu erhalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch in Davos ist &amp;quot;Chrissä&amp;quot; bekannt. Davoserdeutsches Wörterbuch:&amp;nbsp; &amp;quot;Er geid ins Chris&amp;quot;; er geht in den Wald und holt Streue.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Schanfigg hat man nach Auskunft von Martin Butzerin, Arosa früher ebenfalls &amp;quot;Chrissnodlä&amp;quot; als Streue gesammelt, aber nur ergänzend zum Laub.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Rheinwald sind Streuelöser bekannt, d.h. Flächen, deren Ertrag sich nur als Streue eignete. Im Rheinwaldner Wörterbuch wird aber darauf hingewiesen, dass man in erster Linie bei kranken Tieren Streue verwendet hat, &amp;bdquo;da der Rheinwaldner Bauer normalerweise nicht streut&amp;ldquo;!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Vals ist nach Alfred Rieder &amp;quot;Chrissä&amp;quot; nicht bekannt, man sammelte vor allem Laub von Erlen (Drostauden)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Prättigau wird man eher Laub als Streue verwendet haben, vor allem in Furna hat es ausgedehnte Hochmoore, deren Ertrag als Streue verwertet wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Avers ist Chrissä nicht bekannt. Liegt oberhalb der Waldgrenze!&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Mattle Hunger&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/chrissu-in-vallorcine-f-280</link>
			<title>Chrissu in Vallorcine (F)</title>
			<description>&lt;h2&gt;Litière&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;Les femmes ratissent la &amp;quot;litière&amp;quot; dans la forêt, c&amp;#39;est-à-dire les aiguilles d&amp;#39;épicéas et de mélèzes tombées au sol, qu&amp;#39;elles ramènent à pleines hottes. Ces aiguilles servent de litière aux vaches, puis d&amp;#39;engrais. Mais la forêt, trop exploitée se dégrade. Il faut donc la protéger. L&amp;#39;administration forestière lutte contre les pratiques des habitants qui accélèrent les dégâts&amp;nbsp;: les coupes excessives, le ramassage de la litière et le pâturage dans les sous-bois. Dès l&amp;#39;annexion de La Savoie à la France en 1860 l&amp;#39;autorisation de ramasser la litière est renouvelée au préfet&amp;nbsp; &amp;quot;C&amp;#39;est le seul moyen d’existence de la population qui n&amp;#39;a point d’autres ressources, de faire de l&amp;#39;engrais pour fumenter des terres qui ne peuvent rien produire d’elle-même&amp;quot;&amp;nbsp; Après plusieurs tractations, l&amp;#39;administration accepte le ramassage avec des râteaux à dents de bois ou en corne de chamois. Mais un rapport de 1886 révèle que le sol est dénudé par l&amp;#39;enlèvement des feuilles mortes.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;D&amp;#39;après Charles et Françoise Gardelle &amp;quot;Vallorcine, Histoire d’une vallée entre Aoste, Mont-Blanc et Valais&amp;quot;&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;Dès l&amp;#39;âge de 5 ans avec ma soeur j&amp;#39;allais chercher la litière pour les vaches dans la forêt. A la fin de l&amp;#39;été et le début de l&amp;#39;automne quand les aiguilles de mélèze étaient bien sèches, la hotte sur le dos et avec le &amp;quot;ratelet&amp;quot; petit râteau à dents larges en fer et manche court .Il fallait ramasser les aiguilles sans racler, puis je les mettais dans la hotte et faisais autant de voyages pour rentrer la litière dans l&amp;#39;écurie et dans les &amp;quot;chutes&amp;quot;&amp;nbsp; (appentis) autour de la maison.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Serge Ancey, né en 1944.&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;Allâ à literné&amp;nbsp;:&amp;nbsp;aller à la litière. La litière était ramassée sur les terrains privés &amp;quot;dzorats&amp;quot; avec une rotation sur 3 années. Les aiguilles de mélèze étaient ramassées pour la litière mais aussi les aiguilles de sapin (épicéa) et la mousse.&amp;nbsp;Albert Burnet&amp;nbsp;né en 1920.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;ÜBERSETZUNG (Teilübersetzung):&lt;/h2&gt;

&lt;h3&gt;Text 1: Die Streue (litière)&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die Frauen sammelten die Streue im Wald, das heisst die Nadeln von Fichten und Lärchen, die abgefallen waren und die man in grossen Tragkörben einsammelte. Diese Nadeln dienten als Streue für die Kühe und später auch als Dünger. Aber dadurch wurde der Wald übernutzt. Man musste ihn also schützen. Die Forstbehörde bekämpfte diese Praktiken der Einwohner, weil diese Schäden verursachten. Insbesondere bekämpften sie das zu starke Abholzen, das &amp;quot;Chrissu&amp;quot; und das Weiden im Unterholz. Seit dem Anschluss von Savoyen an Frankreich im Jahre 1860 wurde vom Präfekten das &amp;quot;Chrissu&amp;quot; aber wieder erlaubt.&amp;quot; &amp;hellip;&amp;hellip;.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Text 2:&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Seit ich 5 war ging ich zusammen mit meiner Schwester Streue sammeln im Wald. Am Ende des Sommers und zu Beginn des Herbstes, als die Nadeln der Lärchen gut trocken waren gingen wir mit dem Tragkorb auf dem Rücken und einem speziellen Rechen ( &amp;quot;ratelet&amp;quot; siehe Bild) in den Wald. Wir sollten die Nadeln sammeln ohne zu tief zu kratzen. Diese trugen wir in mehreren Arbeitsgängen in den Stall und in den kleinen Anbau ums Haus.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Serge Ancey, né en 1944.&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/chrissu-in-eyholz-vs-279</link>
			<title>Chrissu in Eyholz (VS)</title>
			<description>&lt;p&gt;Aus dem Interview für Eyholz gehen viele Details zur Streunutzung in diesen Beständen hervor. So wurde diese Nutzungsweise vorwiegend von Frauen und Kindern ausgeübt. Die im Spätsommer gesammelte Streue wurde auf grossen Haufen aufgeschichtet (siehe Abbildung 5 in STUBER &amp;amp; BÜRGI 2002), welche laut einem Interview aus dem Saastal rund 2,5 Meter hoch waren und einen ebenso grossen Durchmesser aufwiesen. Ähnliche Angaben liegen für Zeneggen vor, wo zu Beginn des 20. Jahrhunderts 80 tristenartige Haufen von 2,5 bis 5 Meter Höhe und einem Durchmesser von 3 bis 4 Meter gezählt wurden (STEBLER 1921). Aus Eyholz wird weiter berichtet, dass die Streue von Fichten, Föhren und Birken bevorzugt gesammelt wurde, während Lärchennadeln weniger beliebt waren. Gelegentlich wurde auch die oberste Bodenschicht mit genutzt (ähnliches wird auch für Bayern berichtet, siehe HÖLZL 1996). Im Herbst und Winter wurde die Streue dann in die Ställe eingestreut. Um eine Kuh zu überwintern, brauchte man mindestens 10 Säcke Streue. Der Vieh bestand richtete sich jedoch weitgehend an der Verfügbarkeit von Stroh und der Frage aus, ob die Familie sich den Kauf von Stroh nötigenfalls leisten konnte. Während des Zweiten Weltkrieges sei in Eyholz generell mehr Waldstreue gesammelt worden. Die Zeitzeugen berichteten über die endgültige Aufgabe der Streunutzung in Eyholz gegen Ende der 1950er Jahre.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;&lt;a href=&amp;quot;http://www.fe.ethz.ch/people/gimmiu/M2685_Agr._Waldnutzung1.pdf&amp;quot;&gt;http://www.fe.ethz.ch/people/gimmiu/M2685_Agr._Waldnutzung1.pdf&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/chrissu-in-zeneggen-vs-278</link>
			<title>Chrissu in Zeneggen (VS)</title>
