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		<title>Fäldarbeit | Virtuelles Walsermuseum</title>
		<link>https://www.walsermuseum.ch/?id=53</link>
		<description></description>
		<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 08:45:40 +0200</pubDate>
		<category>Virtuelles Walsermuseum</category>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/howwu-in-triesenberg-fl-298</link>
			<title>Howwu in Triesenberg (FL)</title>
			<description>&lt;p&gt;Noch bis vor wenigen Jahrzehnten gab es in Triesenberg viele Kartoffeläcker. Heute wird gelegentlich noch eine kleine Fläche des Gartens für den Kartoffelanbau verwendet. Damit schwindet mehr und mehr auch das Wissen über die Arbeitsvorgänge im Kartoffelacker. Im steilen Gelände des Bergdorfes war die Arbeit im &lt;strong&gt;Häärdöpfalchr&lt;strong&gt;&amp;nbsp; &lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt;mühsam. Eine besonders strenge Arbeit war das&lt;strong&gt; Fura.&lt;/strong&gt; Durch die abfallende Lage der Ackerfläche am Berghang und das Umgraben des Ackers rutschte die Ackererde jährlich etwas talwärts. Um dieses Abrutschen der Erde auszugleichen, wurde im Frühjahr am unteren Ackerrand mit einer Schaufel eine etwa 50 cm breite und ungefähr 20 cm tiefe Rinne, eine Furche Fura ausgehoben. Die ausgehobene Erde musste mit der&lt;strong&gt; Chräza,&lt;/strong&gt; dem typischen Tragkorb der Triesenberger, zum oberen Ackerrand befördert werden. Stand kein Träger bereit, dem die Erde aufgeladen werden konnte, stellte man die&lt;strong&gt; Chräza&lt;/strong&gt; auf ein Dreibeingestell, den so- genannten&lt;strong&gt; Chräzaschdual&lt;/strong&gt; (gebräulich waren auch die Namen&lt;strong&gt; Furibock&lt;/strong&gt; und&lt;strong&gt; Chräzaschraga).&lt;/strong&gt; Manchmal standen mehrere Träger bereit, oder es wurde abwechslungsweise getragen oder geladen. Das anschliessende Umgraben des Ackers erfolgte mit einer zweizinkigen Hacke, dem&lt;strong&gt; Kaarschd.&lt;/strong&gt; Viel Geschicklicheit und Augenmass erforderte das Ausheben der kleinen Löcher, in die die Saatkartoffeln eingelegt wurden.&lt;strong&gt; Locha&lt;/strong&gt; wird dieser Vorgang genannt. Nachdem die Kartoffeln eingelegt wa ren, konnten die Kartoffelzeilen&lt;strong&gt; (Zila)&lt;/strong&gt; geschlossen werden.&lt;strong&gt; Locha&lt;/strong&gt; und&lt;strong&gt; Zuamacha&lt;/strong&gt; wurden mit der&lt;strong&gt; Haua,&lt;/strong&gt; einer herzförmigen Hacke, ausgeführt. Wenn sich die ersten Keime zeigten, regte sich auch das Unkraut. Man musste jäten oder&lt;strong&gt; falga.&lt;/strong&gt; Waren die Pflanzen bereits etwas grösser, erfolgte das&lt;strong&gt; Hüüfla,&lt;/strong&gt; d. h. die Erde wurde mit der Haua etwas gegen die Pflanze hin gescharrt. Damit wurden die Kartoffelzeilen höher und ausgeprägter. Im Frühherbst konnte das abgestandene Kartoffelkraut ausgerissen werden. Die Kartoffelernte, das&lt;strong&gt; Häärdöpfl graba,&lt;/strong&gt; erfolgte mit dem &lt;strong&gt;Kaarschd.&lt;/strong&gt; Mit der&lt;strong&gt; Chräza&lt;/strong&gt; trug man die begehrten Knollen zum Haus und lagerte sie, wenn&lt;strong&gt; sie&lt;/strong&gt; gesäubert und nach Grösse sor- tiert waren, im&lt;strong&gt; Häärdöpflchroma,&lt;/strong&gt; im Keller. Kleine und beschädigte Kartoffeln waren eine ausgezeichnete Schweinenahrung&lt;strong&gt; (Fäärlihäärdöpfl). &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Josef Eberle, Walser Heimatmuseum Triesenberg, Seite 64&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/suone,-bissae-und-wasserleitigae-305</link>
			<title>Suone, Bissä und Wasserleitigä</title>
			<description>&lt;p&gt;Suonen sind historische Bewässerungskanäle im Schweizer Kanton Wallis. Diese Wasserleitungen bestehen aus offenen Gräben, die das kostbare Wasser von den Gebirgsbächen - zum Teil auf abenteuerliche Art - auf die trockenen Weiden und Äcker, in die Weinberge oder auf die Obstplantagen bringen. Im französischsprachigen Unterwallis wird eine Suone &amp;quot;un bisse&amp;quot; genannt, im Oberwallis existiert neben dem Begriff&amp;nbsp;Süe/Suon&amp;nbsp;noch der Ausdruck&amp;nbsp;Wasserleita.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ausführliche Informationen erhalten Sie unter&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.suone.ch/&amp;quot;&gt;suone.ch&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Walliser&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.musee-des-bisses.ch/de/die-walliser-suonen-kommen-ins-museum&amp;quot;&gt;Suonenmuseum&lt;/a&gt;&amp;nbsp;in Ayent&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 10. 12. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/uessaerbaerg-und-schiis-wassaer-317</link>
			<title>Üssärbärg und schiis Wassär</title>
			<description>&lt;p&gt;Im Winter 1960 - 61 der der Dorfschullehrer von&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.ausserberg.ch/&amp;quot;&gt;Ausserberg&lt;/a&gt;,&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;?id=42&amp;quot;&gt;Felix Schmid&lt;/a&gt;&amp;nbsp;mit seinen Schülern im Deutschunterricht den Kampf eines Bergdorfes um genügend Wasser, all die Sagen, die sich um die uralten Wasserleitungen ranken, aufgezeichnet und in einem kleinen Büchlein veröffentlicht. Im Frühjahr 1981 wurde davon eine zweite, erweiterte Auflage herausgegeben: &amp;quot;Ausserberg und sein Wasser&amp;quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?action=get_file&amp;amp;id=53&amp;amp;resource_link_id=34e&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Zur Broschüre&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 15. 5. 14&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/weerter-zem-waessru-316</link>
			<title>Weerter zem Wässru</title>
			<description>&lt;h2&gt;Bewässern: Werkzeuge und Techniken&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Auf einer Schautafel im Plykarp-Haus des Kulturweges &amp;quot;Urchigs Terbil&amp;quot; (vgl.&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.toerbel.ch/kultur/&amp;quot;&gt;http://www.toerbel.ch/kultur/&lt;/a&gt;) habe ich die folgenden Begriffe gefunden:&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 18.11.11&lt;/h5&gt;

&lt;h2&gt;Schwärba&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Schwärba&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;reguliert die Wassermenge der Wasserleite und zwar im Gebiet der Fassung (z.B. am Fusse einer Moräne). Dadurch konnte die Wasserleite geschützt werden. Gleich nach der Fassung und manchmal direkt beim&amp;nbsp;Sandchaschto, Geschiebekasten, wurde ein Überlauf konstruiert, der das überschüssige Wasser zurück in den Bach leitete, damit die Wassermenge der Suon nie grössen wurde, als die Wasserfuhre an ihrer engsten Stelle zu führen vermochte. (Information durch Andreas Berchtold, Brig).&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 19. 11. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/wasserhieter-315</link>
			<title>Wasserhieter</title>
			<description>&lt;h2&gt;Der Wasserhüter von Ausserberg&lt;/h2&gt;

&lt;h5&gt;aus:Ausserberg und sein Wasser. Zusammengestellt von Felix Schmid und seinen Schülern im Winter 1960 - 61. Zweite, erweiterte Auflage, 1981, Eigenverlag&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;Von jeher war der Wasserhüter in Ausserberg eine wichtige Person. Er musste ein pflichtbewusster und zuverlässiger Mann sein, praktisch veranlagt, Arbeiten selbständig ausführen zu können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Neujahrstag nach dem Hochamt kündete der Weibel auf dem Dorfplatz aus: &amp;laquo;Jetzt werden die Suonen versteigert&amp;raquo;. Die meisten Männer begaben sich in die Burgerstube, entweder um selber zu steigern, oder um zu sehen, welches die Hüter für das kommende Jahr wären, einer für Undra und Mittaa, einer für das Niwwärch und ein dritter für die Maanerra aus dem Bietschtal.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Gemeindepräsident gab einen Stundenlohn bekannt, und dann wurde unterboten (abgschteigrot), oft bis auf einen bescheidenen Betrag. In der Krisenzeit der Dreissiger Jahre nicht selten unter 20 Rappen. Die neuen Hüter hatten ihre Unterschrift unter das Protokoll zu setzen und übernahmen damit für ein Jahr die Verantwortung über die lebenswichtigen Suonen. Anfang April, in schneearmen Jahren bereits im März, mussten Arbeiter angestellt werden zum &amp;laquo;Wärchu&amp;raquo;, d.h. die Leitungen wurden gründlich instandgestellt, die Winterschäden behoben, um Unterbrüchen während der Wässerzeit möglichst vorzubeugen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von jetzt an hatte der Hüter mindestens einmal pro Woche einen Kontrollgang auszuführen, in kritischen Zeiten sogar täglich, hier einen kleinen Schaden zu beheben, dort einem grösseren vorzubeugen. Oft hatten seine Arbeiter den höheren Stundenlohn als er; dafür waren aber dann seine Stunden bezahlt vom Aufbruch im Dorf, während die Arbeiter für den Weg zur Arbeit nicht entschädigt wurden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nicht selten kam es vor, dass eine Wasserleitung plötzlich unterbrochen wurde. Da hatte der Wässerer, der also gerade das Wasser benutzte, der Leitung nachzugehen; oft war dies ein Weg bis zu zwei Stunden. Er musste das Wasser im Baltschiedertal ableiten und den Unterbruch sofort dem Hüter melden.&amp;nbsp;&amp;laquo;Am Tag bis uf du Schadu, in der Nacht bis uf d&amp;#39;Hejine&amp;raquo;&amp;nbsp;(am Tag bis auf den Schaden, in der Nacht bis zum Beginn der Felswände), so lautet noch heute das ungeschriebene Gesetz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jetzt musste sich der Wasserhüter sofort auf den Weg machen und den Schaden selber in Augenschein nehmen. Konnte er diesen nicht selber beheben, musste er so rasch als möglich Arbeiter aufbieten, damit der Wasserkehr möglichst rasch wieder weitergehen konnte. War dieser unterbrochen (äs het gletzt), musste der Hüter darum besorgt sein, dass das Bewässern sofort wieder aufgenommen wurde; denn ein längerer Unterbruch, besonders in trockenen Zeiten, blieb nicht ohne Schaden für Wiesen und Äcker.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Ende des Jahres musste der Wasserhüter abrechnen, und alle, die im Laufe des Jahres an den Suenen Arbeit geleistet hatten, bekamen ihr Guthaben am &amp;quot;&lt;strong&gt;Kalaster&lt;/strong&gt;&amp;quot; (Gemeindesteuern) gutgeschrieben. Seit einem Jahrzehnt hat die Gemeinde einen Gemeindearbeiter angestellt, und zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört noch heute der Unterhalt der Wasserleitungen.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 7. 12. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/wasserschlegil-314</link>
			<title>Wasserschlegil</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es folgt eine Schilderung des Wasserschlegels aus F.G. Stebler: Ob den Heidenreben, Zürich, 1901 aus Visperterminen:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sowohl in der untern als in der obern Leitung ist beim Wächterhäuschen ein kleines Wasserrädchen in die Leitung eingesetzt, das von dem vorbeifliessenden Wasser beständig gedreht wird. Das Rädchen trägt an seiner Achse einen Zapfen, der bei jeder Umdrehung einen hölzernen an einem Hebel befestigten Hammer in die Höhe hebt und wieder fallen lässt, so dass er auf einem untergelegten hohlen Brettchen einen weithin hörbaren Ton (Tak, Tak, Tak...) gibt. Mancherorts schlug der Hammer auf eine Kuhglocke. Der Ton dieses Wasserschlägels ist bei günstiger Witterung sogar im Rhonetal unten hörbar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;... Wenn das Wasser in den Leitungen aufhört zu fliessen, so verstummt natürlicherweise auch der Wasserschlägel. Das Wasser hat dann irgendwo Reissaus genommen, und der Wächter muss selbst bei stockfinsterer Nacht und stürmischem Wetter der Leitung entlang gehen und den Schaden so gut es geht ausbessern.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Volmar Schmid, 6. 12. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/hueoterhueues-313</link>
			<title>Hüoterhüüs</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hüterhaus&lt;/strong&gt;:&amp;nbsp;Hieterhüss, Hieterhiischi:&amp;nbsp;Kleine Notunterkunft (Abri) entlang einer Wasserleitung, die dem Wasserhüter (Wasserhieter)&amp;nbsp; bei Arbeiten an der Wasserleitung oder Kontrollgängen zwischendurch diente, direkt an der Wasserleitung zu übernachten. Während der Vegetationsphase war eine kontinuierliche Bewässerung im Wallis unabdingbar, deshalb wurde der Posten des Wasserhüters geschaffen, der für den ungestörten Bewässerungsbetrieb zu sorgen hatte. Da aber die Wasserleitungen oft sehr lang waren (bis zu 40 Kilometer), baute man ihm an wichtigen Stellen eine kleine Notunterkunft.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Es folgt eine Schilderung des Wasserschlegels aus F.G. Stebler: Ob den Heidenreben, Zürich, 1901 aus Visperterminen:&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Oben am Hiotertschuggen, 1593 m, (Visperterminen) mitten im Walde, hütet der getreue Wächter das Wasser Tag und Nacht, wo er in den Ruhestunden in dem einfachen Holzhüttchen aus dem Jahre 1761 Unterkunft findet. Derselbe muss ein gutes Hoit (Haupt) haben, d. h. schwindelfrei sein, da er bei stockfinsterer Nacht sowohl, wie am stürmischen Tage den Leitungen entlang gehen muss, um kleine Mängel auszubessern. &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Hüter muss nicht nur frei sein vom Schwindel, sondern auch frei von andern Pflichten, und es muss ihm an seinem Leben wenig gelegen sein, denn jeden Tag, mag das Wetter sein wie es will, muss er diese Strecke von 2&amp;nbsp; Stunden bis ins Nanztal und ebensoviel zurück ablaufen, wo er an den meisten Stellen fast auf jeden Schritt und Tritt zu Tode fallen kann, wenn er auf der Ganglatte ausgleitet.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Volmar Schmid, 6. 12. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/wassercheer-zuessaerbaerg-312</link>
			<title>Wassercheer z&amp;apos;Üssärbärg</title>
			<description>&lt;h2&gt;Der Wasserkehr in Ausserberg&lt;/h2&gt;

&lt;h5&gt;aus: Ausserberg und sein Wasser. Zusammengestellt von Felix Schmid und seinen Schülern im Winter 1960 - 61. Zweite, erweiterte Auflage, 1981, Eigenverlag&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;Um Mitte April, in ganz schneearmen Jahren sogar um Mitte März musste in Ausserberg das Bewässern der Wiesen aufgenommen werden. Es hiess: &amp;laquo;D Siene sind im Cheer&amp;raquo;(Die Suonen sind im Kehr, im Zyklus). Von jetzt an wurde Tag und Nacht ohne Unterbruch bewässert. Nur am Sonntag, zwischen 6 und 12 Uhr, war das Bewässern verboten, damit ja alle Zeit hätten zum Besuch des Gottesdienstes.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wohl kam es hie und da vor, dass einer seinen Wasserkehr verpasste (&lt;strong&gt;är het la&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;firgaa&lt;/strong&gt;) und während der verbotenen Zeit das Wasser auf seine durstige Wiese leitete. Aber wehe, wenn er erwischt wurde! Da hatte er mit einer saftigen Busse zu rechnen-, denn Polizisten und Flurhüter hatten die strenge Pflicht, aufzupassen und allfällige Sünder zu verzeigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Wasserkehr verlief nach altüberlieferter Ordnung, ursprünglich eingeteilt nach Familien. Es gingen ursprünglich z. B. so und so viele Viertel an &lt;strong&gt;Martigo, Heynigo, Thelerro, Naterro, Biinerro &lt;/strong&gt;usw.(aus den Eigennamen Martig, Heynen, Theler etc.). Mit der Zeit wurde daraus eine richtige Wissenschaft, diesem Wasserkehr von Anfang bis zum Schluss nachzählen zu können, eine Wissenschaft, die nur mehr wenige Geübte beherrschten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Tag war in vier Viertel eingeteilt: der Morgenviertel von 4 bis 9 Uhr der Mittagsviertel von 9 bis 14 Uhr der Vesperviertel von 14 bis 20 Uhr der Nachtviertel von 20 bis 4 Uhr Der Nachtviertel dauerte länger, und wer in der Nacht bewässern musste, hatte den Vorteil, das Wasser länger benützen zu können. Mancher war froh darum.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zerstückelung, Erbschaft, Kauf und Verkauf (das Wasserrecht ging jeweils mit dem Grundstück mit) hatten zur Folge, dass einer zum Bewässern seines Gütleins sich oft zwei- und dreimal auf den Weg machen musste, heute eine Stunde, morgen vielleicht zwei Stunden usw. Wie viele Stunden da nur für den Weg verbraucht wurden, kann man heute kaum mehr ermessen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Wasserkehr ist die Zeit, die es braucht, bis alle Wiesen an einer Wasserleitung bewässert sind. So dauert heute noch ein Wasserkehr auf dem Gemeindegebiet von Ausserberg&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;am Niwwärch 21 Tage&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;an der Mittla 18 Tage&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;an der Undra 21 Tage&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;an der Maanerra 16 Tage&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Wasserkehr an &lt;strong&gt;Niwwärch, Undra&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Mittla &lt;/strong&gt;neu eingeteilt, soweit als möglich zusammengelegt, und jedem Besitzer von Grundgütern schriftlich zugestellt, so dass sich heute jeder selber nachrechnen kann, wann seine Wiese zu bewässern sei. Alle Viertel erhielten gleich viele Stunden und auch am Sonntagvormittag darf heute bewässert werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwei-, dreimal im Sommer, je nach Bedürfnis, gibt es &lt;strong&gt;Acherwasse,r&lt;/strong&gt; Ackerwasser. Am Sonntag nach dem Hochamt gibt der Weibel bekannt, welche Tage dafür bestimmt sind. An diesen Tagen werden von morgens sechs bis abends sechs Uhr nur Gärten, Äcker und Reben bewässert.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 7. 12. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/waesserwassertaessle-311</link>
			<title>Wässerwassertässle</title>
			<description>&lt;p&gt;Sie waren in einem Wirtschaftsystem, das zu einem großen Teil auf Gemeinschaftsbesitz aufbaute, unabdingbar. Die Tesseln verzeichneten als Holzurkunden genaue Rechte und Pflichten der Gemeindemitglieder und schützten so vor Benachteiligung oder Übervorteilung. Sie waren fälschungssicher, indem der Holzstock mit den Kerben geteilt wurde oder eine kleinere Tessel (Beitessel) bei einem Partner des Rechtsgeschäfts verblieb. Nach ihrem Verwendungszweck werden die Tesseln in vier Gruppen eingeteilt. Die &amp;quot;Pflichthölzer&amp;quot; oder&amp;nbsp;Cheertässle, Kehrtesseln verzeichnen eine Leistung (Kehr), die für die Gemeinde zu erbringen ist, wie die Übernahme einer Nachtwache oder des Amtes des Alpvogts. Die &amp;quot;Abrechnungshölzer&amp;quot; stellen eine Art Buchführung dar. Im bäuerlichen Betrieb besonders wichtig war die Abrechnung der Milch, die die Kühe den Sommer über auf der Gemeinschaftsalpe geliefert hatten. &amp;quot;Forderungs- und Quittungshölzer&amp;quot; bestätigen ein Bestehen von Schuld oder die Erfüllung einer Verpflichtung. &amp;quot;Rechtsamehölzer&amp;quot;&amp;nbsp; halten die Mitgliedschaftsrechte an Kooperationen und Geteilschaften fest, etwa die Anteile an der Gemeindealpe oder die Menge an Wasser, die für die Bewässerung der eigenen Wiesen abgeleitet werden darf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am gebräuchlichsten waren die Wässerwassertesseln auf denen die Wasserrechte und die Alptesseln auf denen die Alprechte notiert waren.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;vgl.&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.walser-alps.eu/handel-und-wirtschaft/wirtschaft/taessle&amp;quot;&gt;http://www.walser-alps.eu/handel-und-wirtschaft/wirtschaft/taessle&lt;/a&gt;&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 7. 12. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/waessru-und-wassercheer-310</link>
			<title>Wässru und Wassercheer</title>
			<description>&lt;p&gt;Am Ende jeder Hauptleitung wird das Wasser gemäss Wasserrechten und Wasserflächen jeweils aufgeteilt.&lt;br /&gt;
Das zugewiesene Wasser wird oft weiter unterteilt; dazu braucht es präzise Vorrichtungen. Das bekannteste System ist ein Wehr aus Holzbalken, mit genausovielen geeichten Öffnungen, wie Wasser-Anteile zu vergeben sind. Holzkeile ermöglichen jeweils eine genaue Begrenzung des Ausflusses. So wird das Wasser aufgeteilt in Drittel, Viertel, Fünftel usw.&lt;br /&gt;
Bei den grossen Suonen wiederholt sich das System der Verteilung immer wieder, bis hin zu der Parzelle die bewässert werden soll.&lt;br /&gt;
Eine - von Armand Dussex - erstellte Tabelle für die &amp;quot;Bisse Taillaz&amp;quot; zeigt, dass das Wasser zuerst in Viertel (3 und 1) geteilt wird, dann in Drittel (2 und 1), dann in Fünftel (3 und 2). Einige dieser Zuteilungen sind noch in weitere Halbe oder Drittel aufgeteilt. Am Ende dieser Kette erhalten beispielsweise die Weiler von Ayent einen Zehntel des Wassers, das vorher durch fünf aufeinanderfolgende Verteilsysteme geflossen ist. Die Verteilung des kostbaren Wassers war also eine sehr komplizierte, peinlich genau geregelte Angelegenheit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Total der Zeit, die man für die Bewässerung des Gebietes im Bereich einer Suone aufwenden muss, nennt man Wasserkehr &lt;a href=&amp;quot;?id=53&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Wassercheer&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;. Die Untersuchung von &amp;quot;Rauchenstein&amp;quot; zu Beginn des letzten Jahrhunderts ergab, dass ein Kehr duchschnittlich 10 bis 20 Tage dauerte. In der Niederschrift von F.G. Stebler über die &lt;a href=&amp;quot;?id=53&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;&amp;quot;Vispertaler Sonnenberge&lt;/a&gt; ist die Dauer eines Kehrs (in Visperterminen) mit 21 Tagen angegeben, aus welcher sich 84 Viertel ergeben. Jeder Tag ist in vier Viertel unterteilt.&lt;br /&gt;
Der Kehr wird solange, wiederholt wie es nötig ist und die Jahreszeit es zulässt. Im allgemeinen wurden die Wiesen in den unteren Lagen vor dem ersten Schnitt - dem Heuen - zwei- bis dreimal bewässert. Dasselbe galt auch für den zweiten Schnitt - das Emd, und die Zeit vor der Herbstweide.&lt;br /&gt;
Die Aufteilung unter den Besitzern untersteht nicht überall den gleichen Regeln. Wasserrechte sind üblicherweise an den Boden gebunden. Nicht so in Saxon. Hier sind sie persönlich und in Anteilscheinen aufgeteilt. 1880 waren deren 830 verzeichnet. Jeder Anteilschein gab Anrecht auf ein &amp;quot;bulletin&amp;quot;; d.h. drei Wasserstunden. Verordnungen beschränkten den Verkauf an Auswärtige.&lt;br /&gt;
Die Registrierungen erfolgten nicht ausschliesslich in schriftlicher Form. In Savièse sind auf den Kanten des Wasserscheits von 1841, die Hauszeichen von 264 Familien eingraviert - die sich total 1`092 Wasserrechte teilten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Visperterminen, in Zeneggen, in Törbel, oder auch in Eischoll waren die Wasserrechte &lt;strong&gt;Wassercheer &amp;nbsp;&lt;/strong&gt;auf kleinen Holzplättchen eingraviert - den Tesseln&amp;nbsp; &lt;a href=&amp;quot;?id=53&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Tässle&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;. Diese Tesseln waren Holzurkunden, d.h. Holzstücke oder Holzstäbe mit dem eingekerbten Hauszeichen einer bestimmten Person. Dieses Zeichen ist das Merkmal des Betreffenden, ersetzt dessen Namen und dient auch dazu, sein Eigentum zu kennzeichnen. Die Tesseln einer Wasserleitung waren auf einer Schnur aufgereiht und zu einem Tesselbund&lt;strong&gt;&amp;nbsp;&lt;/strong&gt; zusammengebunden. Der Suonenvogt bewahrt ein ganzes sogenanntes Tesselspiel auf, der Besitzer ein Gegenstück als Vergleich. Die Geteilen waren verpflichtet, für ihr Wasserrecht Werkstunden für den Unterhalt zu leisten.&lt;br /&gt;
Jeder Geteilte hatte Anrecht auf eine bestimmte Zeitperiode, während der er Wasser der Suon benutzen durfte. Für die Zeitspanne in welcher, er das ihm zustehende Wasser benutzen durfte, war allerdings bis weit ins 20. Jh. hinein, nicht die Uhr - sondern der Sonnenstand massgebend!&lt;br /&gt;
Schon von alters her, waren sogenannte Sonnen- und Schattenziele festgelegt. Viele Bergbewohner hielten hartnäckig an dieser alten Tradition fest, obwohl die Regulierung durch die Uhr viel einfacher wäre - und daraus auch weniger Streitigkeiten entstehen würden.&lt;br /&gt;
Ein Tag ist in zahlreiche Abschnitte unterteilt worden; diese Abschnitte wurden durch den Stand der Sonne, resp. den Schatten welche diese auf die Erde warf, begrenzt. Die allfällig abgelesene Uhrzeit wurde höchstens zur Kontrolle genutzt. Diese verschiedenen Sonnen- resp. Schattenstände hiessen &lt;strong&gt;Wasserziele&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der Gemeinde Törbel gab es acht verschiedene Sonnenziele; wie beispielsweise die &amp;quot;&lt;strong&gt;Wissgratbschine&lt;/strong&gt;&amp;quot; - wenn die ersten Sonnenstrahlen das Weisshorn (4`152m) beschienen, das war im Hochsommer etwa um 4 Uhr früh; oder die &amp;quot;&lt;strong&gt;Stadeltibschine&lt;/strong&gt;&amp;quot; - wenn die oberste Scheune (944m) ob dem Ilas bei Stalden von der Sonne beschienen wird, was etwa um halb sechs Uhr früh der Fall war.&lt;br /&gt;
Dann gab es in Törbel noch sechs Schattenziele; wie z.B. die Ottava - wenn die Häusergruppe im Asp (1`250m) im Saastal, in den Schatten kommt, also etwa um 1/4 nach Fünf (17:15 h).&lt;br /&gt;
Als ob dies nicht schon kompliziert genug gewesen wäre, wurden diese Ziele jedoch nicht bei jedem Grundstück angewendet. Es gab einzelne Fluren bei denen andere Sonnen- oder Schattenziele galten. Da die besagten Ziele, resp. die dafür verantwortlichen Sonnenstände je nach Jahreszeit verschieden waren, wurde die Reihenfolge der Wasserbezüger innerhalb des Kehrs nach jedem Umgang ausgewechselt.&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Die oben angeführten Beispiele gehören überdies zu den einfacheren. Es gibt Beispiele, in denen innerhalb eines einzigen Tages bis zu sieben verschiedene Ziele abwechslungsweise unter den Bezügern zu verteilen sind. Die Verhältnisse sind oft dermassen verzwickt, dass sich nur noch Personen zurechtfinden die jahrelange Übung darin haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um einen kleinen Einblick in das komplizierte Verfahren zu geben, sei nachstehend ein kleines Beispiel anhand des Bauern L.W. angeführt. Viel Spass beim Studium.&lt;br /&gt;
Das Beispiel gilt für denfünften Kehr (des Jahres 1921) &lt;strong&gt;&lt;strong&gt;Cheer&lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt;, vom 05. bis am 22. Juli 1921:&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Kein Wasser.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Im Schratt (eine Wiese), 1/4 Stunde nach Mitternacht, ferner 3/4 Stunden im Hannig (300 Klafter) von dei Niwen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Rufetsch (250 Klafter), 1/4 von Schattigwasser bis Ottava; ferner Wissifluh (40&amp;nbsp; Klafter), &amp;frac12; von Ober-Ottava bis Schattengspon.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Dorfmatte (500 Klafter), 1/4 von Schattigwasser bis Schattengspon; ferner Im Bifig&amp;nbsp;&amp;nbsp; (Voralp, 100 Klafter), 2 Stunden von der Niwen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag&amp;nbsp; -&amp;nbsp; Schwendi (Voralp, 300 Klafter), 52 Minuten von der Niwen.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Eine Stunde Sonntagwasser von der Felderin, von 5-6 Uhr abends.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Hofstetten (120 Klafter), 20 Minuten von Tagaufgang bis Spitzer-Tschuggebschine.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Kein Wasser.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Kein Wasser.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Schluochtschir (200 Klafter), 1/4 von Walkerbschine bis Stadeltibschine.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Kein Wasser.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Untere Hofmatten (200 Klafter), 1/2 von Riedbschine bis 1/4 Stunde nach Dreifurren.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Sonntagswasser von der Springerin, Samstag abends 8-9 Uhr.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Ähndere Bodmen (200 Klafter), 40 Minuten von Schattigwasser bis Schattengspon. 1/2 Stunde nimmt ein anderer vorweg, vom Rest 1/6 0bere&amp;nbsp; Hofmnatten (400 Klafter), von Dreifurren bis Mittag.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Kein Wasser.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Bodmen (350 Klafter), 3/4 Stunden von Dreifurren bis Mittag.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Kein Wasser.&lt;/li&gt;