			<description>&lt;p&gt;Ein Krebsschaden der Walliser Waldwirtschaft ist die rücksichtslose Ziegen und Schafweide&amp;nbsp;in den Wäldern. Noch viel schädlicher ist aber die übertriebene&amp;nbsp;Streuenutzung. Für den zahlreichen Viehstand ist viel Streue notwendig. Das Getreidestroh genügt nicht oder wird verfüttert oder als Bettstroh verwendet; anderes Streuematerial ist keines vorhanden. Da und dort wird im Herbst das saure, harte Gras der Magerwiesen, &amp;laquo;Buschga&amp;raquo; genannt, geschnitten und als Streue benützt. Die meiste Streue muss aber der Wald liefern. Die abgefallenen Nadeln, das Moos und der Humus des Waldes werden mit kleinen, eisernen Adlerrechen mit eng aneinanderstehenden, gekrümmten Zinken und kurzem, hölzernem Stiel auf dem Erdboden, zwischen den flach verlaufenden Wurzeln der Bäume und in den Vertiefungen auf den Knien zusammengerafft und so der Boden und die Pflanzen des Schutzes beraubt und den Bäumen die wichtigste Nahrung entzogen. Die gesammelte Streue wird in grossen Rückenkörben (&amp;laquo;Chris-Tschifferen&amp;raquo;) haufenweise nach Hause geschafft (Fig. 80) und als Streue benützt. Jeder sucht soviel als möglich zusammenzuscharren, einer dem andern zuvorzukommen; keiner will zu kurz kommen. So wird eine elende Raubwirtschaft getrieben. In Zeneggen werden in dem Gemeindewald von den einzelnen Bauern im Sommer, wenn die Streue trocken ist, ausser der vorweg heimgetragenen Streue, zahlreiche 2 &amp;frac12; - 4 m hohe, runde Haufen (Fig. 81) im Durchmesser von 3-4 m gemacht. Jede Haushaltung errichtet ein bis zwei solche Haufen, und im ganzen werden es im Herbst im Zenegger Gemeindewald über 80 sein. Damit die gesammelte Streue an dem Haufen nicht verrutscht oder vom Wind verweht oder von den Ziegen und Schafen zertreten wird, wird mittels Tännchen und Ästen ringsherum eine Art Zaun errichtet. Manches junge, hoffnungsvolle Bäumchen wird unbarmherzig umgehauen und zur Befestigung des Haufens benützt und so der Wald direkt geschädigt. Dieses Deckholz wird im Winter mitsamt der Streue und der angefrorenen Erde auf Schlitten nach Hause transportiert.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Auszug aus:&amp;nbsp;Stebler F.G., &amp;bdquo;Die Vispertaler Sonnenberge&amp;quot;, Jahrbuch der Schweiz, 56. Jahrgang, Schweizer Alpenclub, Bern, 1921, 56. Jahrgang, Schweizer Alpenclub, Bern, 1921&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/chrissu-in-zermatt-vs-277</link>
			<title>Chrissu in Zermatt (VS)</title>
			<description>&lt;p&gt;Hatte man das Chris bei abgehendem Mond gesammelt, konnte man eine böse Überraschung erleben.&lt;strong&gt; Ein Mann hatte nicht auf den Mond geachtet. Sein Chris war feucht geworden und in der Kälte des Winters gefroren. Als er es nicht verladen konnte, kam er auf die Idee, es zu sprengen. Das Resultat war, dass das Chris in alle Himmelsrichtungen verstreut wurde und der gute Mann mit leeren Händen dastand.&lt;/strong&gt; Das&lt;strong&gt; Chrissen&lt;/strong&gt; war nicht unumstritten. Es be- raubte den Boden des Schutzes und der Nährstoffe und entblösste die Wurzeln. So gab es während des Zweiten Weltkrieges eine Zeit, während der es verboten war. Auf Anordnung des Kreisförsters wurden Kontrollen durchgeführt und eventuelle&lt;strong&gt; Chrishüüfe&lt;/strong&gt; zerstört. Zu erwähnen bleibt noch, dass die Leute von&lt;strong&gt; Chris&lt;/strong&gt; sprachen, solange die trockenen Lärchennadeln noch im Wald lagen, im Stall nannten sie diese&lt;strong&gt; Trichchni. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Klaus Julen / Oswald Perren, Eine vergessene Welt, Die Berglandwirtschaft in Zermatt, Rottenverlag 1998, Seite 96&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/uebersicht-276</link>
			<title>Übersicht</title>
			<description>&lt;table border=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;0&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; class=&amp;quot;table&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&gt;
	&lt;tbody&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chrissu&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Transport&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Lagerung&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nutzung&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;* Vispertal (VS)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chiffra&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;* Zeneggen (VS)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chiffra&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chrishüffe (draussen)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;* Zermatt&amp;nbsp; (VS)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chiffra&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chrishüffe (draussen)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;* Eyholz (VS)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chiffra&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chrishüffe (draussen)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;* Vallorcine&amp;nbsp; (FR)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chiffra&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Chutes (ums Haus)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;* Safien (GR)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Säcke&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Stall&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Streue / in Notzeiten als Fütterung&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;* Triesenberg (LI)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;In der &amp;quot;Pfnilla&amp;quot;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;* Vorarlberg (A)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein (nur Laub)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Säcke&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Davos&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Arosa&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Rheinwald&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;teilweise&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Vals&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Avers&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Prättigau&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;teilweise&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/musterbeispiel-275</link>
			<title>Musterbeispiel</title>
			<description>&lt;p&gt;Ein Krebsschaden der Walliser Waldwirtschaft ist die rücksichtslose Ziegen und Schafweide&amp;nbsp;in den Wäldern. Noch viel schädlicher ist aber die übertriebene&amp;nbsp;Streuenutzung. Für den zahlreichen Viehstand ist viel Streue notwendig. Das Getreidestroh genügt nicht oder wird verfüttert oder als Bettstroh verwendet; anderes Streuematerial ist keines vorhanden. Da und dort wird im Herbst das saure, harte Gras der Magerwiesen, &amp;laquo;Buschga&amp;raquo; genannt, geschnitten und als Streue benützt. Die meiste Streue muss aber der Wald liefern. Die abgefallenen Nadeln, das Moos und der Humus des Waldes werden mit kleinen, eisernen Adlerrechen mit eng aneinanderstehenden, gekrümmten Zinken und kurzem, hölzernem Stiel auf dem Erdboden, zwischen den flach verlaufenden Wurzeln der Bäume und in den Vertiefungen auf den Knien zusammengerafft und so der Boden und die Pflanzen des Schutzes beraubt und den Bäumen die wichtigste Nahrung entzogen. Die gesammelte Streue wird in grossen Rückenkörben (&amp;laquo;Chris-Tschifferen&amp;raquo;) haufenweise nach Hause geschafft (Fig. 80) und als Streue benützt. Jeder sucht soviel als möglich zusammenzuscharren, einer dem andern zuvorzukommen; keiner will zu kurz kommen. So wird eine elende Raubwirtschaft getrieben. In Zeneggen werden in dem Gemeindewald von den einzelnen Bauern im Sommer, wenn die Streue trocken ist, ausser der vorweg heimgetragenen Streue, zahlreiche 2 &amp;frac12; - 4 m hohe, runde Haufen (Fig. 81) im Durchmesser von 3-4 m gemacht. Jede Haushaltung errichtet ein bis zwei solche Haufen, und im ganzen werden es im Herbst im Zenegger Gemeindewald über 80 sein. Damit die gesammelte Streue an dem Haufen nicht verrutscht oder vom Wind verweht oder von den Ziegen und Schafen zertreten wird, wird mittels Tännchen und Ästen ringsherum eine Art Zaun errichtet. Manches junge, hoffnungsvolle Bäumchen wird unbarmherzig umgehauen und zur Befestigung des Haufens benützt und so der Wald direkt geschädigt. Dieses Deckholz wird im Winter mitsamt der Streue und der angefrorenen Erde auf Schlitten nach Hause transportiert.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Auszug aus: Stebler F.G., &amp;bdquo;Die Vispertaler Sonnenberge&amp;quot;, Jahrbuch der Schweiz, 56. Jahrgang, Schweizer Alpenclub, Bern, 1921, 56.&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/chrissu-274</link>