	&lt;li&gt;Tag - Kein Wasser.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;Im ganzen waren es also 18 verschiedene Wässerungen, innerhalb dieses Kehrs. Wenn der Sommer zehn Kehren hat, so macht das 180 Wässerungen - und das auf einem Grundbesitz der damals für etwa vier Stück Grossvieh Futter erzeugen konnte! Man stelle sich diesen unglaublichen Aufwand nur einmal vor - all die vielen Stunden, die ein Bauer aufwenden musste um überleben zu können. Jedesmal wenn ihm Wasser zustand, musste er oftmals das Wasser eine Stunde weiter oben holen; d.h. zuleiten. Vielfach wurde auch am gleichen Tag das Wasser auf zwei oder mehr, zum Teil weit auseinanderliegende Grundstücke geleitet - und um all dieses musste er selber besorgt sein!&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Reinhard Dietschi &lt;a href=&amp;quot;http://www.reinidietschi.ch/0400kultur/04300_wasserwege.html&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;http://www.reinidietschi.ch/0400kultur/04300_wasserwege.html&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h4&gt;Ausführliche Informationen erhalten Sie unter &lt;a href=&amp;quot;http://www.suone.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;http://www.suone.ch/&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;

&lt;h5&gt;VS, 10. 12. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/unnerhalt-und-kontrollae-vane-suone-309</link>
			<title>Unnerhalt und Kontrollä vane Suone</title>
			<description>&lt;h2&gt;Der Unterhalt und die Kontrolle&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Wasserleitungen mussten ständig kontrolliert und unterhalten werden. Die Arbeiten begannen jeweils einige Wochen vor der Inbetriebnahme im Frühjahr und dauerten bis in den Herbst.&lt;br /&gt;
Im Herbst, wenn die Wasserfassungen unterbrochen und die heiklen Teile geschützt waren, wurde die Suone stillgelegt und war winterbereit.&lt;br /&gt;
Sobald es die Schneeschmelze im Frühjahr erlaubte, wurde mit den Arbeiten für die Instandhaltung begonnen. Die Besitzer der Wasserfuhre beteiligten sich im Verhältnis ihrer Wasserrechte, am Fron- oder Handlangerdienst.&lt;br /&gt;
Schutt und Ablagerungen müssen aus der Rinne entfernt werden. Leitungselemente, welche vor dem Winter zum Schutz vor Lawinen oder Steinschlägen entfernt wurden, werden neu eingesetzt, beschädigte Teile ausgebessert oder wiedererrichtet.&lt;br /&gt;
In einem Dokument aus Savièse heisst es beispielsweise: &lt;strong&gt;&amp;quot;Zwei Wochen lang sind 200 Arbeiter vor Ort beschäftigt, derweil rund fünfzig Frauen und Kinder Säcke mit Weisstannenzweigen und Moos herbeischaffen. Damit werden Lücken zwischen den Brettern gestopft....&amp;quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Die Inbetriebnahme einer Suone im Frühjahr war oft eine &amp;quot;feierliche&amp;quot; Angelegenheit, die von einem gewissen Zeremoniell geprägt war. Der Tag begann mit dem Segen für die Arbeiter an der Wasserfassung.&lt;br /&gt;
Aufseher und Arbeiter folgen dann dem vorrückenden Wasser, kontrollieren den Zustand der Konstruktionen, stopfen Ritzen und entfernen letzte Hindernisse.&lt;br /&gt;
Um die Suone so gut als möglich abzudichten, benutzte man feinste Schwebepartikel. Frauen und Kinder haben Moos und Humus aus dem Wald geholt und damit hier und dort Häufchen angelegt.&lt;br /&gt;
Von der Strömung mitgerissen, bilden sie zuvorderst eine schlammige Masse - den béra - wie ihn die Savièser nennen. Damit sollen allerfeinste Spalten abgedichtet werden. Man muss allerdings den Schwebestoffen Zeit lassen, sich in diesen Ritzen abzulagern. Diese Aufgabe übernahmen die &amp;quot;Vouasseurs&amp;quot; (Schwimmer).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;quot;...während sich einer der &amp;quot;Schwimmer&amp;quot; an der Staustelle zusammenkauert, um den ersten zähflüssigen Schwall aufzuhalten, springen die andern drei ins eiskalte Wasser, um die braune Walderde unters Wasser zu mischen. [...] Die Masse setzt sich am Tannenreisig fest, mit dem die Risse ausgelegt wurden und dichtet innert Minuten alle Lecks ab. Die Suone darf aber nicht überlaufen. Sobald daher das Wasser auf die richtige Höhe gestiegen ist, gibt der &amp;quot;métral&amp;quot; (Aufseher) einen Befehl und das lebende Stauwehr hüpft aus dem Kanal. Ein anderer &amp;quot;Schwimmer&amp;quot; ist auf dem Steg bereits vorausgegangen und rennt mit den ersten Wellen der Flut um die Wette, bis zur nächsten Staustelle. [...]&amp;quot; Patschnass, im eiskalten Wasser stehend, dichten die &amp;quot;Vouasseurs&amp;quot; so, sich abwechselnd, die Suon auf der ganzen Länge ab. Bei der Mündung am Hang, segnet der Pfarrer dann das ausfliessende Wasser. Ist die Suon einmal in Betrieb, werden die Unterhaltsarbeiten und die einfachen Reparaturen durch die Hüter, oder abwechselnd, durch die Besitzer selber ausgeführt. Meistens wird die Suon jeden Tag einmal abgelaufen. Bei einer längeren Suon werden für diesen &amp;quot;Überwachungsdienst&amp;quot; &amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;?id=53&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Wasserhüeter &lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;mehrere Personen eingesetzt. Die Überwachung der &amp;quot;Bisse de Saxon&amp;quot;, wird durch eine Gruppe von drei Hütern ausgeführt, die der Autorität eines Chefhüters unterstellt und in Hütten &lt;a href=&amp;quot;?id=53&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Hüeterhüüsi &lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;entlang der Suone einquartiert sind. Die Kontrolle der Suon hat selbstverständlich das Hauptziel, eine regelmässige Wassermenge zu sichern, so dass jeder Besitzer seine Fläche - im Rahmen der Zeit die ihm zusteht - ausreichend bewässern kann. Es muss auch verhindert werden, dass ein Bruch des Kanals, Schäden in den tiefer liegenden Gemeinden anrichtet. Die Geschichte der &amp;quot;Bisse du Levron&amp;quot; ist beispielsweise durchzogen von Konflikten mit den Bagnards, weil die überlaufende Suon immer wieder Schäden auf dem Gebiet von Sarreyer verursacht haben soll. Ebenso musste Visperterminen den Eyholzern enorme Summen zahlen, um die Schäden zu beheben, welche durch die Brüche seiner drei Suonen entstanden waren. Zusätzlich wacht der Hüter auch darüber, dass niemand das kostbare Nass unerlaubt ableitet. Der in den Suonenlauf gebaute Wasserschlegel &lt;a href=&amp;quot;?id=53&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Wasserschlegil&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;, das Symbol der Überwachung schlechthin, ist das bekannteste Hilfsmittel des Hüters: Die Strömung treibt ein Schaufelrad an, dieses hebt einen Hammer an und lässt wieder auf ein hohles Brett fallen. Sinkt der Wasserstand ab, setzten die Hammerschläge ab und der Hüter ist alarmiert.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Reinhard Dietschi &lt;a href=&amp;quot;http://www.reinidietschi.ch/0400kultur/04300_wasserwege.html&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;http://www.reinidietschi.ch/0400kultur/04300_wasserwege.html&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h5&gt;Ausführliche Informationen erhalten Sie unter &lt;a href=&amp;quot;http://www.suone.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;http://www.suone.ch/&lt;/a&gt;&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 10. 12. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/konstruktion-und-bueuewwiis-vane-suone-308</link>
			<title>Konstruktion und Büüwwiis vane Suone</title>
			<description>&lt;p&gt;Der einfachste Kunstbau besteht aus rinnenförmig ausgehöhlten Baumstämmen&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Chännil&lt;/strong&gt;, meist Lärchenholz , welche ineinandergeschoben werden. Diese Technik wurde vor allem im Oberwallis angewandt. Da der Querschnitt des Baumes die Wassermenge limitiert, beschränkt sich diese Anwendung auf ältere und vor allem kleinere Suonen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Will man die Wassermenge erhöhen, müssen einzelne Bretter zu einem Kanal zusammengefügt werden. Die einfacheren bestehen aus drei Brettern, welche ein &amp;quot;U&amp;quot; bilden. Die mächtigsten - aus etlichen Brettern gezimmert, führen nicht nur eine grosse Wassermenge, sondern dienen gleichzeitig als Hüterweg, oder als schneller Zugang zu den höhergelegenen Weiden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Couloirs und instabile Strecken lassen sich mit Schutzgalerien und guter Verankerung leicht überwinden. Die Durchquerung abfallender Steilwände verlangt aber eine solide und dauerhafte Befestigungstechnik. Man staunt über die Vielfalt der angewandten Techniken, mit denen die Suonen in diese Wände gehängt wurden.&lt;br /&gt;
Das gängigste System: Ein hakenförmig gewachsenes Baumstück (&lt;strong&gt;Chraapfo&lt;/strong&gt;) wird an einem waagrechten Tragbalken aufgehängt, welcher seinerseits in das&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Togguloch&lt;/strong&gt;, ein etwa 20cm tief aus dem Fels gemeisseltes Loch, eingerammt wird. Das vollendeste Werk dieser Art ist sicher die Suon&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;https://www.suone.ch/inventar/suone.php?reg=4&amp;amp;nr=25&amp;quot;&gt;Niwäärch&lt;/a&gt;&amp;nbsp; von Ausserberg.&lt;br /&gt;
Die Grösse der Stämme und die Ausmasse der Felswände machen diese Arbeiten - in die meist die ganze Gemeinde eingebunden war - äusserst gefährlich. Die ausgehöhlten Stämme mit einem Durchmesser von ca. 50cm werden an einem eigens zu diesem Zweck hergestellten, 200m langen Seil, Dutzende von Metern an einer Felswand heruntergelassen und auf den Tragbalken befestigt. Wenn es nicht möglich war, eine Ganglatte für die Wasserhüter neben die Kännel zu legen, wurden diese mit Brettern abgedeckt und so zu einem Laufsteg gemacht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Manchmal musste die Suone durch Senken, Schluchten oder ein Bachbett geführt werden. Holzbrücken überwinden meist diese Hindernisse. Obwohl es einige spektakuläre Beispiele gibt, sind die meisten Brücken von einfacher Bauart - ausgehöhlte Baumstämme auf dürftigen Auflagern.&lt;br /&gt;
Wenn die Felsbeschaffenheit und das Werkzeug es zugelassen haben, konnte das Suonen-Trassee in die Wand eingekehlt werden. Der Einsatz von Sprengpulver - der etwa ab dem 17. Jh. erstmals nachgewiesen werden kann - hat solcherlei Arbeiten wesentlich erleichtert. Die wenigen vor dem 19. Jh. bekannten Tunnelabschnitte, waren meist nur wenige Meter lang. Sie wurden vor allem da ausgebrochen, wo es galt die aussergewöhnlich gefährlichen Felsvorsprünge zu durchqueren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;1831 beschliessen erstmals die Geteilten der Bisse d&amp;#39;Ayent, einen Tunnel von 50 Klaftern - etwa 100 Meter - zu bohren, um einige gefährlich abfallende Stellen zu umgehen.&lt;br /&gt;
Die Gemeinde Visperterminen läutet im 20. Jh. schliesslich die Ära der grossen Tunnelbauten ein, als sie - um den hohen Unterhaltskosten im Waldstück oberhalb des Dorfes Eyholz zu begegnen - eine Kuppe die zwei Täler trennt, durchbohrt. 1915 verkündeten Böllerschüsse, dass der Durchstich durch den Gebidumberg gelungen war. Der neu erbaute Stollen, der Wasser aus dem Nanztal brachte, war 2`647m lang. Als Folge davon konnten rund zehn Suonen, insgesamt viele Kilometer lang, stillgelegt werden. (vgl. F. G. Steber: Ob den Heidenreben)&lt;br /&gt;
Obwohl die in der Folge angelegten Tunnels, und auch die später eingesetzten Druckrohre ein Segen waren, was den Unterhalt der Wasserfuhren anbelangte, so hatten diese jedoch zu Folge dass viele der spektakulären Abschnitte der Suonen unwiederbringlich verloren gingen und heute oftmals nur noch geringe - oder gar keine Spuren mehr auf diese aussergewöhnlichen Bauwerke hinweisen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im späten 19. Jh. wurden dann sukzessive umfangreiche Bau- und Ausbesserungsarbeiten an den Suonen vorgenommen. Alleine in den Jahren 1895-1912 wurden 60 Bewässerungsprojekte aufgelegt, an denen 50 Gemeinden direkt beteiligt waren. Im Jahre 1921 werden z.B. alleine im Gredetschtal total neun Wasserleitungen gezählt, die insgesamt 82 Kilometer Länge aufweisen.&lt;br /&gt;
Neben der traditionellen Rolle, die vor allem die Bewässerung von Wiesen beinhaltete, wurde das Wasser der Suonen nun auch mehr und mehr für die Bewirtschaftung von Reb- Obst- und Gemüsekulturen verwendet. Dies hatte zur Folge, dass viele der bestehenden Leitungen zu kleine Dimensionen auswiesen um den gestiegenen Bedarf nach Wasser zu decken. In den Folgejahren werden wiederum grosse Anstrengungen unternommen um sowohl die durchschnittliche Wassermenge zu erhöhen, als auch die Unterhaltskosten für die Suonen zu verringern, die aufgrund ihrer Lage sehr dem Unbill der Natur, d.h. Steinschlag, Erdrutschen und Lawinen ausgesetzt sind.&lt;br /&gt;
So werden schon bald einmal die ersten Tunnels gebohrt um die gefährlichsten Streckenabschnitte zu entschärfen. Diesen ersten Tunnels folgten alsbald weitere, was die Kontinuität und die Durchflussmengen der Suonen deutlich erhöhte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leider verschwanden so auch unzählige abenteuerlich angelegte Konstruktionen. Aufgrund ihrer Ausgesetztheit sind viele dieser meisterlichen Bauwerke, resp. die Zeichen davon, längst verschwunden und unwiederbringlich verloren.&lt;br /&gt;
Ab 1940 nimmt der Viehbestand im Wallis kontinuierlich ab - einige Suonen verlieren dadurch ihre Berechtigung. Als dann in den 70-er und 80-er Jahren an einigen Orten die Zahl der betriebenen Intensivkulturen (Reben, Obstgärten, Erdbeeren) zurückgeht und andernorts vermehrt auf die Bewässerung mittels Druckleitung umgestellt wird - scheint das Ende der Suonen eingeläutet.&lt;br /&gt;
1993 sind im Kantonalen Inventar der Suonen total 190 Wasserleitungen mit einer Gesamtlänge von 760km aufgelistet. Von diesen sind noch 165 ganz oder teilweise in Betrieb. Einige der Suonen erreichen oder erreichten, beachtliche Längen; so misst die &amp;quot;Bisse de Saxon&amp;quot; 29km, der &amp;quot;Bisse de Audannes&amp;quot; deren 23km und die &amp;quot;obere Riederin&amp;quot; in Staldenried 22km. Das Inventar der Suonen enthält zum heutigen Zeitpunkt 524 Wasserleiten vgl.&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.suone.ch/inventar/&amp;quot;&gt;http://www.suone.ch/inventar/&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viele dieser grossen Werke existieren heute nur noch in Teilen - da mit dem zusehenden Verfall der Suonen, Teile von ihnen verloren gegangen sind.&lt;br /&gt;
Für einmal zeigt sich nun aber die positive Seite des Tourismus. Da einige der Gäste im Wallis, Interesse an den Suonen zeigten - wurden viele der aufgelassenen oder gefährdeten Wasserführen wieder Instandgestellt, resp. Instandgehalten.&lt;br /&gt;