			<title>Chrissu</title>
			<description>&lt;p&gt;&amp;quot;Meist wurde eine Mischung von Rech- und Krautstreue genutzt, wobei beim Zusammenrechen häufig auch die oberste Erdschicht abgeschält wurde (Plaggenhieb). Gemäss volkskundlichen Beschreibungen für den alpinen und voralpinen Raum (Uri, Wallis, Berner Oberland) verwendete man dazu entweder einen Schaber mit schaufelförmigem und vorne hakenförmig eingebogenem Eisen oder einen eisernen Adlerrechen mit eng aneinander stehenden, gekrümmten Zinken und kurzem Holzstiel. Damit kratzte man teilweise auf den Knien das Laub und die Nadeln (&amp;quot;Chris&amp;quot;, &amp;quot;Chrissu&amp;quot;, &amp;quot;Trel&amp;quot;), häufig vermischt mit Moos (&amp;quot;Miesch&amp;quot;) und krümeliger Walderde, fein säuberlich zusammen und ergänzte von Fall zu Fall mit gesichelten oder von Hand gerupften Farnkräutern und Waldgräsern. Wenn es nur um das Laub ging und der Untergrund geschont werden sollte, wischte man es mit verschiedenen Arten von Besen zusammen oder führte die Arbeit auch von blosser Hand durch.&amp;ldquo;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;http://www.fe.ethz.ch/people/gimmiu/M2685_Agr._Waldnutzung1.pdf&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/ds-feh-heftu-abinnu,-lossbinnu-273</link>
			<title>Ds Feh heftu: abinnu, lossbinnu</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;a(n)binnu,&lt;/strong&gt; anbinden;&amp;nbsp;&lt;strong&gt;lossbinnu&lt;/strong&gt;, auch&amp;nbsp;&lt;strong&gt;ds Vee heftu&lt;/strong&gt;: jede Kuh hatte im Stall auf der Brücke,&amp;nbsp;Brigi,&amp;nbsp; einen Platz von ca. 2 m2&amp;nbsp;zu Verfügung und wurde mit einer Kette,&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Chüechetti&lt;/strong&gt;, an die Futterkrippe,&amp;nbsp;Baarma, angebunden. Dabei wurde die Kette der Kuh um den Hals geschlungen und mit dem Quereisen (vgl. nebenstehendes Bild) durch den Ring befestigt, das andere Ende wurde durch das Baarmuloch gesteckt und mit dem anderen Quereisen an der Futterkrippe befestigt; damit sich das Quereisen nicht lösen und sich die Kuh damit befreien konnte wurde bei grösseren Löchern ein Knochenring (abgesägtes Stück Hohlknochen) zur Sicherheit am Quereisen befestigt. Für die grösseren Kälber (die kleineren hatte man in einem eigen Pferch, wo sie sich frei bewegen konnten) verwendete man die kleinere Chalberchetti.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/brichlu-iner-schiir-und-im-stall-272</link>
			<title>Brichlu iner Schiir und im Stall</title>
			<description>&lt;p&gt;Zur Illustration sei hier nochmals die Beschaffenheit eines Kuhstalls bis ca. 1960 dargestellt, die modernen Tierschutz- und Hygienegesetze liessen heute eine solche Viehhaltung nicht mehr zu.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Die wichtigsten Arbeiten sind:&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;a(n)binnu&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;heftu und üsslaa&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;handlu&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;hirtu&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;füetru&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;ihannu&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;losbinnu,&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;üsslaa&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;mälchu&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;mischtu&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;ds Süügu gä&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;treichu&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS, 20.2.12&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/dsnoeigiborna-271</link>
			<title>Ds&amp;apos;Nöigiborna</title>
			<description>&lt;p&gt;Für die Unterkunft des Kälbchens ist vorgesorgt worden. Man hat, ihm einen trockenen Platz &lt;strong&gt;Läger &lt;/strong&gt;bereitet, der mit guter Streue und gelegent&amp;shy;lich mit einem Holzrost als Unterlage versehen ist. Wo der Raum zur Verfügung steht, wird ihm ein eigenes Abteil, ein &amp;#39;Krummen&amp;#39; &lt;strong&gt;Chromo &lt;/strong&gt;hergerichtet. An dessen Wänden findet es bei seinen Stehversu&amp;shy;chen Halt, so daß es weniger hinfällt &lt;strong&gt;tsringsstitzt. &lt;/strong&gt;Sehr bald wird es mit einem Strick &lt;strong&gt;Schnotz&lt;/strong&gt;, einer Kette &lt;strong&gt;Chetti &lt;/strong&gt;oder einem hölzernen Hals&amp;shy;band, der &amp;#39;Kämme&amp;#39; &lt;strong&gt;&lt;strong&gt;Chamma &lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt;an die Krippe gebunden&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;gheftot&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;. &lt;/strong&gt;Die Kämme besteht aus einem hufeisenförmig gebogenen Holz, das an den Enden zur Aufnahme eines Verbindungsstückes, des Schlüssels &lt;strong&gt;Schlussil&lt;/strong&gt; durchlöchert ist. Sie hängt mitdem Verschluß nach oben um den Hals des Kalbes und hat gegenüber der Halskette oder dem Strick den Vorteil, daß das Kalb nicht gewürgt werden kann. Eine kurze Verbindungs&amp;shy;kette führt von der Kämme zur Krippe.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Hans Ulrich Rübel: Viehzucht im Oberwallis, Huber, Frauenfeld, 1950&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS. 3. 12. 12&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/dgebuurt-bim-rind-270</link>
			<title>D&amp;apos;Gebuurt bim Rind</title>