Obwohl heute viele der Suonen nicht mehr Ihre ursprüngliche Funktion erfüllen, bleiben sie dank der neuen Nutzung der Nachwelt - und damit auch uns erhalten.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Reinhard Dietschi&amp;nbsp;http://www.reinidietschi.ch/0400kultur/04300_wasserwege.html&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Ausführliche Informationen erhalten Sie unter&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.suone.ch/&amp;quot;&gt;http://www.suone.ch/&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 10. 12. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/suone,-bissae--d-walliser-waesserleitigae-307</link>
			<title>Suone, Bissä - d Walliser Wässerleitigä</title>
			<description>&lt;p&gt;Die ersten erhaltenen Dokumente ab dem 12/13. Jh. belegen nicht nur die Existenz von Suonen, sondern weisen oft auch auf noch ältere Konstruktionen hin. In Ausserberg existiert z.B. eine Urkunde aus dem Jahre 1311, wonach bei der Reparatur einer Leitung aus dem Bietschtal, auf einen Schlag zwölf Männer verunglückt sind; das Geschlecht der Jakober sei bei diesem Unglück ganz zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
Die Erwärmung des Klimas ab dem 12. Jh. und die lange Phase des Bevölkerungswachstums könnten, wenn nicht gar den Grund der Erfindung, so wenigstens die Verbreitung der Suonen schon vor 1300 erklären. Ab dem 15. Jh. sind die Dokumente ausführlicher und besser erhalten. Bauverträge, Reglemente und Gerichtsakten zeigen, dass die Probleme der Bewässerung die Bevölkerung intensiv beschäftigten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bis zum 15. Jahrhundert werden zahlreiche Suonen erstellt um die wachsende Nachfrage - vermutlich aus der intensiver betriebenen Viehzucht, zu stillen. Zwischen dem 15. und dem 18. Jh. werden nur wenige neue Suonen angelegt - bekannt sind deren 18.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die plausibelste These über die Ursache der geringen Zahl an neuerbauten Suonen, bezieht sich auf die Klimaveränderung in jener Zeit (Kleine Eiszeit). Ab dem 14. Jh. wurde das Klima in Europa allmählich kälter und feuchter, was auch den Bedarf an neuen Wasserleitungen verminderte. So wurden in diesen Jahrhunderten auch einige bestehende Suonen aufgelassen und erst Mitte des 19. Jh wieder in Betrieb genommen, resp. neu erbaut.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Reinhard Dietschi&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.reinidietschi.ch/0400kultur/04300_wasserwege.html&amp;quot;&gt;http://www.reinidietschi.ch/0400kultur/04300_wasserwege.html&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Ausführliche Informationen erhalten Sie unter&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.suone.ch/&amp;quot;&gt;http://www.suone.ch/&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 10. 12. 2010&lt;/h5&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/wallis-aes-trochnus-alputal-306</link>
			<title>Wallis äs trochnus Alputal</title>
			<description>&lt;p&gt;Das Wallis ist ein in die Alpen eingebettetes 110km langes Trogtal, eingeengt zwischen paralellen Bergketten: den Walliser und den Berner Alpen. Diese Bergketten bilden regelrechte Sperren gegenüber den Tiefdruckgebieten vom Atlantik, als auch aus dem Mittelmeerraum und sorgen dafür dass die Feuchtigkeit niedergeht, bevor diese das Tal selber erreicht. In der Nacht kondensiert die Feuchtigkeit an den ausgedehnten, kalten Eisflächen der hohen vergletscherten Gebirge und lässt so die Luft austrocknen.&lt;br /&gt;
Während die Regionen des schweizerischen Mittellandes und die Täler der Voralpen jährlich jeweils mehr als 1000mm, oder sogar 1500mm Niederschlag erhalten, ist die Wassermenge im Talgrund des Wallis - zwischen Martinach und Brig viel niedriger. Hier werden im Normalfall nur um die 600mm Regenmenge gemessen. Gemäss den Aufzeichnungen der SMA, ist Grächen die regenärmste Station der Schweiz - und noch weniger Niederschlag gibt es an den gegenüberliegenden Sonnenhängen.&lt;br /&gt;
Früher wurden oftmals Bittgänge zu den Heiligen veranstaltet, um das nötige Nass zu erflehen. Im trockenen Sommer 1893 veranstalteten beispielsweise, die Bewohner von Zeneggen, 14 verschiedene Prozessionen. In den höher gelegenen Regionen - im Umfeld der Drei- und Viertausender, fällt jedoch ausreichend Niederschlag und steht in genügender Menge als Schmelzwasser zu Verfügung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese klimatische Besonderheit lässt sich auch in der Landschaft lesen. Geht man das Rhonetal von Martinach an aufwärts, erscheinen die ersten Steppen, flaumhaarige Eichenwälder, Kieferwälder, sowie spezielle Kulturen die sich an die geringe Feuchtigkeit angepasst haben. Die steilen Abhänge und der Föhn (warmer und trockener Wind), verstärken die Wirkung noch und geben der Landschaft einen mediterranen Anstrich.&lt;br /&gt;
Wie die Bewohner anderer Alpentäler mit ähnlichem Charakter - etwa das Aosta-, das Isère- und das Arctal, sowie das Val di Susa (Piemont), das Engadin und das Südtirol - griffen die Walliser zur künstlichen Bewässerung, um den Wassermangel zu beheben.&lt;br /&gt;
Wenn immer es möglich war, wurde versucht Gletscherwasser abzuleiten. Dieses Wasser wurde am meisten geschätzt, weil es viele feine Schwebeteilchen enthielt, die nicht nur den Boden befeuchteten, sondern diesen zugleich auch düngten. Durch die langen Leitungen von den hoch gelegenen Gletschern bis ins Tal, erwärmte sich zudem das kalte Gebirgswasser und wirkte sich günstiger auf die Vegetation aus, als kälteres Wasser aus den näher gelegenen Bächen.&lt;br /&gt;
Das Problem, oder vielmehr die Herausforderung war, das Schmelzwasser der Gletscher aus den tief eingeschnittenen Seitentälern, auf die breiten und sonnenüberfluteten Matten an den Berghängen zu leiten. Die Lösung bestand darin, dass aus diesen tiefen Seitentälern, Leitungen gezogen wurden, die meist mit nur minimalen Höhenverlust, auf die nach Wasser dürstenden Almen und Weiden heraus geführt wurden.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;http://www.reinidietschi.ch/0400kultur/04300_wasserwege.html&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Ausführliche Informationen erhalten Sie unter&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;http://www.suone.ch/&amp;quot;&gt;http://www.suone.ch/&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;VS, 10. 12. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/waesserru-304</link>
			<title>Wässerru</title>
			<description>&lt;h2&gt;Bewässern im Wallis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das trockenen Klima im Wallis, mit sehr geringen Jahresniederschlägen, erfordert seit der ersten Besiedlung eine weiträumige künstliche Bewässerung des wertvollen Kulturlandes. Ohne diese aufwendigen Massnahmen wäre die Region eine wüstenartige Landschaft geblieben. Hunderte von kilometerlange Wasserleitungen (Suonen, Känel), verschiedener Ausführung, sammeln das wertvolle Nass von Quellen oder Gletscherbächen und leiten es auf das Kulturland der Alpen, Weiler und Dörfer. Die Nutzungsrechte wurden von Anfang an genau geregelt und überwacht. Die Wasserleitungen sind nicht Eigentum der Gemeinden, sondern der betreffenden Landbesitzer. Die sogenannten Geteilen (Genossenschafter) sind in Geteilschaften (Wasserleitungsgenosssenschaften) organisiert und verantwortlich für den Unterhalt und den Betrieb der Suonen. Früher waren die Mitgliedschaftsrechte an den Geteilschaften mit sogenannten Wassertesseln geregelt. Diese Tesseln waren Holzurkunden, d.h. Holzstücke oder Holzstäbe mit dem eingekerbten Hauszeichen einer bestimmten Person. Dieses Zeichen ist das Merkmal des Betreffenden, ersetzt dessen Namen und dient auch dazu, sein Eigentum zu kennzeichnen. Die Tesseln einer Wasserleitung waren auf einer Schnur aufgereiht und zu einem Tesselbund&amp;nbsp;(Bild unten)&amp;nbsp;zusammengebunden. Jeder Geteile hatte zwei Tesseln. Auf der ersten, der Wassertessel waren nebst dem Hauszeichen die Wasserstunden eingekerbt. Auf der zweiten Tessel, der Werktessel waren die Werkstunden eingeschnitzt. Die Geteilen waren verpflichtet, für ihr Wasserrecht Werkstunden für den Unterhalt zu leisten. Später ersetzte man die Tesseln durch Bücher. Am Ende eines Wässerjahres wurde durch den Wasserhüter und den Wasservogt abgerechnet. Beide waren auch für den Erhalt der Wasserleitungen verantwortlich. Der Wasserhüter hatte eine gefährliche Arbeit zu leisten. Seine Aufgabe war es, die Suonen abzuschreiten, zu kontrollieren und die Reparaturen zu überwachen. Er hatte ein hohes Ansehen und seine Arbeit galt als Ehrenamt. Die Instandsetzungs-arbeiten wurden in Fronarbeit geleistet, die je nach Nutzungsrechten bemessen wurde. Sie waren oft lebensgefährlich, da viele Känel an senkrechten Felswänden durch raffinierte Holzkonstruktionen entlanggeführt wurden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sehr ausführliche Informationen erhalten Sie unter&lt;a href=&amp;quot;http:// http://www.suone.ch/&amp;quot;&gt;&amp;nbsp;http://www.suone.ch/&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Volmar Schmid, 6. 12. 2010&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/ileggu--ituee-303</link>
			<title>ileggu / itüe</title>
			<description>&lt;p&gt;Wenn das Gras gemäht und verteilt war, blieb es bei uns mindestens einen vollen Tag liegen. Waren die Verhältnisse gut und das Heu trocken genug, konnten es die Bauern eintragen, es wurde &lt;strong&gt;ingleit. &lt;/strong&gt;Da es damals noch keine Sommerzeit gab, begann man schon vor zwölf Uhr mit der Arbeit. Das bedeutete, dass die Leute oft schon vor elf Uhr zu Mittag assen. Zuerst prüfte man, ob das Heu trocken genug war, ob es &lt;strong&gt;rüüschut.&lt;/strong&gt; War das der Fall, fing man mit dem Zusammenrechen an, andernfalls musste man das Heu zuerst wenden&lt;strong&gt;, &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;cheere. &lt;/strong&gt;War zwischen dem Mähen und dem Eintragen des Heues ergiebig Regen gefallen, wurde das Heu braun, drohte zu verfaulen und verlor an Nährwert. Dann musste es auf alle Fälle gewendet werden, weil der Boden und damit das Heu auf der Unterseite nass waren. Es gab nichts Schlimmeres, als wenn die Sonne das Heu mehrmals trocknete, frühe Regengüsse ein Eintragen aber verhinderten. Es taugte nicht mehr als Futter. In besonders schlechten Jahren soll es vorgekommen sein, dass man anfangs August gemähtes Heu Ende des Monats auf der Wiese verbrannte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem Holzrechen wendete man das Heu, und zwar so, dass die untere Seite direkt von der Sonne beschienen werden konnte. Dann wartete man eine bis anderthalb Stunden, bis die feuchten, grünen Stellen richtig getrocknet waren. War das der Fall, konnte die Bauerfamilie das Heu zusammenrechen und dann &lt;strong&gt;wischschu. &lt;/strong&gt;Bei diesem Arbeitsvorgang wurde es mit dem Rechen gegen die Beine gezogen, so dass ein festes, kleines Bündel entstand, ein &lt;strong&gt;Wisch.&lt;/strong&gt; Unsere Grosseltern trugen das Heu noch mit der &lt;strong&gt;Chamma&lt;/strong&gt;, einem Holzgestell mit einem Seilzug. Sie ermöglichte ein sicheres und bequemeres Tragen auf den Schultern. Es gab ein paar wenige Zermatter Bauern, die an Stelle einer Chamma ein &lt;strong&gt;Doppelseil &lt;/strong&gt;gebrauchten. Gegenüber der Chamma hatte es den Vorteil, dass es handlicher zum Mitnehmen war. Verglichen mit dem einfachen Seil gewährte es eine grössere Sicherheit. Die Gefahr, dass ein Heubündel auseinanderfiel, bestand praktisch nicht. Mit der Zeit löste das einfache Heuseil, das &lt;strong&gt;Triegelseili, &lt;/strong&gt;&amp;nbsp;die &lt;strong&gt;Chamma&lt;/strong&gt; ab. An einem Ende des Seiles war ein keilförmiges Holzstück befestigt, das auf einer Seite in einer Spitze endete und in der Mitte eine Öffnung aufwies, durch die das Seil gezogen wurde. Dieses Holzstück nannte man die &lt;strong&gt;Triegja&lt;/strong&gt;. Das Seil wurde nun, wenn möglich in ansteigendem Gelände, ausgelegt. In leichter Hanglage war das Aufstehen mit dem Heubündel einfacher. Der Bauer steckte die &lt;strong&gt;Triegja&lt;/strong&gt; mit der Spitze in den Boden. Auf das gestreckte Seil schichtete er fachgerecht acht bis zehn &lt;strong&gt;Wischscha&lt;/strong&gt;, je nachdem,&amp;nbsp; wie &lt;strong&gt;schwer ds Hew gladet hed.&lt;/strong&gt; So entstand die &lt;strong&gt;Burdi&lt;/strong&gt;, ein grösseres Heubündel. Das Seil wurde nun durch die Öffnung der &lt;strong&gt;Triegj&lt;/strong&gt;a geführt, möglichst straff angezogen und daran verknüpft. Ein gutes Laden und&amp;nbsp; Binden war unerlässlich, da sonst die Gefahr bestand, dass die &lt;strong&gt;Burdi&lt;/strong&gt; beim Tragen auseinanderfiel. Das war für den Betroffenen mit Spott verbunden. Beim Laden achtete man darauf, nicht zu überladen. Als Faustregel galt: Wenn der Träger beim Binden das Heubündel ohne grosse Kraftanstregung auf die Knie hochheben konnte, war er imstande die &lt;strong&gt;Burdi &lt;/strong&gt;zu tragen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;War die Scheune weit entfernt, so schnitt der Träger mit dem Sackmesser seitlich des Seiles ein &lt;strong&gt;Höüdloch&lt;/strong&gt;, um das Tragen auf Kopf und Schultern zu erleichtern. Ging man über eine Matte, von der das Heu bereits eingetragen worden war, durch fremdes Wiesland oder über Wege, wurde die &lt;strong&gt;Burdi&lt;/strong&gt; vorher sorgfältig &lt;strong&gt;abgmacht&lt;/strong&gt;. Mit dem Rechen entfernte man das lose Heu, damit unterwegs nichts verloren ging. Wie erwähnt wurde das Heu getragen. Es gab nun Träger, die eine&lt;strong&gt; Burdi&lt;/strong&gt; in einem Zug ohne fremde Hilfe auf die Schultern zu heben vermochten. Die meisten waren aber froh, wenn ihnen jemand dabei half. Man zog zuerst das &lt;strong&gt;Höüdtüech&lt;/strong&gt; an, setzte sich mit dem Rücken zur &lt;strong&gt;Burdi&lt;/strong&gt;, den Kopf im &lt;strong&gt;Höüdloch &lt;/strong&gt;und packte das Seilende bei der Triegja. Der andere hob das Bündel Heu leicht an, man nannte es &lt;strong&gt;schtosse&lt;/strong&gt;, so ging das Aufstehen leichter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Bauer trug nun das Heubündel zum Stall und über eine Leiter in die Scheune. Dort wurde es &lt;strong&gt;gizettet&lt;/strong&gt;. Diese Arbeit führten, wenn genügend Leute anwesend waren, die älteren Kinder aus. Sie lösten das Seil und verteilten die vorher gebildeten &lt;strong&gt;Wischscha&lt;/strong&gt; sorgfältig in der Scheune, gut den Wänden entlang und nicht unter der Giebelöffnung. Zum Schluss stampfte man das Heu durch Darüberlaufen, nötigenfalls auch auf den Knien. Es wurde &lt;strong&gt;gschtorrut.&lt;/strong&gt; So blieb genügend Platz in der Scheune, um alles Heu einzutragen. Ausserdem erreichte man aber dadurch einen festen Heustock. Wenn in einer Scheune nacheinander viel Heu eingetragen worden war, fing es in den folgenden Tagen an, sich im Innern zu erwärmen, es begann zu gären. Während dieser Zeit wurde der Heustock nicht betreten und folglich kein zusätzliches Heu eingetragen. Sonst konnte der Duft nicht entweichen, es &amp;quot;erschtickte&amp;quot;, und das führte zu &amp;quot;grauen&amp;quot; Schichten. War die letzte &lt;strong&gt;Burdi&lt;/strong&gt; in der Scheune, lud man auch die übrig gebliebenen Reste, die &lt;strong&gt;Nârächchete,&lt;/strong&gt; in ein Tuch aus Matratzenstoff und knüpfte dieses übers Kreuz. Man achtete auf sauber ausgeführte Arbeiten. Unter Umständen dauerte das Eintragen bis zum Sonnenuntergang. Deshalb legten die Leute im Laufe des Nachmittags eine Pause ein, um etwas z’Abend zu essen. Überhaupt war die Heuernte eine schweisstreibende Arbeit. Man nahm folglich genügend zu trinken mit: Mehlsuppe, Kaffee, Tee mit Wein oder Wein mit Wasser vermischt, jede Familie hatte da ihre eigenen Gewohnheiten. Gab es in einem Jahr besonders viel Heu, konnte es schon vorkommen, dass nicht alles in der Scheune Platz fand. Man schichtete den Rest unter einen Stadel oder unter einen Baum. Der Bauer gab dieses Heu im Winter dem Vieh als erstes zu fressen oder zog es auf einem Schlitten zu den näher gelegenen Ställen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einer über lange Jahre hinweg gepflegten Gewohnheit folgend, verpflichteten viele Familien für die Heuernte Gehilfen aus andern Gegenden des Oberwalllis (Goms, Sonnenberge, Visperterminen). Da in diesen Gebieten die Heuernte früher zu Ende war, kamen diese &amp;quot;Knechte&amp;quot;. wie man sie etwas eigenartigerweise nannte, von etwa Mitte Juli nach Zermatt. Gegen freie Unterkunft und Verpflegung und einen bescheidenen Lohn halfen sie mit bei der Heuernte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch ein Wort zum Heuen am Sonntag. Es konnte vorkommen, dass die ganze Woche schlechtes Wetter war, viel Heu auf den Wiesen lag und dass ausgerechnet am Sonntag schön war. Da erlaubte der Pfarrer auf Anfrage hin, das Heu am Sonntag einzutragen. Es war wirklich eine Ausnahme und kam nur alle zehn bis fünzehn Jahre vor. Die Bauern entrichteten dafür freiwillig einen symbolischen Betrag von 2 Franken an die Kirche. Zum Eintragen von Heu oder Emd an kirchlichen Feiertagen schrieb Pfarrer Ruden um 1865 wörtlich:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wenn schlechter Witterung halben an gebothenen Tagen Heu oder Emd eingelegt wurde, so pflegte für jede Bürde 5 Centimes für die Kirche gezahlt zu werden.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Julen Klaus&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;Wildheuen in St. Antöinien (Walserort im Prättigau):&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;http://www.youtube.com/watch?v=DevNG__wUbE&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;http://www.youtube.com/watch?v=DevNG__wUbE&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das gemähte und verteilte Gras blieb mindestens bis zum nächsten Tag liegen, je nach Wetter auch länger. Wenn das Heu unter den Füssen knisterte, konnte es eingetragen werden. War die Unterseite noch leicht grün oder nass, oder wenn zwischendurch Regen fiel, musste das Heu zu erst gewendet, &lt;strong&gt;kcheert&lt;/strong&gt; werden. Mit dem Holzrechen wurde das Heu so umgelegt, dass die noch nicht dürre oder nasse Unterseite der Sonne zugekehrt wurde. Nach ungefähr anderthalb Stunden konnte dann mit dem &lt;strong&gt;Iitüe &lt;/strong&gt;begonnen werden. Das Heu wurde zusammengerechnet (&lt;strong&gt;zämugrächnot&lt;/strong&gt;) und &lt;strong&gt;gwischschut&lt;/strong&gt;. Dazu wurde es mit dem Rechen gegen die Beine gezogen und angedrückt, so dass ein festes Bündel, eben ein &lt;strong&gt;Wisch &lt;/strong&gt;entstand.&lt;br /&gt;
Auf einer, vorher vom Heu befreiten, Fläche wurde anschliessend das Heuseil ausgelegt, das Holzstück am Seilende, die &lt;strong&gt;Triegia &lt;/strong&gt;immer hangwärts. Die &lt;strong&gt;Triegja&lt;/strong&gt; war ein keilförmig auslaufendes Holzstück, mit einer Öffnung in der Mitte, durch die das Seil durchgezogen werden konnte. Bei der &lt;strong&gt;Triegja&lt;/strong&gt;, beginnend wurde dann Wisch um Wisch, schön gleichmässig zu einem Heubündel, einer &lt;strong&gt;Burdi &lt;/strong&gt;auf dem Seil aufgeschichtet. Für eine &lt;strong&gt;Burdi &lt;/strong&gt;brauchte es, je nach Stärke des Trägers, 8 bis 10 Wischa.&lt;br /&gt;
Zum Binden wurde das Seil durch die Öffnung der &lt;strong&gt;Triegja &lt;/strong&gt;hindurch nach vorne gezogen und am Schluss um den keilförmigen Teil der &lt;strong&gt;Triegja &lt;/strong&gt;festgezurrt. Waren die &lt;strong&gt;Wischa &lt;/strong&gt;nicht sorgfältig aufgeschichtet oder wurden beim Binden Fehler gemacht, konnte es vorkommen, dass beim Aufnehmen der Burdi diese auseinanderfiel. Dann musste mit der ganzen Arbeit wieder begonnen werden. Bevor der Träger die &lt;strong&gt;Burdi &lt;/strong&gt;aufnahm, wurde diese mit dem Rechen von losem Heu abgmacht (gesäubert) damit unterwegs ja kein Heu verloren ging. Der Träger stülpte sich das kapuzenförmige, aus einem Stoffsack gefertigte, Heutuch (&lt;strong&gt;Hewwtüech, Hewwertüech&lt;/strong&gt;) über. Zum Aufnehmen stellte oder setzte sich der Träger mit dem Rücken zur Burdi, fasste mit der rechten Hand nach dem Seilteil am breiten Ende der &lt;strong&gt;Triegia&lt;/strong&gt;, steckte den Kopf ins Kopfloch und zog mit einem gekonnten Schwung die Burdi auf seinen Kopf. Am Hang ging dies recht mühelos, in ebenem Gelände musste jemand &lt;strong&gt;schtoossu &lt;/strong&gt;(nachhelfen). Auf Kopf und Nacken aufliegend, wurde die &lt;strong&gt;Burdi &lt;/strong&gt;dann nach der Scheune getragen und über die Leiter durch den Giebel in die Scheune geworfen.&lt;br /&gt;
Die Aufgabe von uns Kindern war es dann, das Seil zu lösen und an den Träger zurück zu geben, damit dieser die nächste Burdi abholen konnte. Anschliessend musste das Heu in der Scheune gleichmässig verteilt werden. Um einen festen Heustock zu erhalten, wurde das verteilte Heu durch darüber laufen gestampft, notfalls auf den Knien, vor allem den Wänden entlang. Nach der letzten Burdi wurden die verbliebenen Überreste in einem Heutuch, meistens aus Matratzenstoff, gesammelt. Das &lt;strong&gt;Iitüe &lt;/strong&gt;wurde meistens gegen Mittag begonnen und konnte bis in den Abend dauern. Deshalb wurde gegen 16 Uhr eine Pause eingelegt um etwas zu essen. Dies war der angenehmste Teil des Tages.&lt;br /&gt;
Das Heuen war eine strenge und schweisstreibende Arbeit. Besonders die Träger waren am Abend hundsmüde. Mit etwa 12 Jahren habe ich mit dem Heutragen begonnen. Vorerst mit &lt;strong&gt;4 -5 Wischa&lt;/strong&gt;, dann immer mehr, stolz, es dem Vater und den älteren Brüdern gleich zu tun. Die Arbeit in der sengenden Hitze machte durstig. Zum Trinken gab es Tee oder einen Sirup, für die Erwachsenen gelegentlich auch den &lt;strong&gt;Hewwerwii &lt;/strong&gt;(einen billigen Landwein)&lt;br /&gt;
Das Einbringen von Heu an Sonntagen war grundsätzlich nicht gestattet. Spielte das Wetter während der Woche verrückt und war das Heu dann ausgerechnet am Sonntag zum Eintragen bereit, erteilte der Pfarrer während des Hochamts eine Ausnahmebewilligung. Waren dann alle Matten im Wickert, im &amp;laquo;Holzji&amp;raquo; und in den &amp;laquo;Stützen&amp;raquo; geerntet, mähte der Vater noch die Ackerränder, den Wegen entlang, kurz überall, wo noch etwas an zusätzlichem Heu zu gewinnen war. Jeder auch noch so kleine Flecken wurde genutzt um zusätzliches Futter für den Winter sicherzustellen. Ich kann mich erinnern, dass er sogar auf dem Sand, bei der Saltina unten noch mähte. War im Tal das letzte Heu eingebracht, ging es zum Heuen in die Voralpen &amp;laquo;Risegga&amp;raquo; und Unternesseltal. In guten Jahren konnten sogar in der Hochalpe Obernesseltal einige kleine Flächen für die &lt;strong&gt;Ihanni &lt;/strong&gt;zum Heuen gemäht werden.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Rudolf Kronig&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 19. 9 . 2011&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/meeju-302</link>
			<title>Meeju</title>
			<description>&lt;p&gt;Ein Arbeitsbeginn um vier Uhr war also keine Seltenheit. Es gab Bauern, die schon um drei Uhr im Mutt waren und warten mussten, bis die Dämmerung ein Mähen erlaubte. Man wusste, dass sich das vom Tau feuchte Gras leichter mähen liess, ausserdem war es angenehmer in der morgendlichen Frische zu mähen als in der Hitze der Sonne. Vor dem Mähen schritt man die Grenzen ab. Man ging &lt;strong&gt;z Mârch,&lt;/strong&gt; um wirklich nur das eigene Gras zu mähen. Mit dem Mähen wurde jeweils auf der linken Seite begonnen, da von rechts nach links gemäht wurde. Mit der linken Hand umfasste der Mähder den Griff, &lt;strong&gt;ds Chriizholzje,&lt;/strong&gt; am Ende des &lt;strong&gt;Wôrbs&lt;/strong&gt;,&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;während die rechte mit dem Griff in der Mitte, dem &lt;strong&gt;Girbi, &lt;/strong&gt;die Sense führte. So schob er das gemähte Gras gleichzeitig in &lt;strong&gt;Maden&lt;/strong&gt; auf eine regelmässig verlaufene Reihe zusammen. Gewöhnlich mähte er in einfachen Maden. Höchstens beim Emden führte er die Arbeit in einfachem Gelände in sogenannten &lt;strong&gt;Doppelmaden &lt;/strong&gt;aus&lt;strong&gt;. &lt;/strong&gt;Dabei mähte er bei einem Gang gegen das stehende Gras. Waren beim Mähen zwei Männer im Einsatz, begann der bessere Mähder mit dem ersten Maden, und der schwächere fing gleichzeitig den zweiten an und übergab dann an den besseren, der ihn nach Beendigung seiner Strecke ablöste. Wurde diese Reihenfolge nicht eingehalten, konnte es für den schwächeren Mähder unangenehm werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den guten Mähder zeichnete es aus, dass er mit Leichtigkeit und nicht mit Kraft mähte. Die Leute sagten: &lt;strong&gt;äs howt mu güet&lt;/strong&gt;. Ebenso war der Ausspruch: &lt;strong&gt;är ischt im beescha Meder &lt;/strong&gt;eine Auszeichnung, vor ihm hatte das ganze Dorf Respekt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um immer eine scharfe Sense zu haben, wurde die Sense gewetzt. Das geschah mit dem Wetzstein, den man im mit Wasser gefüllten &lt;strong&gt;Schteifass &lt;/strong&gt;aus Holz (später auch aus Leichtmetall oder Kunststoff) am Hosenbund mittrug. Beim &lt;strong&gt;Wetzen&lt;/strong&gt; wurde die Sense hochgehoben, und man fuhr mit dem Wetzstein der Schnittfläche, des Sensenblattes entlang in Richtung Sensenspitze. Das wollte gekonnt sein, damit die Sense nicht durch fehlerhaftes Wetzen vorzeitig stumpf wurde. Schlug der Mähder die Klinge an einem Stein schartig, so musste sie ausgebessert werden, nötigenfalls musste er die Sense nochmals dengeln. Noch schlimmer waren die Folgen, wenn der Mähder mit der Sensenspitze auf einen im Land steckenden Stein traf. Die Sense konnte regelrecht zusammengestaucht werden. Die Schnittfläche wurde wellenförmig, sie war &lt;strong&gt;enttannti, &lt;/strong&gt;wie der Fachausdruck in der Sprache der Mähder lautete. Im ungünstigsten Fall war die Sense nicht mehr zu gebrauchen. Hatte man mit dem Mähen zeitig begonnen und war die Wiese relativ klein, war man kurz nach Sonnenaufgang fertig. Andernfalls wurde nach dem Frühstück bis gegen zehn, halb elf Uhr weitergemäht. So blieb dann nur eine kurze Pause bis zum Eintragen des Heus auf einem anderen Grundstück.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Frauen oder die älteren Kinder brachten den Mähdern das Frühstück: Kaffee, Brot, Käse oder Speck. Ihre Aufgabe war das &lt;strong&gt;Zetten&lt;/strong&gt;, das Verteilen des gemähten Grases auf der Wiese. Allerdings musste manchmal noch den Wasserleiten oder den Wiesenrändern entlang, wo die Sense nicht hinkam, &lt;strong&gt;kchrüttut&lt;/strong&gt; werden, was die Frauen auf den Knien mit einer Sichel erledigten. Mit dem&lt;strong&gt; Zetten&lt;/strong&gt; fing man jeweils dort an, wo die Mähder aufgehört hatten. Als Werkzeug brauchte man eine Zettgabel. Man musste darauf achten, die Mahd gut aufzunehmen, das Gras gleichmässig zu verteilen und keine Häufchen zu bilden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Zusammenhang mit dem Mähen möchten wir eine eher lustige Geschichte einfügen, die sich wohl zur Zeit zugetragen hat, als vor allem Engländer ihren Urlaub in Zermatt verbrachten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Allerdings waren auch nicht alle Mähder die gleichen Meister in ihrem Fach, wie&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach dem Mähen bereitete der Bauer die Sense für den nächsten Tag vor. Er musste sie &lt;strong&gt;tängle&lt;/strong&gt;. Manche erledigten es an Ort und Stelle direkt nach dem Mähen, andere erst am Abend nach dem Eintragen. Oft hing es davon ab, wo am folgenden Tag gemäht wurde. Zum Dengeln benutzte er den &lt;strong&gt;Tängelschtok&lt;/strong&gt; und den &lt;strong&gt;Tängelhammer&lt;/strong&gt;. Er setzte sich an einem geeigneten Platz nieder, steckte den &lt;strong&gt;Tängelschtok&lt;/strong&gt; zwischen den Beinen in den Boden und legte die Klinge der Sense darauf. Mit dem Hammer schlug er nun auf die Schnittfläche. Sie wurde auf einer Breite von ca 3 mm dünner und schärfer&lt;strong&gt;. &lt;/strong&gt;Es bildete sich die &lt;strong&gt;Tängli&lt;/strong&gt;. Auch darin musste man eine grosse Fertigkeit besitzten: Die Schnittfläche musste flach und locker auf dem &lt;strong&gt;Tängelschtok&lt;/strong&gt; aufliegen, es musste gleichmässig hart gedengelt werden, die Klinge durfte sich unter keinen Umständen spalten, &lt;strong&gt;sprizze&lt;/strong&gt;, wie der Fachausdruck lautete. In späteren Jahren kam eine halbmechanische Tängelvorrichtung in Gebrauch, bei der die Sense &lt;strong&gt;gitrikkt&lt;/strong&gt; wurde. Es war eine Holzbank, auf der, vereinfacht gesagt, zwei Metallstücke befestigt waren. Zwischen diese schob der Arbeiter die Schnittfläche der Sense. Durch eine Hebelwirkung wurden die beiden Metallstücke gegen einander gedrückt und dadurch die Sense geschärft. Diese Methode brachte den Vorteil, dass kaum etwas falsch gemacht werden konnte, wies aber auch den Nachteil auf, dass die Sense jeden Tag ins Dorf zurückgebracht werden musste. Die erfahrenen Mähder waren allerdings der Ansicht, eine gedengelte Sense schneide besser. Das Ideale wäre, sie nach dem &lt;strong&gt;Trikke &lt;/strong&gt;noch kurz mit dem Hammer auf die herkömmliche Art und Weise zu dengeln.