			<description>&lt;p&gt;Schon bevor das neue Lebewesen den Leib der Mutter zerreißt und ans Licht tritt, ergeht sich der Besitzer in Vermutunen über sein Geschlecht. Die Erfahrung hat gewisse Merkmale gezeitigt, die auf einen weiblichen oder auf einen männlichen Nachkommen weisen sollen. Übereinstimmend wird angenommen, daß ein helles Trächtigkeitssekret&lt;strong&gt; lüüteri Pflächtere&lt;/strong&gt;, ein weibliches Tier, ein dunkelbraunes Sekret fiischterri, &lt;strong&gt;brüüni Pflächtere&lt;/strong&gt; ein männliches Tier erwarten lasse. Ein schwer geladener, großer Bauch, &lt;strong&gt;groosi Mala&lt;/strong&gt;, läßt auf einen Stier schließen; an einem Kuhkalb trägt die Kuh leichter. Ein Kuhkalb bewegt sich mottot schi und stößt &lt;strong&gt;pinggot &lt;/strong&gt;gegen die rechte Flanke der Kuh vom sechsten &amp;#39;Monat der Tragzeit an bis zum neunten Monat; dann liegt es ruhig. Ein Stierkalb hält sich still bis zum neunten Monat, bewegt sich jedoch danach mit jedem Tag des Übertragens stärker. Ein weibliches Kalb kommt inner&amp;shy;halb 10-14 Tagen nach dem neunten Monat der Trächtigkeit zur Welt; einen Stier trägt die Kuh bis 21 Tage über die neun Monate hinaus, über die &amp;#39;Zeit&amp;#39; &lt;strong&gt;Ziit&lt;/strong&gt;, über das &amp;#39;Ziel&amp;#39; &lt;strong&gt;Zill&lt;/strong&gt;. Der Stier zehrt an der Kuh. Magert eine Kuh kurz vor dem &amp;#39;Ziel&amp;#39; oder beim Übertragen &lt;strong&gt;Uberträägu &lt;/strong&gt;stark ab, so soll mit Sicherheit ein Stier die Schuh! daran tragen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das genaue Geburtsdatum eines Kalbes kann nicht vorausgesagt werden. Man fragt deshalb nie: &amp;laquo;Wann wird die Kuli &amp;#39;kalben&amp;#39;, sondern: &amp;quot;Wann hat es (das Kühlein) die Zeit?, - das Ziel?&amp;quot;. &amp;quot;We ischt ds Zill?&amp;quot;. Wirft die Kuh im Spätherbst, so ist sie &amp;#39;früh&amp;#39; frieji. Liegt der Zeitpunkt des Abkalbens im neuen Jahr, dann ist sie &amp;#39;spät&amp;#39; speeti. Wird das Kleine schön in der Mitte, um Neujahr, zur Welt kommen, so spricht man von einem günstigen Zeit&amp;shy;punkt der Niederkunft, von einem schönen &amp;#39;Gereis&amp;#39; &lt;strong&gt;Greis&lt;/strong&gt;.&amp;nbsp; Die mittlere Abkalbezeit ist in den Bergverhältnissen durchschnittlich am günstigsten, weil dann die größte Jahresmilchmenge erreicht wird. Viele Bauern ziehen aber einen früheren Zeitpunkt vor, damit das Kalb Zeit hat zu erstarken, um im folgenden Som&amp;shy;mer gealpt werden zu können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei einem zu früh gefallenen Kalb, das noch nicht lebensfähig ist, handelt es sich um eine Fehlgeburt oder ein &amp;#39;Verwerfen&amp;#39; &lt;strong&gt;Verwäärffu &lt;/strong&gt;der Kuh.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf die Geburtsstunde rüstet sich die Kuh. Die groß gewordene Scheide zieht sich zu&amp;shy;sammen, der Schwanz wird weich, die Beckenbänder lockern sich. Sofern diese Bänder nach dem Tränken der Kuh wieder fest werden, kann es nochTage dauern, bis das Kalb kommt. Sind sie end&amp;shy;lich vollständig erschlafft, so beginnen die Wehen; die Kuh macht sich ans Kalben &lt;strong&gt;ds Chalbersch gaa&lt;/strong&gt;. Sie beginnt zu stampfen, &lt;strong&gt;storu&lt;/strong&gt;, hin und her zu&lt;sup&gt; &lt;/sup&gt;trappen, &lt;strong&gt;träpschu&lt;/strong&gt;, wirft sich nieder und drückt &lt;strong&gt;trickt&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein witziger Bauer meint, das sicherste Zeichen, (laß eine Kuh kalbe) sei ein Kopf vorne und einer hinten: an Grint voorna und eine hinnerna.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zuerst erscheint die Blase, Blaatra,&amp;nbsp; mit Fruchtwasser. Die Beine liegen in der Schleimblase &lt;strong&gt;Schliimblaatra&lt;/strong&gt;. Die Blasen sol&amp;shy;len den Weg durch die Geburtsgänge bahnen &lt;strong&gt;wägu&lt;/strong&gt;. Wenn sie geplatzt sind, greift der Bauer mit seinem gut gefetteten Arm ein, um die Lage des Kalbes festzustellen. Wenn es &amp;#39;gehörig&amp;#39; liegt&amp;#39;,&lt;strong&gt; keerig liggot&lt;/strong&gt;, läßt er die Natur walten, bis die Beine und der daraufliegende Kopf herausschauen. Dann bindet er einen Strick, &lt;strong&gt;Schnotz&lt;/strong&gt;, über den Knöcheln&amp;nbsp;um die Schienbeine des Kalbes, &amp;#39;verspannt&amp;#39; sich an der Kuh indem er mit den Füßen gegen sie stemmt, und abstößt, und zieht zuerst geradeaus und dann gegen das Euter. Das Kalb gleitet heraus, und da die Nabelschnur abgerissen ist, muß der Mund rasch zur Atmung geöffnet werden. Gelingt dies nicht, so erstickt und verendet, &amp;#39;verdirbt&amp;#39; das Kalb. Schwieriger wird die Geburt, wenn das Kalb auf dem Rücken, zunderobschi&amp;nbsp; liegt oder verkehrt,&lt;strong&gt; ts hinnerfirsch&lt;/strong&gt;, herauskommt. Ein Tierarzt ist nötig, wenn der Tragsack verdreht oder verknöpft, &amp;#39;verbändert&amp;#39;&amp;nbsp;ist. Bringt man in diesem Falle das Muttertier mit dem Leben davon, so ist man zufrieden. Das Kalb bleibt selten am Leben. Ein totes, &amp;#39;abgestandenes&amp;#39;, &lt;strong&gt;apgstannus, futschigs,&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;Kalb braucht man als Lockspeise für Füchse &lt;strong&gt;Fugsbeizi&lt;/strong&gt;. Der Kadaver, &amp;#39;Blag&amp;#39; &lt;strong&gt;Plagg&lt;/strong&gt;, stinkt bleggjot, fürchterlich, bis er vom Fuchs &amp;#39;oder von den Vögeln bis auf das Gerippe ver&amp;shy;zehrt ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach der Geburt gilt es aufzupassen, daß die Kuh nicht den Gebär&amp;shy;muttervorfall bekommt. Wenn die Kuh &amp;#39;die Gebärmutter zeigt&amp;#39; &lt;strong&gt;der Liip zeigt, birchinut&lt;/strong&gt;, besteht die Gefahr, daß sie diese ganz herausdrückt, &amp;#39;den Leib darrührt&amp;#39; der &lt;strong&gt;Lip darriert,&lt;/strong&gt; &amp;#39;dargeheit&amp;#39;, &lt;strong&gt;darkchiit&lt;/strong&gt;. Um den Druck zu lindern, verabreicht man ihr in Schnaps getauchtes Brot. Vor allem aber wird man bestrebt sein, die Kuh auf die Beine zu bringen. Schiebt man ihr das frischgeworfene Kalb hin, so will sie es ablecken; dadurch erreicht man erstens, daß die Kuh aufsteht, und zu&amp;shy;gleich, daß das Kalb schnell trocknet. Nötigenfalls bleibt noch das Druck&amp;shy;band, &lt;strong&gt;Druckbant &lt;/strong&gt;übrig, welches um die Scheide ge&amp;shy;legt und vorn an der Brust verspannt den Austritt der Gebärmutter ver&amp;shy;hindert. Diese Vorrichtung ist jedoch ungünstig, da sie zugleich die Nach&amp;shy;geburt &amp;#39;hinterhält&amp;#39; &lt;strong&gt;hinnerhet&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einige Stunden nach der Geburt soll die Kuh den Mutterkuchen, die Nachgeburt, &lt;strong&gt;Siiberra, Reini, Schlichti &lt;/strong&gt;von sich geben, &amp;#39;sich säubern&amp;#39;. Um dies zu fördern, gibt man der Kuh einen halben Liter Wein und reibt ihren Rücken mit heißem Schweinefett, &amp;#39;Schmer&amp;#39; &lt;a href=&amp;quot;?id=49&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Schmärr &lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;ein. Etwa acht Tage lang darf man keine treibende Nahrung, besonders kein Emd, verabreichen, weil sich sonst leicht Verdauungsstörungen einstellen. Jedoch erhält die Kuh etwas zur Nachreinigung, &lt;strong&gt;Fleetigu&lt;/strong&gt;, am besten Roggenbrot mit But&amp;shy;ter, Leinsamenschleim, &lt;strong&gt;Liset,&amp;nbsp; &lt;/strong&gt;Eier, Räben, &lt;strong&gt;Reetricha, &lt;/strong&gt;Kohlraben &lt;strong&gt;Raafe&lt;/strong&gt;, rohe Kartoffeln und nach jedem Melken einen Liter ihrer eigenen Milch. Die ersten drei bis vier Melkzeiten &lt;strong&gt;Mälchziit &lt;/strong&gt;nach der Geburt entrinnt dem Euter eine dicke, dunkelgelbe Milch, &amp;#39;der Biest&amp;#39; &lt;strong&gt;Biescht&lt;/strong&gt;: Biest ist ein Laxiermittel (Abführmittel). Da auch der Magen des Kalbes durchgespült werden muß, bekommt das Kalb einen Teil der Biestmilch. Was davon übrigbleibt, wird teils den Nachbarn geschenkt, teils zum Backen einer feinen Torte &lt;strong&gt;Bieschttorta &lt;/strong&gt;verwendet. Man schlägt zwei Eier, etwas Rahm einen Löffel voll Zucker, eine Prise Salz , eine Messerspitze Zimt &lt;strong&gt;Ganilla &lt;/strong&gt;und Änis untereinander und schüttet die Biestmilch dazu. Daneben wird ein Rost, &lt;strong&gt;Rooscht&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;mittels Mehl und einem Würfel Fett bereitet und ein großer Topf &lt;strong&gt;Märmitta&lt;/strong&gt; damit ausgestrichen. In diesem Topf kommt alles zu&amp;shy;sammen in den Backofen und wird nachher mit gesottenen Kartoffeln auf&amp;shy;getragen und gegessen. Natürlich gibt es noch andere Rezepte, doch stimmen alle darin überein, daß das Resultat köstlich mundet.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Hans Ulrich Rübel: Viehzucht im Oberwallis, Huber, Frauenfeld, 1950&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS, 28. 11. 12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/begattig-und-traechtigcheit-269</link>
			<title>Begattig und Trächtigcheit</title>
			<description>&lt;p&gt;Ein weißlicher, oft etwas blutigrot gefärbter Ausfluß drei bis fünf Tage nach dem Sprung wird als gutes Zeichen bewertet, daß die Kuh &amp;#39;behalten&amp;#39;&lt;strong&gt; phaaltu, agnu, üffgnu &lt;/strong&gt;hat.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ist die Bespringung erfolglos verlaufen, so erscheint die Brunst wieder, die Kuh ist &amp;#39;wieder zurückgekommen&amp;#39; wider zruggcho, &lt;strong&gt;arwunnu&lt;/strong&gt;&lt;sup&gt;. &lt;/sup&gt;Um gewiß zu sein, daß die Kuh gefaßt hat, muß man abwarten, bis drei Wochen vorüber sind. Wird sie dann nicht mehr brünstig, so ist sie &amp;#39;über die Wochen&amp;#39; uber d Wuche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der Zeit zwischen Empfängnis und Geburt ist die Kuh tragend &lt;strong&gt;trägundi&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es besteht die Möglichkeit, daß die junge Frucht einige Zeit nach dem Sprenge aus irgend einem Grunde absteht. Dies ist zu befürchten, wenn die Kuh einen schmutzig-eitrigen Saft ausscheidet. schii &lt;strong&gt;suwwot &lt;/strong&gt;oder &lt;strong&gt;schwiinot.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als normale, willkommene Erscheinung hingegen betrachtet man die Tragbänder &lt;strong&gt;Trääglächterra, Träägolter&lt;/strong&gt; einen bräunlich-bändrigen Auswurf, der sich etwa zehn Wochennach dem Geführtsein einstellt und bis zum Kalben stets zunimmt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein anderer Erweis der Trächtigkeit läßt sich am Euter beobachten. Etwa in halber Tragzeit bekommt das Rind ein volleres, größeres Euter, &amp;#39;es flamet&amp;#39; äss &lt;strong&gt;flaamet. &lt;/strong&gt;Während das weibliche Tier das werdende Geschöpf noch in sich mit seinem eigenen Fleisch und Blut nährt, schwillt es um Euter und Nabel oft bis zur Brust hinauf an. Diese Anschwellung, &amp;#39;Fluß&amp;#39; Fluss, &amp;#39;Geschwulst&amp;#39; Gschwulscht, &amp;#39;Schlier&amp;#39; &lt;strong&gt;Schliera&lt;/strong&gt;, &amp;#39;Schwune&amp;#39; &lt;strong&gt;Schwiina&lt;/strong&gt;, prägt sich am deutlichsten bei den zum ersten Male trächtigen Rindern aus, tritt aber auch bei Kühen mit dem zweiten und dritten Kalb auf. Sie verschwindet erst acht bis vierzehn Tage nach der Geburt wieder. Solange die Schwellung nach dem Kalben währt, pflegt die Milchleistung dauernd anzusteigen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor dem Kalben sollen die Kühe &amp;#39;galt&amp;#39; &lt;strong&gt;gaalt&lt;/strong&gt;, sein, das heißt keine Milch mehr geben. Sechs bis acht Wochen vor dem neunten Monat der Trächtigkeit muß der Milchfluss eingedämmt werden, man muß die Kühe&amp;#39;ergelten&amp;#39; la &lt;strong&gt;ergaalte&lt;/strong&gt;, wenn sie nicht von selbst &amp;#39;ergalten&amp;#39;. Dies erreicht man durch knappbemessenes Füttern, durch Abwaschen des Euters mit Enzianschnaps (Gentiana lutea) Jänzinuschnaps oder durch unregelmäßiges Melken. Drei- bis viermaliges Melken im Tag ist den Kühen zuwider, so daß sie&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;die&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;Milch nicht mehr gehen lassen. Meist werden Umgekehrt Melkzeiten &lt;strong&gt;Mälchine &lt;/strong&gt;übersprungen, zuerst eine, dann umgekehrt zwei, drei, bis man schließlich ganz mitdem Melken aufhört. Diese Methode der Milchabdrosselung nennt man &amp;#39;malen&amp;#39; &lt;strong&gt;maalu.&lt;/strong&gt; Die auf diese Weise gemolkene Milch&amp;nbsp;darf man nicht in die Sennerei Sännerii bringen. Sie ist mürbe määrwi hat einen salzigen Geschmack an &lt;strong&gt;reecke&lt;/strong&gt;, gspässige Guscht und läßt sich nicht mehr kochen &lt;strong&gt;arwellu&lt;/strong&gt;. Man verwendet sie zur Herstellung von &amp;#39;Brocke&amp;#39; &lt;strong&gt;Brocheta &lt;/strong&gt;einer rahm&amp;shy;ähnlichen Masse, die am ehesten mit Joghurt verglichen werden kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei hochträchtigen Bindern kann geprüft werden, ob alle vier Zitzen offen sind und Milch geben werden. Versucht man kurz vor dem Kalben zu melken, so muß dem Euter eine gelblich klebrige Milchsubstanz, das Harz &lt;strong&gt;Leertschina &lt;/strong&gt;entrinnen.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Hans Ulrich Rübel: Viehzucht im Oberwallis, Huber, Frauenfeld, 1950&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS, 22. 11. 12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/dbrunscht-vam-rindfeh-268</link>
			<title>D&amp;apos;Brunscht vam Rindfeh</title>
			<description>&lt;p&gt;Der Bauer muß die Brunst erkennen. Wenn er in den Stall tritt, wird er leicht pfeifen und niex gs, gs, gx rufen und&lt;sub&gt; &lt;/sub&gt;achten, ob die Kuh sich künde schich chinte. Ist die Kuh stiersüchtig, so wird sie die Ohren spitzen, d Ooru stitzu,&amp;nbsp; sich dehnen, schich deenu, das heißt den Rücken einlassen der Rigg ilaa, schich chrimpu (krümmen), -ambribiegu (einbiegen), - bicku (bücken) und verstört umherblicken gstoort umenandrelotzu. Aus der Scheide sondert sie eine helle, klebrige Flüssigkeit ab, schii &lt;strong&gt;lächteret&lt;/strong&gt;,&amp;nbsp; die oft als&lt;sup&gt;,&lt;/sup&gt; Schleim&amp;shy;band, &amp;#39;Schleisse&amp;#39; &lt;strong&gt;Pflächtera&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Lächtera,&lt;/strong&gt;&amp;nbsp; herabhängt. Will eine Kuh keinen Tropfen Wasser trin&amp;shy;ken nit an Nässi laffu, brennt sie auf dem Weg zur Tränke gerne durch und versucht andere Tiere zu besteigen riitigi, so sind das weitere Anhaltspunkte, die dein Bauern die kommende oder währende Brunst anzeigen. Es gibt aber auch Kühe, bei denen diese Anzeichen nicht oder nur an&amp;shy;deutungsweise in Erscheinung treten, die ihre Brunst nicht künden, nit chintu, mäldu, zeigu können. Diese muss man &amp;#39;auf gut Glück&amp;#39;&amp;nbsp; zum Stier füh&amp;shy;ren. Hat der Bauer die Brunstzeit übersehen,&amp;nbsp; muss er auf die nächste warten.&lt;sup&gt; &lt;/sup&gt;Umgekehrt gibt es Tiere, die fast stän&amp;shy;dig brünstig sind und dies durch lautes Brüllen kundgeben. Bei einer solchen Kuh besteht die Gefahr, daß sie &amp;#39;in Hitze gerät&amp;#39; und &amp;#39;zur Reiterin wird&amp;#39;. Als &amp;#39;Reiterin&amp;#39; ist sie trotz ihrem Verlangen nach der Begattung unfruchtbar, &lt;strong&gt;apstellig&lt;/strong&gt;. Der Tierarzt muß ihr die Gebärmutterzisten zerdrücken oder zerschneiden&amp;nbsp; damit sie wieder trächtig &lt;strong&gt;träägundi &lt;/strong&gt;wird. Da die Krankheit jedoch wiederkehren kann und die Operation zu teuer ist, wird die Heilung meist unterlassen und die Kuh zur Mast und für die Schlachtbank bestimmt. Das gleiche Schicksal erleidet der Zwitter &lt;strong&gt;Zwick &lt;/strong&gt;der keine Brunst hat und zur Zucht nicht ver&amp;shy;wendet werden kann.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Hans Ulrich Rübel: Viehzucht im Oberwallis, Huber, Frauenfeld, 1950&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS, 29. 10. 12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/altersbzeichnig-bim-rindfeh-267</link>