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Julen Klaus&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;Mähen und Dengeln: &lt;a href=&amp;quot;http://www.youtube.com/watch?v=KwdbCG2pph0&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;http://www.youtube.com/watch?v=KwdbCG2pph0&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bereits am Vorabend wurden die Sensen für den kommenden Morgen gedängelt (&lt;strong&gt;tängillu&lt;/strong&gt;) (vorbereitet). Dazu benutzte man den Dängelstock (&lt;strong&gt;Tängilstock&lt;/strong&gt;)&amp;nbsp; und einen Dängelhammer (&lt;strong&gt;Tängilhammer&lt;/strong&gt;). Der Dängelstock wurde mit der Spitze in den Boden gerammt, die Schnittfläche mit dem Dängelhammer schön gleichmässig auf einer Breite von ca. 3 mm ausgedünnt. Dängeln war eine richtige Kunst. Es musste darauf geachtet werden, dass die Schnittfläche schön flach und locker auf dem Dängelstock auflag. Ungleichmässige Hammerschläge oder eine zu breite Ausdünnung konnten dazu führen, dass die Sense praktisch unbrauchbar wurde. Die Schnittfläche wurde wellenförmig und entspannte sich. Dängeln musste also gelernt werden, etwas, was ich nie geschafft habe. Ich mag mich erinnern, dass mein Vater, mein jüngerer Bruder und ich in der Voralpe &amp;laquo;Risegga&amp;raquo; beim Mähen waren. Da wollte ich es wissen. Ich habe den Dängelstock eingeschlagen und losgedängelt. Wegen der Hitze trug ich mein Hemd vorne offen. Dies hatte zur Folge, dass sich mein ganzer Bauch mit kleinen Schnittwunden überzog, verursacht durch die wegspritzenden Metallpartikel der Sense. Für den Spott brauchte ich dann nicht zu sorgen. In Zukunft überliess ich das Dängeln stets dem Vater oder einem Bruder.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem Mähen (&lt;strong&gt;Meeju&lt;/strong&gt;) wurde frühmorgens, meist gegen vier Uhr, begonnen. Aus guten Gründen. Die beiden ältern Brüder konnten so bis gegen 7 Uhr dem Vater beim Mähen helfen, bevor sie zur Arbeit gingen. Das taufeuchte Gras liess sich auch besser und leichter mähen. Abgesehen davon war diese Arbeit in der morgendlichen Frische angenehmer als in der Hitze des Tages. Nach Sonnenaufgang, spätestens aber gegen 9 Uhr, wurde das Mähen beendet und die Sensen für den Abend gedängelt. Vor dem Mähbeginn schritt man die Grenze zur Wiese des Nachbarn ab. Man ging &lt;strong&gt;z Maarch&lt;/strong&gt; (Marke, Grenzstein). Dazu wurde auf dem Grenzstein, der March (&lt;strong&gt;Maarch&lt;/strong&gt;), eine &amp;laquo;&lt;strong&gt;Zettgabla&lt;/strong&gt;&amp;raquo; eingesteckt, dann ging man, mit den Füssen eine gut sichtbare Spur ziehend, von March zu March.&lt;br /&gt;
Gemäht wurde von rechts nach links. Der &amp;laquo;&lt;strong&gt;Meder&lt;/strong&gt;&amp;raquo; hielt die linke Hand am Griff &lt;strong&gt;Chriizholz &lt;/strong&gt;am untern Ende des &lt;strong&gt;Woorbs&lt;/strong&gt;, während er mit der rechten Hand am Griff in der Mitte, dem &lt;strong&gt;Girbi&lt;/strong&gt;, die Sense (&lt;strong&gt;Sägessa&lt;/strong&gt;) führte.&lt;br /&gt;
Durch das Mähen wurde das Gras zu &amp;laquo;&lt;strong&gt;Maaden&lt;/strong&gt;&amp;raquo; zusammen geschoben. Gemäht wurde meistens in einfachen &amp;laquo;&lt;strong&gt;Maaden&lt;/strong&gt;&amp;raquo;, seltener in &amp;laquo;&lt;strong&gt;Doppilmade&lt;/strong&gt;&amp;raquo;. Zum Mähen in &amp;laquo;Doppelmanden&amp;raquo; wurde in einem ersten Gang gegen das stehende Gras und in einem zweiten Gang in die Gegenrichtung gemäht. Mähten mehrere Mähder hintereinander, war es wichtig, dass der beste Mähder voraus mähte und die andern ihm folgten. Nur so konnte vermieden werden, dass man sich gegenseitig behinderte.&lt;br /&gt;
In regelmässigen Abständen musste die Sense wieder &lt;strong&gt;gwetzut &lt;/strong&gt;(geschärft) werden. Dies geschah mittels des Wetzsteins (&lt;strong&gt;Wetzstei&lt;/strong&gt;). Dieser steckte im hölzernen, mit Wasser gefüllten &lt;strong&gt;Steifass&lt;/strong&gt;, das der Mähder am Hosenbund oder Gürtel hängen hatte. Vor dem Wetzen wurde die Schnittfläche der Sense mit der Hand von Grasresten gereinigt. Zum Wetzen legte man die Sense übers Knie und fuhr dann mit dem Wetzstein das Sensenblatt entlang von der breitem Seite zur Sensenspitze. Wetzen musste gelernt sein. Ein fehlerhaftes Wetzen machte die Sense vorzeitig stumpf. Eine leichte, feine Sensenführung zeichnete den guten Mäher aus. Ein solcher bin ich nie geworden. Als wir einmal im Unternesseltal beim Mähen waren, versuchte ich es mit Kraft - sozusagen - mit Gewalt. Nebst dem Gras trug ich dabei auch Unebenheiten im Gelände ab, was meinen Vater zu der schmunzelnden Frage veranlasste &amp;laquo;Was haben dir die &lt;strong&gt;Hubla &lt;/strong&gt;zuleide getan&amp;raquo;? War die morgendliche Mahd beendet, musste das gemähte Gras von uns Buben oder von einer Schwester auf den Matten gleichmässig &lt;strong&gt;gezettut&lt;/strong&gt; (verteilt) werdenJe besser &lt;strong&gt;gezettut &lt;/strong&gt;wurde, desto leichter und schneller dörrte das Gras. Zum &lt;strong&gt;Zettu &lt;/strong&gt;diente&amp;nbsp; uns die dreizinkige &amp;laquo;&lt;strong&gt;Zettgabla&lt;/strong&gt;&amp;raquo;.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Rudolf Kronig&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 16. 9 . 2011&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/hewwu-301</link>
			<title>Hewwu</title>
			<description>&lt;p&gt;In der letzten Juniwoche konnte normalerweise mit der Heuernte begonnen werden. Sie dauerte unter Umständen bis in den August. Dabei fing man zuerst auf der Sonnenseite des Tales an, wo das Gras früher reif war. Erst später mähte man die Wiesen auf der Schattenseite und zum Schluss die höher gelegenen im Aroleit, im Mutt, im Ried oder in Findeln. Es war nämlich wichtig, dass das Gras ausreifen konnte und der Samen zurück auf die Erde fiel. So konnte es vorkommen, dass man ein Wiesland in zwei Teilen mähte, wenn ein Teil der Wiese schattiger war als der andere. Man mähte also zwischendurch in andern Gebieten. Manche Familien brachten im August zusätzlich das Gras der geringeren Weiden oder der erlegenen Äcker als Heu ein. Das ganze war eine mühsame Arbeit, denn durch Erbteilung waren die Wiesen in viele kleine Flächen zerstückelt und über das ganze Gemeindegebiet verteilt. Eine Güterzusammenlegung gab es nicht.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Julen Klaus&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;Gegen Mitte Juni konnte normalerweise mit dem Heuen begonnen werden. Die Reife des Grases bestimmte den Beginn, es war nämlich wichtig, dass der Samen des ausgereiften Grases wieder zur Erde fallen konnte.&amp;nbsp;&lt;strong&gt;&amp;laquo;Früö hewwu und nooch määju, cha no menge Güzhals enträäju&amp;raquo; (Frühes Heuen und nahes (nah dem Boden) Mähen hat schon manchen Geizhals bekehrt).&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;So eine alte Bauernweisheit.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Rudolf Kronig&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 16. 9 . 2011&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/rueuemu-300</link>
			<title>Rüümu</title>
			<description>&lt;p&gt;Im Frühjahr, wenn der Schnee geschmolzen war, begann die Arbeit auf dem Feld mit dem&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Rüümmu&lt;/strong&gt;, das heisst, die meisten Wiesen mussten gesäubert werden. Der Winter hatte auch dort seine Spuren hinterlassen. Wenn die Matten in Lawinengebieten oder am Waldrand lagen, dauerten die Arbeiten länger. Dazu brauchte man einen Rechen und einen&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Riggchoorb, Tschiffra&lt;/strong&gt;. Auf den Grundstücken, über die Lawinen hinweggegangen waren, lagen meistens kleinere Steine, Geröll mit Holz vermischt. Da die&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Rüümmeta&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;nicht weggetragen wurden, errichtete man oft auf den Wiesen selbst in unmittelbarer Nähe von Sträuchern oder Steinen eine Stelle,&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Rüümmhüüffe&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;genannt, wo man diese jedes Jahr aufschichtete. In extremen Fällen musste man für das Saubermachen sogar einen Stallbesen benutzen. In Gebieten am Waldrand beschränkte sich das&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Rüümmu&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;auf das Zusammenrechen der Zweige und das Entfernen der Äste, die der Wind von den Bäumen gerissen hatte. Die grösseren Äste konnten als Brennholz verwendet werden. Lagen die Wiesen in offenem Gelände, war die Arbeit schneller erledigt. Hatte man den Mist im Herbst angetan, wurden auch die ausgetrockneten Mistreste&amp;nbsp;abgrächchut&amp;nbsp;und gleichzeitg auch die&amp;nbsp;&lt;strong&gt;Maarche&lt;/strong&gt;, die Grenzzeichen (kleine, dünne Holzpfähle oder Ästchen),&amp;nbsp; wieder eingeschlagen, damit sie im Sommer beim Mähen leichter gefunden wurden.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Julen Klaus&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 16. 9 . 2011&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/howwu-im-kleinen-walsertal-a-299</link>
			<title>Howwu im kleinen Walsertal (A)</title>
			<description>&lt;p&gt;ckerbau hat im Kleinen Walsertal kaum mündliche und keine schriftliche Überlieferung. Auf alten Bildern von Hirschegg sieht man noch kleine Flächen, wo mit großer Wahrscheinlichkeit Erdäpfel angebaut wurden. Dies auch nur zu Notzeiten. Es brauchte dazu keinen Pflug. Diese kleinen Flächen wurden mit Spaten, der Breithaue oder dem Kreuzbickl (auf der einen Seite ein Spitz und auf der anderen eine schmale Haue) bearbeitet. Die wenigen kleinen Ackerflächen sind heute verschwunden. Es gibt nur die Hausgärtlein, wo Hobbygärtner mit Stolz Kohlköpfe, Salat, Gelbe Rüben oder Erdäpfel ziehen. Ein Nachbar meinte einmal, nachdem ich ihn nach dem Befinden seines Gartens fragte: &amp;bdquo;I haa Choolköpf, dia schlaiffa bi diiner Tür net.&amp;ldquo; (Ich habe Kohlköpfe, die du nicht durch deine Türe bringst.)&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Autor Tiburt Fritz, Riezlern&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/howwu-in-safien-haue,-hauae-297</link>
			<title>Howwu in Safien (haue, hauä)</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wurde in eure Gebieten ausschlieslich mit dem Pflug gearbeitet, oder kannte man bei Euch auch die Handgeräte (Haue, Waliserdeutsch Howwa)?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Safien, Rheinwald, Vals und Davos wurde vorwiegend mit der Haue gearbeitet. Davoserdeutsches Wörterbuch: (Pflüge gab es in Davos nur sehr selten) In Safien wurde teils ein einfacher Pflug mit einer Eisenspitze verwendet. (Chrieg) Vor allem in Tenna mit mehr Getreideanbau&amp;nbsp; kam dieser Pflug mehr zum Einsatz, sicher auch in Obersaxen und im Prättigau. Im Schanfigg ist &amp;bdquo;hauä&amp;ldquo; kaum bekannt, man hat mit dem Pflug gearbeitet. Im Avers war Ackerbau infolge der Höhenlage nie von grosser Bedeutung.(über 2000 MüM) Hauä im Sinne von den Acker bearbeiten, ist unbekannt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kannte man nur die Breithaue oder auch andere Formen (zB. Spitzhaue)?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir haben in Safien vor allem mit der Spitzhaue gearbeitet, kannten aber auch die Breithaue. Dies dürfte in den anderen Gebieten nicht anderes gewesen sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie wurde das Land im Acker von unten nach oben transportiert?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Arbeitstechnik entspricht nicht dem Beschrieb von Zermatt. Zuunterst&amp;nbsp; im Acker wurde ein Graben ausgehoben und die Erde nach oben transportiert. (Bezeichnung. &amp;bdquo;furre, furrä&amp;ldquo;, in Davos &amp;bdquo;ufhärdä&amp;ldquo;) Bei uns erfolgte der Transport mit zwei Schubkarren (&amp;bdquo;Stossbännä&amp;ldquo;) Zuoberst im Acker wurde eine Rolle aus Holz befestigt, ein Seil durchgezogen, an den beiden &amp;bdquo;Stossbänne&amp;ldquo; befestigt&amp;nbsp; und auf dem Rückweg mit der leeren &amp;bdquo;Bännä&amp;ldquo; die voll beladene hinauf gezogen.&amp;nbsp; Bezeichnung für diesen Vorgang: &amp;bdquo;Fläschlä&amp;ldquo;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein gutes Bild findet sich auf der Titelseite des Buches &amp;bdquo;Damals in Monstein&amp;ldquo; von Paul Thürer, herausgegeben von Thomas Gadmer, Sekretär der Walservereinigung Graubünden. Thomas ist sicher gerne bereit, dieses Bild zur Verfügung zu stellen. In anderen Fällen beförderte man die Erde in &amp;bdquo;Trägbännä&amp;ldquo; oder einer &amp;bdquo;Tschifera&amp;ldquo; nach oben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vergleich mit der Technik in Zermatt?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Kreuzstreich kannte man nicht. Beim Hauen war meist die ganze Familie im Einsatz. Wenn zuunterst der Graben ausgehoben war, begann man unten den Acker mit der Haue umzugraben. Mist wurde laufend in die Furche eingelegt. Zuoberst angekommen, wurde die hinauf transportierte Erde, die unmittelbar oberhalb des Ackers zwischengelagert war, am oberen Rande eingebracht. Bei einem Umbruch von Wiesland wurde ebenfalls die unterste Reihe Rasenziegel (Wäschm) hinauf transportiert und dann die mit der &amp;bdquo;Wasserhauä&amp;ldquo; vorgeschnittenen &amp;bdquo;Wäschm&amp;ldquo; in die leere Furche umgelegt.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Auskunft durch Mattle Hunger&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/howwu-in-vallorcine-f-296</link>