			<title>Altersbzeichnig bim Rindfeh</title>
			<description>&lt;p&gt;Bei der Nachwuchszunahme unter dem Rindvieh interessiert den Züch&amp;shy;ter immer zuerst, ob sein neuer Stallinsasse weiblichen oder männlichen Geschlechts sei. Ist es ein Kuhkalb, &lt;strong&gt;Chalb&lt;/strong&gt;, Kuetsche&amp;#39; &lt;strong&gt;Chüetscha&lt;/strong&gt;&amp;nbsp; oder ein Stierkalb, &lt;strong&gt;Stier&lt;/strong&gt;, dim.: &lt;strong&gt;Stieri, Stieggi, Stierli&lt;/strong&gt;. Diese terminologische Unterscheidung gilt fast nur für diese Frage. Nach&amp;shy;her wird das junge Tier einfach als Kalb , &lt;strong&gt;Chalp&lt;/strong&gt;, bezeichnet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Bezeichnung &amp;#39;Fardel&amp;#39;, &lt;strong&gt;Faardel&amp;nbsp; &lt;/strong&gt;für ein Kalb von sechs Monaten bis zu einem Jahr ist nur im Goms eigentümlich in den übrigen Orten wird es als &lt;strong&gt;Chalp &lt;/strong&gt;oder &lt;strong&gt;Chüetschi&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Chüetschilli &lt;/strong&gt;bezeichnet. Etwa nach einem Jahr, wenn das Kalb geschlechtsreif geworden ist, nennt man es &lt;strong&gt;Rinderli&lt;/strong&gt;. Eine zeitliche Untscheidung zwischen 1, 2 oder 3jährigen Rindern als Mensrind, &lt;strong&gt;Mänsrind &lt;/strong&gt;oder Zeitrind, &lt;strong&gt;Ziitrind, &lt;/strong&gt;macht man nur im Goms oder Lötschental.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;An allen übrigen Orten werden die Alter der Rinder weniger scharf aus&amp;shy;einandergehalten. Man spricht von einem letztjährigen, &amp;#39;ferndrigen,&amp;#39; &lt;strong&gt;fäädrigu&lt;/strong&gt; Kalb, welches im Alter ungefähr dem Fardel entspricht, und einem &amp;#39;vor&amp;shy;ferndrigen&amp;#39; &lt;strong&gt;vorfäädrigu &lt;/strong&gt;Kalb, das im zweiten Lebensjahr steht. Etwa im Alter von zwei Jahren, je nach Größe und Aussehen auch schon vorher, bezeichnet man das Kalb als kleines Rind &lt;strong&gt;Rinderlin&lt;/strong&gt; oder &lt;strong&gt;Meisschilti&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Meisschi&lt;/strong&gt;. Im Moment, da das Tier zum Stier zugelassen und trächtig wird, ist es &amp;#39;zum Rind gegangen&amp;#39; tsum rind gigangu, nun heisst das Rind, &lt;strong&gt;Rind&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Übergang vom Kalb zum Rind kann aber auch vom Zahnwechsel abhängig gemacht werden. Das Kalb wird dann Rind genannt, wenn es die ersten zwei Zähne dar erst Wurf verloren hat. Der Verlust der Milchzähne, &lt;strong&gt;Chalberzänt &lt;/strong&gt;hat für das Alter des Kalbes in doppelter Beziehung Bedeutung und wird deshalb zum namenscheidenden Faktor in der Entwicklung des Tieres. Einerseits be&amp;shy;trifft es die Sömmerung. Ein Rind, welches schon Schaufelzähne, &lt;strong&gt;Schüüfle&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Schüüfilzänt&lt;/strong&gt;, benötigt ein ganzes Alprecht, &lt;strong&gt;Alprächt&lt;/strong&gt;, wie eine Kuh, um gealpt zu werden, währenddem es, solange es die Milchzähne besitzt, als &lt;strong&gt;halbchüeligs&lt;/strong&gt; Kalb (1/2 Kuhrecht), im ersten Sommer sogar als &amp;#39;füßiges&amp;#39; fiessigs Kalb (1 Fuss ist das kleinste Alprecht, das vergeben wurde) gerechnet wird und nur ein halbes, beziehungsweise ein Viertelskuhrecht beansprucht. Anderseits spielt der Zahnwechsel in Bezug auf die Fleisch&amp;shy;qualität eine Rolle. Das Fleisch eines Tieres, welches die Milchzähne ab&amp;shy;gestoßen hat und dessen erste Ersatzzähne nachgewachsen sind, ist schmackhafter &lt;strong&gt;guschthafter, guschtiger, &lt;/strong&gt;als Kalbfleisch, trocknet weniger ein und ist deshalb ergiebiger und auch besser aufzubewahren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die wichtigste Veränderung im Leben eines Rindes ist das erste Abkalben. Ein Tier mit dem ersten Kalb heißt &amp;#39;Mense&amp;#39; &lt;strong&gt;Mäntscha&lt;/strong&gt;, Erstmelke, &lt;strong&gt;Eerschtmälcha&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Eerschterli&lt;/strong&gt;. Beim zweiten Kalb wird es als Zweitmälcha und danach entgültig als Kuh, &lt;strong&gt;Chüe &lt;/strong&gt;angesprochen.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Hans Ulrich Rübel: Viehzucht im Oberwallis, Huber, Frauenfeld, 1950&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS, 27.10.12&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/viehzucht/fehchoerper-266</link>
			<title>Fehchörper</title>
			<description>&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Rübel, S. 15 - 22&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;VS, 25. 2. 12&lt;/h5&gt;

&lt;h2&gt;Grint [Der Kopf]&lt;/h2&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Der verletzbarste Teil des Tieres ist das Genick &lt;strong&gt;Gnick,&lt;/strong&gt; die ihrer Form nach auch als kleine Grube &lt;strong&gt;Grüebji&lt;/strong&gt; oder kleines Loch, &amp;nbsp;&lt;strong&gt;Toli&lt;/strong&gt;, bezeichnete Stelle unmittelbar hinter dem Kopf.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;&amp;nbsp;&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Hörner &lt;strong&gt;Heerner,&lt;/strong&gt;&amp;nbsp; &lt;strong&gt;Hooru &lt;/strong&gt;werden den Kühen zur Zierde gerechnet. Am liebsten sieht man leicht nach außen stehende und dann hübsch aufwärts geschwungene Gabelhörner, &amp;nbsp;&lt;strong&gt;Gabilhooru&lt;/strong&gt;. Der Eigenname &lt;strong&gt;Gäbil&lt;/strong&gt; bedeutet deshalb eine Auszeichnung für eine Kuh. Stehen die Hörner senkrecht in die Höhe, so bekommt das Tier den Namen Teufel &lt;strong&gt;Tiifil&lt;/strong&gt; oder Stutzer, &lt;strong&gt;Stutzer&lt;/strong&gt;, streben sie nach auswärts, so nennt man das Tier Bohrer, &lt;strong&gt;Näpper&lt;/strong&gt; oder Spiess, &lt;strong&gt;Spiess&lt;/strong&gt;; führen sie gerade nach vorn, so wird die Kuh etwa Jäger, &lt;strong&gt;Jeger&lt;/strong&gt; getauft. Hirz, &lt;strong&gt;Hirz&lt;/strong&gt; heißt ein Tier mit nach hinten gekrümmten Hörnern. Noch abstossender werden tierabhangende Hängehörner, &lt;strong&gt;Hanghooru&lt;/strong&gt; oder plumpe, grobe Stierhörner, &lt;strong&gt;Stierhooru&lt;/strong&gt; empfunden. Hat eine Kuh ein Horn abgeschlagen, &lt;strong&gt;apgriert&lt;/strong&gt;, so wird sie zum Einhorn, &lt;strong&gt;Eihoori&lt;/strong&gt;. Das Mark, &lt;strong&gt;Maarg&lt;/strong&gt; in dem zurückbleibenden Knochenzapfen Stumpen, &lt;strong&gt;Stumpo&lt;/strong&gt;, Schluecht, &lt;strong&gt;Schlüecht&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;darf nicht verletzt werden, sonst bekommt das Tier Epilepsie &lt;strong&gt;Fallu&lt;/strong&gt;. Ein Tier, das keine oder nur ganz gering ausgebildete Hörner hat, heißt Mutte, &lt;strong&gt;Mutta&lt;/strong&gt;, Muttler, &lt;strong&gt;Muttler&lt;/strong&gt; oder Mutz, &lt;strong&gt;Mutz&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Manchen Kühen wächst ein Haarbüschel, &lt;strong&gt;Strubil&lt;/strong&gt; zwischen den Hörnern.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Darunter liegt die Stirne Stirna.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Das Ohr, &lt;strong&gt;Oori&lt;/strong&gt;, dient als Krankheitsbarometer. Fasst es sich kalt an, so soll das ein sicheres Zeichen sein, dass die Kuh Fieber hat.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Das Auge, &lt;strong&gt;Öügg&lt;/strong&gt; soll voll und lebhaft, rösch, &lt;strong&gt;resch&lt;/strong&gt; sein und durch seinen Ausdruck den gewünschten Charakter des Tieres spiegeln. Eitrige Ränder lassen auf Lungenkrankheit schließen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Unter der Nase, &lt;strong&gt;Nasa&lt;/strong&gt; mit den Nasenlöchern &lt;strong&gt;Nasulecher, Nasuloch&lt;/strong&gt; liegt das Maul, wofür die höflichste, aber ungebräuchlichste Bezeichnung &lt;strong&gt;Müll&lt;/strong&gt; lautet. Die geläufigen Ausdrücke sind Gefräss, &lt;strong&gt;Gfräss&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;und Geläff, &lt;strong&gt;Gläff&lt;/strong&gt;. Ein grob abschätziger Klang haftet an den Wörtern Schurre, &lt;strong&gt;Schnura&lt;/strong&gt; und Grense, &lt;strong&gt;Greischa&lt;/strong&gt;. Das Innere des Maules, das Gebiss und die Knochenteile, spricht man als Sage, &lt;strong&gt;Saaga&lt;/strong&gt; , Breche, &lt;strong&gt;Brächa&lt;/strong&gt; an. Für das vordere weiche Lippenstück, die Lespe, &lt;strong&gt;Läschpa&lt;/strong&gt;, das man beim Schlachten abschneidet, reinigt, brüht und dann als Salat isst, treten noch folgende Bezeichnungen auf: Maulere, &lt;strong&gt;Müülerra&lt;/strong&gt;, Schürfile, &lt;strong&gt;Schnirrfilla&lt;/strong&gt;, Geläferne, &lt;strong&gt;Gläferna&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Seitenpartie vom Maul bis zti den Ohren ist die Wange, Wanga.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Zusammenfassend bezeichnet ein Bauer aus Bürchen als ideale Eigenschaften eines Kuhkopfes die folgenden: einen kurzen Kopf an &lt;strong&gt;churze Grint, &lt;/strong&gt;schlanke Hörner &lt;strong&gt;liechti Hooru&lt;/strong&gt;, volle Augen, &lt;strong&gt;folli öügu&lt;/strong&gt; und ein grosses, breites Maul, &amp;nbsp;&lt;strong&gt;as grooss breits Gläff&lt;/strong&gt;. Letzteres ist besonders wichtig, denn &amp;bdquo;ein breites Maul frisst alle&amp;ldquo; &lt;strong&gt;as breits Gläff frisst alls&lt;/strong&gt;, wogegen &amp;bdquo;ein spitzes Maul&amp;ldquo; an &lt;strong&gt;spitzi Schnura&lt;/strong&gt; darauf schließen läßt, daß das Tier wählerisch, alwert, &lt;strong&gt;allwärts&lt;/strong&gt;; verscheizt, &lt;strong&gt;verscheissts&lt;/strong&gt;, visierlich, &lt;strong&gt;visierlich&lt;/strong&gt;, hoffärtig, &lt;strong&gt;hoffäärtigs&lt;/strong&gt;, müelig, &lt;strong&gt;mielichs&lt;/strong&gt; im Fressen ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Quelle: Hans Ulrich Rübel: Viehzucht im Oberwallis, Huber, Frauenfeld, 1950&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a id=&amp;quot;c882&amp;quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Der vorder Viertil [Die vordere Körperpartie]&lt;/h2&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Der Hals &lt;strong&gt;Hals&lt;/strong&gt; beim Stier Nacken &lt;strong&gt;Nacko&lt;/strong&gt; genannt, kann oben verdickt sein und eine Haube &lt;strong&gt;Hüübu&lt;/strong&gt; bilden. Unten soll er&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;in eine große, schön herabhängende Wamme &lt;strong&gt;Lämpo&lt;/strong&gt; ausmünden. Unter der Wamme liegt der Brustkern &lt;strong&gt;Bruschtchääro&lt;/strong&gt; der fettgefüllte Teil der Brust. Ist die Brust breit, so stehen die Rippen&amp;nbsp; &lt;strong&gt;Rippini, Rippi&lt;/strong&gt; weit auseinander, was als gutes Milchzeichen gewertet wird. Umgekehrt sollen&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;die Schultern &lt;strong&gt;Laffa, Spaala &lt;/strong&gt;nicht zu weit voneinander abstehen, ansonst man von der Kuh sagt, sie stehe &lt;strong&gt;entlaffti&lt;/strong&gt; und glaubt darin zum mindesten ein Müdigkeitszeichen, wenn nicht eine Alterserscheinung zu erkennen.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;&lt;a id=&amp;quot;c883&amp;quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Rigg [Der Rücken]&lt;/h2&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Das vordere Kreuz &lt;strong&gt;ds vorder Chritz&lt;/strong&gt; erhält häufig die vom Pferde- oder Maultierkörper übernommene Bezeichnung Widerrist &lt;strong&gt;Widerrischt&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Rischt&lt;/strong&gt; oder &lt;strong&gt;Vorrrischt&lt;/strong&gt;. Ein hoher Rist &lt;strong&gt;as het&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;Vorrrischt&lt;/strong&gt;, wie bei den Pferden, ist nicht beliebt. Tiere mit niederem Rist sollen sich viel besser mästen lassen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Das eigentliche Kreuz &lt;strong&gt;Chriitz&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;nur im Gegensatz zum vorderen Kreuz als hinteres Kreuz &lt;strong&gt;ds hinner Chriitz&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;bezeichnet. Als besonders gutes Milchzeichen gilt der sogenannte Geiß- oder Hennentritt &lt;strong&gt;Geiss&lt;/strong&gt;- oder&lt;strong&gt; Hännutritt&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;eine Art Muttermal auf dem Kreuz. Die ganze Rückenpartie überblickend, ist dem Bauer das wichtigste &amp;bdquo;ein grader Rücken und ein breites Kreu&lt;strong&gt;z&amp;ldquo;,&amp;nbsp; an grade Rigg und ass breits Chriitz.&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a id=&amp;quot;c884&amp;quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Die hintere Körperpartie&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Hinter dem Kreuz liegt das Brett, Brätt. Kreuz und Brett werden zusammen Kruppe Kruppi genannt.&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Beidseitig des Kreuzes erkennt man bei mageren Kühen deutlich die Hüftknochen &lt;strong&gt;Hufbei&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Chriitzbei&lt;/strong&gt;. Unmittelbar davor liegen&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;die Hungergruben &lt;strong&gt;Hungertole&lt;/strong&gt;. Die von hinten gesehen rechts liegende Grube, das &amp;#39;Saufloch&amp;#39; &lt;strong&gt;Lafftola&lt;/strong&gt;, ist etwas grösser als die linke Vertiefung, das &amp;sbquo;Fressloch&amp;lsquo;, &lt;strong&gt;Frässtola&lt;/strong&gt;. Will man bei einer trächtigen Kuli ermitteln, ob das Kalb spürbar sei, so drückt man in die rechte Hungergrube.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die beiden Ausdrücke für den Oberschenkel, &amp;#39;Lid&amp;#39; &lt;strong&gt;Lit&lt;/strong&gt; und `Backe&amp;#39; &lt;strong&gt;Paggo&lt;/strong&gt;, werden teilweise nebeneinander gebraucht, &amp;nbsp;oft aber ist ihre Anwendung so, dass &lt;strong&gt;Lide&lt;/strong&gt; die Schenkel des Kleinviehs, &lt;strong&gt;Pagge&lt;/strong&gt; diejenigen des Großviehs bedeuten.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;h5&gt;VS, 27.2.12&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;&lt;a id=&amp;quot;c885&amp;quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Büüch [Der Bauch]&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der Bauch wird meist mit dem von einzelnen Gewährspersonen allerdings als grob empfundenen Ausdruck ,Budel&amp;#39;, &lt;strong&gt;Bidil&lt;/strong&gt; bezeichnet, etwas seltener mit den auch nicht höflicheren Termini &amp;sbquo;Ranzen&amp;lsquo;, &amp;nbsp;&lt;strong&gt;Ranzo&lt;/strong&gt; oder &amp;sbquo;Male, &amp;nbsp;&lt;strong&gt;Mala.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a id=&amp;quot;c886&amp;quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Gangwäärch [Schwanz und Gliedmassen]&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Kruppe mündet in den Schwanz aus, der die Rückenlinie möglichst ebenmäßig abschließen soll.