			<title>Howwu in Vallorcine (F)</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Percussion lancée&lt;/strong&gt;.&amp;nbsp;Pour préparer les champs de pommes de terre, on va se servir d&amp;#39;outils à percussion lancée, c&amp;#39;est-à-dire d&amp;#39;outils qu&amp;#39;on projette pour attaquer le sol: outils de type houe&lt;strong&gt; (Haue)&lt;/strong&gt;.&amp;nbsp;La lame de ces outils forme un angle avec le manche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Les houes ont un rôle important et varié: elles coupent la terre, l&amp;#39;émiettent, la retournent (sans ramener en surface les couches profondes du sol, à la différence de ce que peut faire la bêche). Elles égalisent le sol, tracent des raies, dressent des buttes. Il y a de nombreuses variantes suivant la forme et les dimensions des parties travaillantes, l&amp;#39;angle formé par ces parties et le manche et la longueur de celui-ci, dont dépendent certaines attitudes de travail de l&amp;#39;utilisateur. Elles peuvent posséder une ou deux parties travaillantes. Nous allons en voir quatre exemples maintenant à Vallorcine. ( voir &amp;laquo;&amp;nbsp;Bildgalerie&amp;nbsp;&amp;raquo;)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pour préparer un champ, on va d&amp;#39;abord soulever la terre, seulement pour ameublir mais sans retourner, ceci avec un&amp;nbsp;solévieu (Gabel&amp;nbsp; mit zwei Zinken ),&amp;nbsp;ce qui équivaut à la labourer, puis on finira le travail en&amp;nbsp;&lt;strong&gt;tournant&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;(retournant) avec le&amp;nbsp;&lt;strong&gt;fasseu&lt;/strong&gt;.&amp;nbsp;(Lateinisch&amp;nbsp;: fosserium, in französich&amp;nbsp;: houe, in Deutsch&amp;nbsp;:Haue).&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Übersetzung:&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Um Kartoffeläcker herzurichten werden Ackergeräte eingesetzt, die den Ackerboden mit kräftigem Schwung umbrechen können. Die Haue ist ein solches Ackergerät. Bei diesem Gerät bildet die Schneide (Klinge) einen Winkel mit dem Schaft.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Hauen spielen eine wichtige Rolle: sie zerkleinern die Erde, graben die Erde um, ohne die tiefliegenden Schichten auf die Oberfläche zu bringen, im Unterschied zur Arbeit mit dem Spaten. Sie ebnen den Boden, ziehen Furchen. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten je nach der Form und dem Ausmaß der eingesetzten Instrumente, je nach dem Winkel zischen Instrument und Stiel und dessen Länge, und je nach den Körperhaltungen des eventuellen Benutzers.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Um einen Acker vorzubereiten wird die Erde zuerst gelockert. Dies geschieht meist mit einem&lt;strong&gt;&amp;nbsp;Solévieu (Gabel mit zwei Zinken)&lt;/strong&gt;.Dann wird der Acker mit einem&amp;nbsp;Fasseu&lt;strong&gt; (Haue mit kurzem Stil) &lt;/strong&gt;umgebrochen.&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;&lt;a href=&amp;quot;http://maisonbarberine.over-blog.com/2-categorie-187526.html&amp;quot;&gt;http://maisonbarberine.over-blog.com/2-categorie-187526.html&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2&gt;La Teppe&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;La terre était cultivée&amp;nbsp;par l’homme seul, les animaux de trait étant inexistants à Vallorcine.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Technique de labour à Vallorcine&amp;nbsp;: la teppe. Cette méthode propre à Vallorcine (et peut être en France) évite que la terre ne s’accumule vers le bas au fil des années. Après avoir repéré les limites du champ, on découpe des mottes (teppons)&amp;nbsp;dans sa partie la plus basse avec la&amp;nbsp;delabre&amp;nbsp;et on les soulève avec le&amp;nbsp;solévieu.&amp;nbsp;Après avoir disposé la&amp;nbsp; hotte (bnête)&amp;nbsp;sur un trépied (le tsardjieu) afin de pouvoir la charger sur les épaules, on y place les&amp;nbsp;teppons&amp;nbsp;qu’on remonte au sommet du champ. On découpe ainsi selon la raideur de la pente 2 ou 3 raies représentant au total de 60 à 80 cm. Les première raies une fois transportées en haut du champ,&amp;nbsp; la suivante est soulevée avec le&amp;nbsp;solévieu,&amp;nbsp;puis avec le coté plat de la&amp;nbsp;delabre,&amp;nbsp;on la &amp;laquo;&amp;nbsp;tourne&amp;nbsp;&amp;raquo; telle un rouleau. Cette raie ainsi retournée est cassée à la pioche et ainsi de suite jusqu’en haut du champ.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Übersetzung&amp;nbsp;: La Teppe&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Für ein abfallendes Feld muss man &amp;quot;la teppe&amp;quot; machen, damit sich die Erde nicht im&amp;nbsp; Lauf der Jahre am unteren Ende ansammelt.&lt;br /&gt;
Man begann mit der Markierung der Feldränder: Anschließend trennte man die Rasenziegel (&lt;strong&gt;teppons&lt;/strong&gt;) am untersten Teil mit der&amp;nbsp;delabre&amp;nbsp;und hebt sie mit dem&amp;nbsp;&lt;strong&gt;soulévieu&lt;/strong&gt;&amp;nbsp;auf. Nachdem man den Rückentragekorb (&lt;strong&gt;bnête&lt;/strong&gt;) auf einen Dreifuß (&lt;strong&gt;Tsardijeu&lt;/strong&gt;)&amp;nbsp;gelegt hatte, um ihn leichter auf die Schultern zu heben, legte man hierauf die Rasenziegel &amp;quot;teppons&amp;quot; in den Korb und trug sie an den oberen Ackerrand.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Je nach Steilheit des Ackers wurde der Vorgang zwei bis dreimal wiederholt. Das heisst: man entfernte eine zweite und eine dritte Reihe von Rasenziegel, so dass man auf eine Streifen von etwa 60-80 cm Breite kommen konnte. Unter dem Rasenziegel wurde die Erde von (kleinen) Steinen gesäubert und ebenfalls weggetragen.&lt;/p&gt;

&lt;table border=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;0&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; class=&amp;quot;table&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&gt;
	&lt;tbody&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;franco-provençal&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;französisch&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;deutsch&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Solévieu&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;fourche à deux dents droites&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Gabel&amp;nbsp; mit zwei&amp;nbsp; geraden Zinken&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Fasseu&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;houe à manche court&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Haue mit kurzen Stiel&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Betcheu&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;houe à long manche&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Haue mit langem Stiel&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Delabre&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Pioche avec un côté tranchant&amp;nbsp; et&amp;nbsp; un coté plat&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Beil / Hacke mit einem scharfen und einem flachen Teil&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Bnête&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;hotte&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Rückentragekorb&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/uebersicht-295</link>
			<title>Übersicht</title>
			<description>&lt;p&gt;Die Arbeit mit der Howwa, das Hochtragen oder Hochkarren der Erde, die im Laufe eines Jahres nach unten gerutscht war und das Pflanzen, Jäten und Ernten der Kartoffel war in sehr vielen Walser Gebieten ähnlich und doch immer wieder verschieden, wie folgende Übersicht zeigt:&lt;/p&gt;

&lt;table border=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;0&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; class=&amp;quot;table&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&gt;
	&lt;tbody&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Zermatt&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Andere Orte im Wallis&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Vallorcine&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Safien&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Triesenberg&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Vorarlberg&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Umbrechen mit Howwa&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Spitzhaue&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja / Nein&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Kreuzstreich&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja (für Tännele)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Hauen im Team&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;?&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja (Familie)&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;Transport von Land nach oben&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Ja&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Tragen im Tragkorb&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Nein (zur Mist)&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;&amp;nbsp;&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Details über Vallorcine&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Details über Safien&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Details über Triesenberg&lt;/td&gt;
			&lt;td&gt;Details über Vorarlberg&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Die Tabelle zeigt, dass nicht überall Übereinstimmung herrscht. So kannte und kennt man den Kreuzstreich offensichtlich nur im Wallis. Andrerseits ist der Transport von Land und Rasenziegel von zuunterst des Ackers nach oben durchaus vergleichbar. Man beachte dazu die Detailberichte aus den Regionen. Im französischen Vallorcine nannte man diese Arbeit &amp;bdquo;faire la la teppe&amp;ldquo; (mehr Infos über Vallorcine), in Safien und in Triesenberg kannte man das Fura ( mehr über Safien/ mehr über Triesenberg).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;Auch die Instrumente (und damit auch die eigentliche Arbeitstechnik) beim Umbrechen waren vergleichbar und doch unterschiedlich. Über die verschiedenen Gerätetypen orientiert die Bildgalerie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Umbrechen von Ackern von Hand ist eine Gemeinsamkeit in vielen Walser Regionen und die Arbeitstechnik ist vergleichbar. Allerdings sagen viele Leute, die Arbeitstechnik ergebe sich von selbst aus der Steilheit des Geländes. Gerade diese umfrage in Walser Gebieten zeigt aber, dass sehr viele Varianten denkbar sind und dass gewisse Techniken eben doch eine sehr&amp;nbsp; lange Tradition haben.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/tagesabloeif-294</link>
			<title>Tagesablöif</title>
			<description>&lt;p&gt;Anstatt zu pflügen mussten die Männer die Äcker, die &amp;quot;Achra&amp;quot; von Hand mit der &amp;bdquo;Howwa&amp;ldquo; umgraben. Zuerst kamen aber noch die Frauen dran, manchmal auch Männer. Die Äcker wurden mit einer Gabel aufgelockert. Die Gabel wurde dazu in die Erde gesteckt, der Fuss daraufgesetzt und der Stiel hinuntergedrückt. So wurde die Erde etwas gelockert und die &amp;laquo;Howwer&amp;raquo; hatten es weniger schwer. Zum &amp;laquo;Howwu&amp;raquo; haben sich fast immer ein paar Familien zusammengetan. An einem Tag haben sie diesem die Äcker &amp;laquo;ghowwot&amp;raquo;, am nächsten Tag jenem. Wem die Äcker gehauen wurden, der oder besser dessen Hausfrau musste den ganzen Tag lang für Essen und Trinken sorgen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Morgens zwischen 4.30 Uhr und 5 Uhr wurde der Schnapskaffee mit Brot, Käse, Butter und Konfitüre eingenommen. Dann gings auf den Weg, die Hauen geschultert, der Hausherr noch mit einer 2 &amp;ndash; 3 Liter &amp;laquo;Batilla&amp;raquo; Wein. So nahmen sie den 3/4-stündigen Weg unter die Füsse, denn die Kornäcker waren grösstenteils oben am Wald.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Inzwischen hat die Hausfrau das Fleisch gesotten, alles von den besten Stücken vom Schwein, Rind und Schaf. So gegen 8.30 &amp;ndash; 9 Uhr bekamen die &amp;laquo;Howwer&amp;raquo; die Fleischsuppe &amp;laquo;igschnätzt&amp;raquo; mit Roggenbrot, Weissbrot und Käse. Dazu gab es Weissbrot und Käse und auch noch eine &amp;laquo;Batilla&amp;raquo; Wein. Weissbrot gab es damals schon zu kaufen, und das kaufte man nur an besonderen Tagen! Der Nachträger musste nicht lange fragen, in welchem Acker sie wohl gerade seien. Man hörte die Hauer schon von weitem: &amp;laquo;Opschi! Opschi!&amp;raquo; Und so immer wieder.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das &amp;laquo;Howwu&amp;raquo; ging so vor sich. Der Erste warf mit der Haue ein Stücklein Land um. Dann sagte der Zweite: &amp;laquo;Opschi!&amp;raquo; Der arbeitete wieder ein Stück, dann der Dritte und der Vierte, bis der Acker gearbeitet war. Dann gings weiter zum nächsten Acker. Nach der Suppe musste die Nachträgerin pressieren um daheim das Mittagessen fertig zu kochen, denn um 12 Uhr musste sie mit dem Gesottenen wieder bei den &amp;laquo;Howwern&amp;raquo; sein!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Gesottene bestand aus verschiedenem Fleisch, Kartoffeln, Reis, Randensalat und Apfelschnitze in Weinsosse. Das verfrachtete man alles in eine &amp;laquo;Tschifra&amp;raquo; (Rückentragkorb). Zuunterst kam eine grosse &amp;laquo;Batilla&amp;raquo; mit Wein, Teller, Messer und Gabeln, ein Holzteller um das Fleisch aufzuschneiden, dann die Schüsseln mit dem Essen. Das waren damals Aluminium-Schüsseln. Alles in allem eine &amp;quot;Tregi&amp;quot; (Last) wie &amp;quot;Mischt&amp;quot;. Gewöhnlich waren die &amp;laquo;Howwer&amp;raquo; bis Mittag &amp;quot;z Bielu&amp;quot; im grossen Acker. Dort war ein natürlicher Steintisch mit Steinstühlen. Nach dem Mittagessen machten die &amp;quot;Howwer&amp;quot; eine rechte Pause.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Nachträgerin musste wieder eiligst nach Hause um das Geschirr abzuwaschen. Dann musste sie wieder los, denn gegen 5 Uhr bekamen die Hauer Kaffee, Brot, Käse, Wurst und &amp;quot;Hamma&amp;quot; (Rohschinken). Und wieder musste sie rasch heimwärts, denn um 8 Uhr kamen die &amp;quot;Howwer&amp;quot; nach Hause, und dann gab es noch eine Suppe mit Käse und Brot. Am Abend wurde nicht mehr viel gegessen, mehr getrunken. Man war zu müde, denn &amp;laquo;howwu&amp;raquo; war eine strenge, staubige Angelegenheit. Alle waren froh, dass es Abend war, auch die Hausfrau!&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Emma Schmid Visp, in : Wir Walser Nr2/2005, Seite 29 ff&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/howwu-293</link>
			<title>Howwu</title>