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Die Schwanzwurzel: &lt;strong&gt;Schwanzbei, Schwanzasatz, Schwanzriepa, Schwanzstuck, Schwanzfädera, Schwanzchamma,&lt;/strong&gt; darf also weder hoch angesetzt, &amp;sbquo;hochrüpnoch&amp;lsquo; &lt;strong&gt;hoochriepi&lt;/strong&gt;, noch tiefliegend, &amp;sbquo;eingeschlagen&amp;lsquo; &lt;strong&gt;igschlagni&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;sein.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Das knorplige Ende des Schwanzes, &amp;sbquo;Rübe&amp;lsquo;, &lt;strong&gt;Riepa&lt;/strong&gt; ist mit einem Haarbüschel, &amp;nbsp;&lt;strong&gt;Schwanzpuschil&lt;/strong&gt;, behangen und soll tief herabbaumeln, weil ein langer Schwanz im Ruf eines guten Milchzeichens steht.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Der Fuß, &amp;nbsp;&lt;strong&gt;Tschaago&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Tschebil&lt;/strong&gt;, &amp;nbsp;wird am vorderen Bein am &lt;strong&gt;Vordertschaago, Vordertschebil&lt;/strong&gt; , vom&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Karpalgelenk, dem &amp;sbquo;Knie&amp;lsquo;, &lt;strong&gt;Chneww&lt;/strong&gt; bis zu den Klauen, am hinteren Bein am &lt;strong&gt;Hinnertschaago&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Hinnertschebil&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;vom Sprunggelenk bis zu den Klauen gerechnet.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Im Sprunggelenk &lt;strong&gt;Haxa&lt;/strong&gt;, kann die Kuh das Bein nicht biegen, &lt;strong&gt;gleichu&lt;/strong&gt;. &amp;nbsp;Deshalb lässt sie sich beim Abliegen zuerst vorne und dann hinten nieder.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Der dünne Mittelfuß heißt wie das Schienbein des Menschen &lt;strong&gt;ts ranisch bei&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die beiden Hornstrahlen, auf denen der Fuß ruht, werden zusammen als &lt;strong&gt;Schüe&lt;/strong&gt; oder &lt;strong&gt;Chlaawo&lt;/strong&gt; bezeichnet; doch muss unter Umständen auch die Mehrzahl dafür gebraucht werden, und die Einzahl kommt dann nur einer Spitze der Hornklaue zu. So bedeutet eine Klaue als Alprechtsterminus 1/8 &amp;nbsp;&amp;nbsp;Kuhrecht, das heißt es werden acht Klauen an der Kuh gezählt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Oberhalb der Klaue liegen die kleinen Klauen &lt;strong&gt;ds chlei Chüeli, der chlei Chlaawo&lt;/strong&gt;. Darunter befinden sich Fußwurzelknöchelchen, welche nach dem Schlachten eines Rindes nicht weggeworfen, sondern den Kindern als Spielzeug gegeben werden. Die Kinder versehen ihr Knochenvieh &lt;strong&gt;Beichje&lt;/strong&gt; mit Schwänzen aus Schweinsborsten und nennen ihre Tiere je nach der Größe: Stier, &lt;strong&gt;Stieri, Stieggi&lt;/strong&gt;, Kuh, &lt;strong&gt;Chüe&lt;/strong&gt;, &amp;nbsp;&amp;nbsp;Kalb&lt;strong&gt;, &amp;nbsp;Chalb, &amp;nbsp;Chalbji,&lt;/strong&gt; &amp;nbsp;Schwein, &lt;strong&gt;Schwii, Schwinggi. &lt;/strong&gt;Das Kind mit: den meisten Knöchelchen nennt sich stolz &lt;strong&gt;Chüebeichinig&lt;/strong&gt;. Im obersten Goms heisst ein Gelenkknöchelchen ,Nusi&amp;lsquo;, &lt;strong&gt;Nüüsi&lt;/strong&gt; oder Hiregeiss&amp;lsquo;,&amp;nbsp; &lt;strong&gt;Hiregeiss&lt;/strong&gt;; &amp;nbsp;damit wird ein dem Hornussen verwandtes Spiel getrieben: &lt;strong&gt;hirehüüsinu&lt;/strong&gt; (vgl. auch &lt;strong&gt;Tschärättun&lt;/strong&gt; im Lötschental).&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;h2&gt;Üter [Euter]&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das Rind soll an den Schenkeln bis zum Euter hinunter gut mit Fleisch gepolstert, &amp;#39;gehost&amp;#39; &lt;strong&gt;khosets&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;sein, so dass&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;das Eutergelenk - &lt;strong&gt;Ütergleich &lt;/strong&gt;nicht sichtbar hervotritt.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Die Gegend zwischen Eutergelenk und Euter wird Weiche - &lt;strong&gt;Wiichi &lt;/strong&gt;oder Griff - &lt;strong&gt;Griff &lt;/strong&gt;genannt. Beim Mastvieh wird an diese Stelle gegriffen, um zu prüfen, ob es schön Fett angesetzt hat.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;Das Innere des Euters, in welchem die Milch gesammelt wird, ist der Schwamm - &lt;strong&gt;Schwamm&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man liebt es, wenn das Euter schön gevierteilt &lt;strong&gt;gfierts &lt;/strong&gt;ist. Jedem Vier&amp;shy;tel - &lt;strong&gt;Viertil&lt;/strong&gt; ist eine Zitze, &amp;#39;Strich&amp;#39; -&amp;nbsp; Stricht oder Tilen&amp;#39; &lt;strong&gt;Tilo &lt;/strong&gt;zugeordnet. Manchmal wachsen noch einige kleine Zitzen -&lt;strong&gt; &lt;strong&gt;Chalbertilo, Chalberstrich&lt;/strong&gt; davor. Hat die Kuhnur drei Zitzen, so wird sie Dreistrich - Driistrich genannt. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Zitzenöffnung heißt &lt;strong&gt;Tieschji&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Tieschloch&lt;/strong&gt;.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein gut geformtes und entwickeltes Euter&lt;strong&gt; &lt;strong&gt;an güeti Ütergattig&lt;/strong&gt; &lt;/strong&gt;und große Venen, &amp;#39;Milchadern&amp;#39; - &lt;strong&gt;Milchaadre &lt;/strong&gt;an der Unterseite des Bauches spre&amp;shy;chen für eine gute Milchkuh.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Verdauungsorgane und Geschlechtsteile&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der Verdauungskanal beginnt bei der Speiseröhre, &amp;#39;Weisel&amp;#39; &lt;strong&gt;Weisel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Speiseröhre verläuft über der Luftröhre, &amp;#39;GurgeI&amp;#39; &lt;strong&gt;Gurgil&lt;/strong&gt; nach ab&amp;shy;wärts und mündet in den Magenvorhof. Die Wiederkäuer sind mit vier Magen ausgestattet&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;dem Pansen, &amp;#39;Freßbudel&amp;#39;, &lt;strong&gt;Frässbidil&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;der Haube, &amp;#39;Fenstersaek&amp;#39;, &lt;strong&gt;Pfeischtersack&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;dem Blättermagen, &amp;#39;Leser&amp;#39;, &lt;strong&gt;Läsi&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;dem Labmagen, &amp;#39;Reiden&amp;#39;, &lt;strong&gt;Reidi&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;Durch die Speiseröhre gelangt das nur leicht zermalmte Futter in den Pansen und die Haube, wird dort mit Speichel gemischt und als breiartige Masse, `Itaruck&amp;#39; &lt;strong&gt;Itricki&lt;/strong&gt;, zum Wiederkäuen, &lt;strong&gt;Widerchewwu, Itricku&lt;/strong&gt;, in den Mund zurück&amp;shy;befördert. Nach 30-10 Kaubewegungen wird der so zur&lt;sub&gt; &lt;/sub&gt;Verdauung vorbe&amp;shy;reitete Brei in den Blättermagen geschluckt. Von dort wandert er in den Labmagen, der dem einfachen Magen &lt;strong&gt;Mago &lt;/strong&gt;der anderen Säugetiere, z. B. dem Magen des Schweines, entspricht, und endlich gelangt die Masse in die Därme, &lt;strong&gt;Därm, Daaro&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Unter dem After der Kuh, dem Ende des Mastdarmes, &lt;strong&gt;Maschtdaaro, Schiissdaro&lt;/strong&gt;, liegt die Scheide&lt;strong&gt; Fetsucht, Fetsu.&lt;/strong&gt; Die Geschlechtsteile des Stieres sind der Hodensack, &lt;strong&gt;Sack &lt;/strong&gt;oder &lt;strong&gt;Seckil &lt;/strong&gt;und die Rute; &amp;#39;Zännen&amp;#39; &lt;strong&gt;Tsänna&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 22.10.12&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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