			<description>&lt;p&gt;War auf einem Acker das Kraut entfernt, folgte in den nächsten Tagen die schwerste Arbeit, das&lt;strong&gt; Umbrechen,&lt;/strong&gt; in der Walliser Mundart&lt;strong&gt; Howwu&lt;/strong&gt; genannt. Die Bauern brauchten dazu eine Haue. Mit dem Maultier zu pflügen war aus Gründen der Geländebeschaffenheit und der geringen Fläche nicht möglich. Die einzige Ausnahme bildete die Familie Seiler, die ihren grossen Garten nördlich des Hotels Mont Cervin mit dem Pferd pflügte. Da in Zermatt die Äcker in steilerem Gelände lagen, kam die Spitzhaue, die&lt;strong&gt; Schpizzhowwa,&lt;/strong&gt; zur Anwendung. Sie war herzförmig, mit einer scharfen Spitze. Der kurze, gebogene Stiel sass in einem Winkel von etwa 50 Grad zur Haue in der Öse. Das&lt;strong&gt; Howwu,&lt;/strong&gt; eine kräfteraubende Arbeit, war Männersache und erforderte eine gute Kondition und Ernährung. Darauf deutet wohl die Redewendung hin:&lt;strong&gt; Är isst wie in Howwer.&lt;/strong&gt; Deshalb führten die Männer diese Arbeit möglichst am frühen Morgen vor Sonnenaufgang aus. Sie erstreckte sich oft über mehrere Wochen bis zum Beginn der Heuernte. Manche Familien besassen weit über ein Dutzend Äcker. Aber nur auf der Hälfte davon konnte im selben Jahr Getreide angepflanzt werden. Der Rest blieb brach, oder man setzte Kartoffeln. Oft engagierten die Leute eine zusätzliche Hilfe.&lt;strong&gt; &amp;hellip;&amp;hellip;.. &lt;/strong&gt;Man begann jeweils am oberen Ende des Ackers, abwechslungsweise ein Jahr rechts und ein Jahr links. Wurde von links nach rechts ghowwut, umfasste man mit der linken Hand den Stil der Howwa unten und mit der rechten Hand oben. Brach man von rechts nach links um, war die Handhabung umgekehrt. Es galt als grosse Unkenntnis, wenn jemand bei dieser Arbeit die Haue verkehrt ergriffen hatte. Die Leute nannten es:&lt;strong&gt; uber d Hand howwu.&lt;/strong&gt; Die Seite mit dem grösseren Grenzabstand zeigte an, wo man im vorangegangenen Jahr aufgehört hatte und folglich beginnen musste. Das Umbrechen geschah im sogenannten Kreuzstreich, aber nur einen Streich tief. Man führte abwechslungsweise einen Streich in Längsrichtung von oben nach unten, den nächsten quer von der Seite, praktisch rechtwinklig zum vorherigen. Daher wohl auch die Bezeichnung&lt;strong&gt; Chriizschtreich.&lt;/strong&gt; Mit jedem Streich fasste man eine 10 &amp;ndash; 15 cm dicke Erdschicht und legte sie auf die andere Seite der Furche, und zwar möglichst nach&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;oben, damit die fruchtbare Erde nicht nach unten glitt. Die Erdschicht jedes Streiches wurde untereinander abgelegt, das im Gegensatz zum Umbrechen beim Kartoffelsetzen. Sehr wichtig war, dass jede Erdschicht gleichzeitig mit dem Darlegen in einem Zug umgedreht wurde. So kam allfälliges Unkraut nach&amp;nbsp; unten und konnte besser verfaulen. Bevor man eine neue Furche begann, schob man mit der Haue den Mist in den entstandenen Graben. Eventuelle Schollen zerkleinerte man und ebnete die Oberfläche aus. So arbeitete sich der&lt;strong&gt; Howwer&lt;/strong&gt; hangabwärts vom oberen Ende zum unteren vor und begann dann wieder oben. Bei grösseren Äckern waren oft mehrere Arbeiter gleichzeitig am Werk. Dann begann der älteste oben und übergab weiter unten an den jüngeren.&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Quelle:&lt;/h5&gt;

&lt;ul&gt;
	&lt;li&gt;Klaus Julen / Oswald Perren, Eine vergessene Welt, Die Berglandwirtschaft in Zermatt, Rottenverlag 1998, Seite 78&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2&gt;Begriffe:&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Mit drei Streichen &lt;strong&gt;&lt;strong&gt;Obers &lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt;wird zuerst die oberste Humusschicht gewendet. Mit zwei Streichen &lt;strong&gt;&lt;strong&gt;Unders&lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt; und dem &lt;strong&gt;&lt;strong&gt;Schwaarber &lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt;wir die restliche Humusschicht umgewendet. Der &lt;strong&gt;&lt;strong&gt;Schwaarber &lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt;ist der letzte Streich, der den Humus schön sauber bis zum wilden Land wegnimmt.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;(VS, 29. 11. 2010)&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/acher-bstello-292</link>
			<title>Acher bstello</title>
			<description>&lt;p&gt;Auf den im Herbst abgeernteten Äckern wuchs im folgenden Frühjahr etwas Gras nach, vor allem Löwenzahn. Im Juni zogen &lt;strong&gt;üssschrecku&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;ströüpfu&lt;/strong&gt;, es die Frauen von Hand aus und fütterten es dem Vieh. Dabei trugen sie die schwere Last über grosse Distanzen zu den Ställen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Dünger trugen die Leute im &lt;strong&gt;Riggchörb, &lt;/strong&gt;in der&lt;strong&gt; Tschiffra, &lt;/strong&gt;in einem Tuch oder Sack die getrockneten, von den Wiesen abgerechten Reste des Mistes auf die Getreidefelder, nicht selten vom Dorf bis in die Äcker unterhalb des Hubels. Auf die obersten Äcker in den Wengen oberhalb des Bahnhofs wurde der normale Kuh- oder Schafmist teilweise mit dem Maultier ge&amp;shy;säumt. Das Tragen war sehr anstrengend. An einigen Orten standen einfache Ställe ohne Scheune in ihrer Nähe. Sie erfüllten zwei Zwecke: Hier brachten die Hirten im Mai zur Zeit des Hütens ihre Kühe oder Schafe über Nacht unter. Der so gewonnene Mist konnte zum Düngen der angrenzenden Äcker ge&amp;shy;braucht werden. Wie kostbar der Mist gewe&amp;shy;sen war, zeigt, dass die Gemeinde den Strassenmist sammelte und an interessierte Bauern verkaufte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;War auf einem Acker das Kraut entfernt, folg&amp;shy;te in den nächsten Tagen die schwerste Arbeit, das Umbrechen, in der Walliser Mundart &lt;strong&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=53&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Howwu &lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;genannt. Die Bauern brauchten dazu eine Haue. Mit dem Maultier zu pflügen war aus Gründen der Geländebeschaffenheit und der geringen Fläche nicht möglich. Die einzige Ausnahme bildete die Familie Seiler, die ihren grossen Garten nördlich des Hotels Mont Cervin mit dem Pferd pflügte. Da in Zermatt die Äcker in steilerem Gelände lagen, kam die Spitzhaue, die &lt;strong&gt;Schpizzhowwa, &lt;/strong&gt;zur Anwen&amp;shy;dung. Sie war herzförmig, mit einer scharfen Spitze. Der kurze, gebogene Stiel sass in einem Winkel von etwa 50 Grad zur Haue in der Öse. Das &lt;strong&gt;Howwu, &lt;/strong&gt;eine kräfteraubende Arbeit,war Männersache und erforderte eine gute Kondition und Ernährung. Darauf deutet wohl die Redewendung hin: &lt;strong&gt;Är isst wie in &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Howwer. &lt;/strong&gt;Deshalb führten die Männer diese Arbeit möglichst am frühen Morgen vor Son&amp;shy;nenaufgang aus. Sie erstreckte sich oft über mehrere Wochen bis zum Beginn der Heuern&amp;shy;te. Manche Familien besassen weit über ein Dutzend Äcker. Aber nur auf der Hälfte da&amp;shy;von konnte im selben Jahr Getreide ange&amp;shy;pflanzt werden. Der Rest blieb brach, oder man setzte Kartoffeln. Oft engagierten die Leute eine zusätzliche Hilfe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man begann jeweils am oberen Ende des Ackers, abwechslungsweise ein Jahr rechts und ein Jahr links. Wurde von links nach rechts &lt;strong&gt;ghowwut, &lt;/strong&gt;umfasste man mit der linken Hand den Stil der &lt;strong&gt;Howwa &lt;/strong&gt;unten und mit der rechten Hand oben. Brach man von rechts nach links um, war die Handhabung umgekehrt. Es galt als grosse Unkenntnis, wenn jemand bei dieser Arbeit die Haue verkehrt ergriffen hatte. Die Leute nannten es: &lt;strong&gt;uber &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;d Hand howwu. &lt;/strong&gt;Die Seite mit dem grösseren Grenzabstand zeigte an, wo man im vorange&amp;shy;gangenen Jahr aufgehört hatte und folglich beginnen musste. Das Umbrechen geschah im sogenannten Kreuzstreich, aber nur einen Streich tief. Man führte abwechslungsweise einen Streich in Längsrichtung von oben nach unten, den nächsten quer von der Seite, prak&amp;shy;tisch rechtwinklig zum vorherigen. Daher wohl auch die Bezeichnung &lt;strong&gt;Chriizschtreich. &lt;/strong&gt;Mit jedem Streich fasste man eine 10-15 cm dicke Erdschicht und legte sie auf die andere Seite der Furche, und zwar möglichst nach oben, damit die fruchtbare Erde nicht nach unten glitt. Die Erdschicht jedes Streiches wurde untereinander abgelegt, das im Gegen&amp;shy;satz zum Umbrechen beim Kartoffelsetzen. Sehr wichtig war, dass jede Erdschicht gleich&amp;shy;zeitig mit dem Darlegen in einem Zug umge&amp;shy;dreht wurde. So kam allfälliges Unkraut nach unten und konnte besser verfaulen. Bevor man eine neue Furche begann, schob man mit der Haue den Mist in den entstandenen Gra&amp;shy;ben. Eventuelle Schollen zerkleinerte man und ebnete die Oberfläche aus. So arbeitete sich der &lt;strong&gt;Howwer &lt;/strong&gt;hangabwärts vom oberen Ende zum unteren vor und begann dann wieder oben. Bei grösseren Äckern waren oft mehre&amp;shy;re Arbeiter gleichzeitig am Werk. Dann be&amp;shy;gann der älteste oben und übergab weiter un&amp;shy;ten an den jüngeren.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Klaus Julen, S. 78 f.&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 16. 11. 13&lt;/h5&gt;

&lt;h2&gt;Aussaat&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Nach Mitte August erfolgte die &lt;strong&gt;Aussaat, &lt;strong&gt;Seeju, &lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt;des Getreides. Der Bauer warf das Saatgut bei aufgehendem Mond aus, mit Vorteil nach Re&amp;shy;gen, damit es nicht vertrocknete. Die Bauern achteten darauf, ja nicht an Hundstagausgang (28. August) zu säen. Sie waren der Meinung, wenn man genau die Stunde ergreife, gehe kei&amp;shy;ne Saat auf. Der Sämann lud die Saatkörner in einen Tuchsack, der an einem Strick um die linke Schulter hing. Die Öffnung zeigte nach vorn. Er begann oben, schritt der Ackergren&amp;shy;ze entlang und säte auf einer Breite von ca. ei&amp;shy;nem Meter. Dann ging er zwei bis drei Meter nach unten, nahm eine Handvoll Körner und warf sie mit der rechten Hand in drei Zügen nach oben aus. Anschliessend rückte er ein paar Schritte vor und wiederholte den Vor&amp;shy;gang. War er an der Seite des Ackers ange&amp;shy;langt, ging er wieder zwei bis drei Meter nach unten. Der gleiche Arbeitsgang wiederholte sich bis ans untere Ende des Ackers. Zuletzt säte er der unteren Ackergrenze entlang und seitwärts, um eventuelle Lücken zu füllen. Hatte er fertig gesät, griff er wieder zur &lt;strong&gt;Howwa, &lt;/strong&gt;deckte den Samen mit einem kleineren Streich, einem &lt;strong&gt;SchepfJi&lt;/strong&gt;, zu&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;und zeichnete in eine Ecke des Ackers mit der Haue ein Kreuz in die Erde. So stellte er sei&amp;shy;ne Aussaat unter den Schutz Gottes und hoff&amp;shy;te auf eine gute Ernte. Missernten wegen schlechten Wetters (Frost, Trockenheit, über&amp;shy;mässiger Regen, früher Schneefall) trafen die kinderreichen Familien hart.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Säen wollte gekonnt sein. Wenn man zu dicht säte, erhielt man viel Stroh, aber wenig Getreide. Das kam wohl selten vor, da die Leute mit den Samenkörnern sparsam umgin&amp;shy;gen. Umgekehrt bekam das Unkraut viel Luft. Nach etwa 14 Tagen brach die Saat durch und bildete ca. 10 cm langes, dunkelgrünes Gras, aber noch keinen Halm. Bei Einbruch der Käl&amp;shy;te wuchs die Saat nicht mehr. Sie überwinter&amp;shy;te unter dem Schnee. Wichtig war, dass die Erdkruste gefror, sonst bestand die Gefahr des Absterbens. Schneearme Winter waren also besser für einen guten Ertrag. So gab es Leu&amp;shy;te, die nach einem frühen, grossen Schneefall über die Äcker liefen, um das Gefrieren des Bodens zu ermöglichen. Lag im Frühjahr noch viel Schnee, so streuten die Bauern Asche, um das Ausapern zu beschleunigen. Von der Schneeschmelze bis zur Ernte bedurfte das Getreide keiner Pflege mehr, denn es wurde in der Regel nicht bewässert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Öfter säten die Bauern erst um Allerheiligen herum das sogenannte &lt;strong&gt;Schlafkorn. &lt;/strong&gt;Eigentlich tat man das auf Äckern, auf denen man als Vorfrucht Kartoffeln gepflanzt hatte. Die ver&amp;shy;spätete Reife und Ernte verunmöglichten eine Aussaat des Roggens im August. So musste bis in den November gewartet werden. Das Saatgut durfte vor Wintereinbruch nicht kei&amp;shy;men. Es war der gleiche Samen, aber grössere Körner. Aber auch aus witterungsbedingten Gründen oder infolge Arbeitsüberlastung waren die Bauern gelegentlich gezwungen, Schlafkorn zu säen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einige wenige Familien säten beispielsweise in Findeln etwas Sommerroggen. Sie setzten den Samen im Winter angefeuchtet der Kälte aus und brachten ihn im Frühjahr aus. Daher auch die Bezeichnung &lt;strong&gt;Gefrierkorn. &lt;/strong&gt;Die Körner sollten durch diesen Vorgang widerstands&amp;shy;fähiger werden. Eher selten baute man im Frühjahr Gerste an. Das Gerstenmehl diente vorwiegend als &lt;strong&gt;&lt;strong&gt;Gläkk &lt;/strong&gt;&lt;/strong&gt;für die Tiere. Aller&amp;shy;dings sollen die Körner in früheren Jahr&amp;shy;hunderten geröstet als Kaffee-Ersatz gedient haben.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Julen, S. 79, ff.&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS. 16. 11. 13&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.walsermuseum.ch/arbeit/feldarbeit/acherbuew-291</link>
			<title>Acherbüw</title>
			<description>&lt;p&gt;Neben der Viehzucht war der Ackerbau der zweite Eckpfeiler in der Selbstversorgung. Die sonnigen Abhänge auf der Westseite des Tales von den Grüeben bis ins Mutt sowie jene auf der Ostseite in Findeln und im Ried waren die Hauptanbaugebiete. Daneben gab es auch in den anderen Gegenden rund um Zermatt, et&amp;shy;wa im Aroleit, vereinzelte Kornäcker. Sie wa&amp;shy;ren terrassenförmig angelegt, mit Stützmau&amp;shy;ern am unteren Ende. Die Begrenzungen sind beispielsweise in den Weng heute noch gut er&amp;shy;kennbar. Die einzelnen Äcker waren von we&amp;shy;nigen Ausnahmen abgesehen kaum grösser als 400 in&amp;#39;. Noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges pflanzten die Zermatter Bauern Roggen und etwas Gerste an. Da es sich vor&amp;shy;wiegend um Winterroggen handelte, blieb der gleiche Acker jeweils ein Jahr lang von der Ernte bis zur nächsten Aussaat brach.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Ackerbau am Beispiel von Zermatt; Klaus Julen/Oswald Perren: Die Berlandwirtschaft in Zermatt, Rotten Verlag, Visp, 1998, S. 77 ff.&lt;/h5&gt;

&lt;h5&gt;VS, 18.11.13&lt;/h5&gt;
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			<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 00:00:00 +0100</pubDate>
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